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Der Staatsrat gibt der Beschäftigung den Vorrang und sucht eine andere Lösung für die Unterbringung des interinstitutionellen kantonalen Lagers für Kulturgüter

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3. Oktober 2018 - 11h24

In seiner Sitzung vom 2. Oktober 2018 nahm der Staatsrat die neue Strategie des Unternehmens Wago SA in Domdidier zur Kenntnis, das Anfang Sommer beschloss, seine Produktion in Deutschland und der Schweiz zu konzentrieren, und in diesem Rahmen mehrere hundert Arbeitsplätze in Domdidier schaffen will. Nach einer Interessenabwägung entschied der Staatsrat, auf das Grundstück, das er für den Bau des interinstitutionellen kantonalen Lagers für Kulturgüter erwerben wollte, zu verzichten, um zu verhindern, dass die Umsetzung der neuen Strategie des Unternehmens gefährdet wird.

Nachdem der Staatsrat im Frühjahr 2017 zum Entschluss gelangt war, das Umbauprojekt für das interinstitutionelle kantonale Lager für Kulturgüter (SIC) in Schmitten aufzugeben, weil unerwartete technische Schwierigkeiten (ungenügende Tragfähigkeit des bestehenden Gebäudes) ans Licht gekommen waren, die zu erheblichen Mehrkosten geführt hätten, fand er in Domdidier ein Grundstück, das er kaufen wollte, um darauf einen Neubau für das SIC zu verwirklichen. Ein erster Austausch mit dem Direktor des Unternehmens Wago SA, das auf dem gegenüberliegenden Grundstück installiert ist, ergab, dass die Entwicklungsstrategie des Unternehmens mit dem Projekt des Staats für das SIC vereinbar war. Dies änderte sich, als das Unternehmen Anfang Sommer seine Strategie änderte und zu deren Umsetzung einen zusätzlichen Bedarf an Grundstücken bekanntgab. Als Folge davon nahm der Staatsrat eine Interessenabwägung vor: auf der einen Seite die vom Unternehmen versprochenen Arbeitsplätze; auf der anderen Seite die Tatsache, dass der Verzicht auf den Standort in Domdidier das SIC-Projekt und die Renovierung der Kantons- und Universitätsbibliothek (KUB) weiter verzögert. Am 13. September 2018 trafen sich eine Staatsratsdelegation und die Verantwortlichen von Wago SA. Bei dieser Gelegenheit bestätigte das Unternehmen, dass es innerhalb von höchstens zehn Jahren mehrere hundert Arbeitsplätze an seinem Standort in Domdidier schaffen wolle.

So beschloss der Staatsrat in seiner Sitzung vom 2. Oktober 2018, auf den Erwerb der Parzelle, auf der er einen Neubau für den SIC errichten wollte, zu verzichten, die Zuschlagsverfügung für den Bau der Lagerhalle zu widerrufen und das entsprechende öffentliche Beschaffungsverfahren auszusetzen. Er gab seiner Ad-hoc-Delegation zudem den Auftrag, ihm so bald wie möglich einen Vorschlag für die nächsten Schritte in diesem Dossier zu unterbreiten. Weil dieser Entscheid für das SIC-Projekt und damit auch für die Renovierung der KUB zu einer Verzögerung von noch unbestimmter Dauer führen wird, werden Möglichkeiten für eine Zwischenlagerung vorgesehen, sollte die Situation bei der KUB dies erfordern.

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