23 Dezember 2021 - 13H10

In der Schweiz entstehen rund 85 % des CO2 bei der Verbrennung fossiler Energieträger (Heizung). Die Kampagne «Eine Schicht mehr», die auf einer Massnahme des kantonalen Klimaplans beruht, möchte zur Reduzierung der Heiztemperaturen in den öffentlichen Gebäuden ermutigen. Dies geschieht anhand von Sensibilisierungsmassnahmen und erfordert den Einsatz aller. Diese Tipps können Sie auch bei Telearbeit anwenden.

Steigerung der Energieeffizienz

Die 2017 durchgeführte Treibhausgasbilanz des Kantons Freiburg hat ergeben, dass die gebäudebedingten Emissionen etwa 24 % der direkten Emissionen im Kanton ausmachen. Deshalb zielt eine grosse Achse des kantonalen Klimaplans, zusammen mit den Politikbereichen, die bereits in Kraft sind (u. a. Gebäudeprogramm), auf eine Reduzierung der von den Staatsgebäuden induzierten Treibhausgasemissionen ab.

Der Staat Freiburg ist mit seinen öffentlichen Gebäuden besonders von der Problematik betroffen. Deshalb wurden 2021 die Heizpraktiken in den öffentlichen Gebäuden analysiert. Für die problematischsten Gebäude wurden Thermostatventile vorgesehen, mit denen die Temperatur bei einer geringen Gebäudenutzung aus der Ferne gesteuert werden kann.

Doch mit technischen Massnahmen allein lässt sich das gewünschte Ergebnis nicht erzielen, hierzu bedarf es vor allem der Beteiligung der Mitarbeitenden. Die Kampagne «Eine Schicht mehr», die in Zusammenarbeit mit der Energie-Stiftung Freiburg (ESF) durchgeführt wird, soll darüber informieren, wieviel Komfort akzeptabel ist und Mittel zur Reduzierung von Ressourcenverschwendung aufzeigen.

Einfache und einleuchtende Massnahmen am Arbeitsplatz

Anders als bei einer zu geringen Umgebungstemperatur wird eine zu hohe Raumtemperatur nur selten gemeldet und daher oftmals mittels unkontrollierter Fensteröffnung geregelt. Doch im Winter erhöht jedes zusätzliche Grad den Verbrauch um etwa 7 %.

Fenster, die über längere Zeit gekippt oder teilweise geöffnet sind, führen zu einem massiven Mehrverbrauch an Heizenergie. Häufig sind sie auch ein Hinweis auf überhitzte Räume. Die Belüftung sollte umfassend und in kurzen Zeitspannen (5–10 min) erfolgen. Dies genügt, um die Raumluft aufzufrischen, ohne dass es zu einem grossen Wärmeverlust kommt.

Eine Schicht mehr!

Das menschliche Komfortgefühl hängt von wenigen Grad Celsius ab: eine Temperatur von unter 18 oC wird als leicht kalt empfunden und bei über 25 oC wird es uns zu warm. Deshalb ist es notwendig, eine Grenze festzulegen, die hinsichtlich des Komforts als akzeptabel angesehen wird.

Im Winter sollten auf 20 oC geheizte Büros ausreichend Komfort gewährleisten. Der Rat lautet, 21 oC nicht zu überschreiten. Dennoch kann auch bei ausreichenden Temperaturen Unbehagen entstehen.

Unser unterschiedliches Empfinden in Bezug auf die Raumsolltemperatur kann mittels Kleidung ausgeglichen werden. Es mag offenkundig erscheinen, soll aber dennoch gesagt werden: Bevor wir die Raumtemperatur erhöhen, passen wir unsere Kleidung an. Es ist normal, im Winter in einem Büro zu frieren, wenn wir nur eine Bluse tragen. Und im Sommer, in der Zeitspanne mit den höchsten Temperaturen, sollten wir leichte und «luftige» Kleidung tragen!

Für diese ungewöhnliche Sensibilisierungskampagne haben wir die Staatsangestellten gebeten, in einer Pause schöne Winterpullover zu tragen. Im nachfolgenden Flyer, aus dem hervorgeht, dass der Humor im Zentrum der Kampagne steht, finden Sie weiteren Rat und Hinweise.