Mobilisierung gegen Littering im Kanton Freiburg: Der Staatsrat traf sich in Morlon, um mit der Bevölkerung die zurückgelassenen Abfälle einzusammeln

18 September 2021 - 11H00

In 37 Freiburger Gemeinden gab es am 17. und 18. September 2021 (oder aufgrund kommunaler Bedingungen an einem Ausweichdatum) insgesamt 48 Aktionen im Rahmen der Kantonalen Aufräumaktion. An diesen Tagen räumten Bevölkerung und Schulen den herumliegenden Abfall im öffentlichen Raum, entlang der Strassen, Fliessgewässer und Seen sowie im Wald weg. Sechs Mitglieder des Staatsrats nahmen an der Aktion in Morlon teil, zusammen mit der Bevölkerung der Gemeinde und mit BobMorlon, dem Botschafter dieser Aktion.

Im Kanton Freiburg wird die Aktion bereits zum 17. Mal organisiert, um der Bevölkerung den Wert von sauberen öffentlichen Räumen vor Augen zu führen. Sie soll die Bevölkerung auch für die Kosten sensibilisieren, die durch das Littering verursacht werden und letztlich durch die Allgemeinheit getragen werden müssen. Corona-bedingt fand die Aktion zum ersten Mal nicht im Frühjahr statt, sondern im Herbst. Die Bezeichnung «Frühjahrsputz», die sich für die Aktion eingebürgert hat, traf die Sache dieses Jahr also nicht. Sie soll in Zukunft aber wieder zum Zug kommen, wenn die Aktion erneut im Frühjahr durchgeführt werden kann.

Im Kanton Freiburg läuft was

Nach der Absage der Aktion im vergangenen Jahr aufgrund des Coronavirus war die Ausgabe 2021 ein grosser Erfolg. Es wurden nicht weniger als 48 Aktionen in 37 Gemeinden organisiert (www.fr.ch/putz). Diese Ausgabe fand in einem neuen rechtlichen Kontext auf kantonaler Ebene statt; denn seit dem 1. Januar 2020 kann mit einer Ordnungsbusse von bis zu 150 Franken bestraft werden, wer Abfälle wegwirft oder liegen lässt. Es wurden verschiedene Massnahmen zur Information und Sensibilisierung der Bevölkerung ergriffen (www.fr.ch/littering, Sensibilisierung in den Freiburger Schulen), darunter die Frühjahrsputz- bzw. Kantonale Aufräumaktion.

Der Staatsrat geht mit gutem Beispiel voran

Sechs Mitglieder des Staatsrats begaben sich am Samstagmorgen, 18. September, nach Morlon, um zusammen mit der Bevölkerung der Gemeinde die zurückgelassenen Abfälle einzusammeln. Sie krempelten die Ärmel hoch, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Sie wollten sich damit bei allen bedanken, die sich für die Umwelt engagieren, und daran erinnern, dass ein verantwortungsvolles Verhalten für die Sauberkeit des öffentlichen Raums unerlässlich ist. Sie beglückwünschten die Gemeinde Morlon, die sich seit Jahren gegen Littering einsetzt und deren Bemühungen Früchte tragen: Im Dorf wird nun deutlich weniger Abfall achtlos weggeworfen und liegengelassen.

Eine Botschaft der Schülerinnen und Schüler von Morlon

Bevor sie sich auf die Jagd nach Abfällen begaben, sangen die Schülerinnen und Schüler der Primarschule Morlon für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Aktion das Lied «The Poubellman». Dieses Lied, das BobMorlon in Zusammenarbeit mit den Lehrerpersonen geschrieben hat, ist eine Botschaft der Schulkinder an die gesamte Bevölkerung: «Lasst uns alle das Richtige tun; die Erde wird den Rest erledigen».

BobMorlon, Botschafter der Aufräumaktion

Auch dieses Jahr wurde die Aufräumaktion von BobMarlon unterstützt. Diese Figur, die einen Greyerzer Gemeindeangestellten darstellt und die man leicht an ihrer Mütze und der orangen Brille erkennt, hat mit Videos, in denen die Bevölkerung mit Humor und in klaren Worten für die Problematik des Litterings sensibilisiert wird, einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt. BobMorlon besuchte mehrere Gemeinden, um sich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den Aufräumaktionen zu treffen.

Die finanziellen und ökologischen Folgen des Litterings

Unter Littering werden Verunreinigungen von Strassen, Plätzen, Parkanlagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln durch unbedacht oder absichtlich fallen und liegen gelassene Abfälle verstanden. Littering beeinträchtigt die Lebensqualität und das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum und führt zu bedeutenden Reinigungskosten. So werden die Kosten für Litter-Beseitigung in der Schweiz auf knapp 200 Millionen Franken pro Jahr geschätzt. Drei Viertel dieser Kosten werden von den Gemeinden getragen.

Abfälle in den Feldern sind eine Gefahr für das Vieh, weil sie bei der Futterernte in kleine, scharfe und damit gefährliche Stücke zerkleinert werden, die in den Mägen der Tiere landen.

Littering trägt dazu bei, dass sich Kunststoffe in natürlichen Lebensräumen, namentlich im Boden, in Fliessgewässern und in Seen, ansammeln. Abfälle in der Natur werden nur sehr langsam abgebaut:

  • Papiertaschentuch, 3 Monate
  • Zigarettenstummel, 2 Jahre
  • Kaugummi, 5 Jahre
  • Plastikflasche, 450 Jahre
  • Konservendose, 500 Jahre
  • Glasflasche, 4000 Jahre
  • Batterie, 7500 Jahre

Die Aufräumaktion wird in Zusammenarbeit mit dem Kanton Waadt und der Genossenschaft COSEDEC organisiert.