Naturgefahren: Ergiebige Schneefälle

Ergiebige Schneefälle
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Verhaltensempfehlungen

Bei starkem Schneefall wird Folgendes empfohlen:

  • Die lokale Wetterentwicklung beobachten, Informationen einholen und das Verhalten den Verhältnissen anpassen.
  • Das tägliche Lawinenbulletin und die Zusatzinformationen des Eidg. Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF Davos beachten.
  • Informationen über die Verkehrslage einholen (Radio, Telefon 163).
  • Alle nicht wirklich notwendigen Fahrten (auch mit Winterausrüstung) unterlassen.
  • Wenn trotzdem nötig, öffentliche Verkehrsmittel benutzen.
  • Auf unnötiges Telefonieren verzichten (Netzzusammenbruch).
  • Aufenthalt unter Dachvorsprüngen vermeiden.
  • Schneelast auf Dächern entfernen.
  • Keine heruntergefallenen Leitungen berühren.

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Beschreibung

Schnee ist eine Form von festem Niederschlag, die aus den Wolken fällt, wenn die Luftmassentemperatur weniger als oder um die 0°C beträgt. Schnee fällt häufig in Gebirgsregionen, seltener im Flachland, wo er generell bei Temperaturen zwischen +1°C und –5°C fällt.

In folgenden Fällen spricht man von starken Schneefällen:

  • 70-100 cm / 24h
  • 100-140 cm / 48h
  • 140-180 cm / 72h

Starke Schneefälle können eine Gefahr darstellen, etwa für die Bevölkerung und für den Verkehr.

Gefahren

Im Flachland treten vor allem Probleme durch glatte oder schneebedeckte Fahrbahnen auf, und dies selbst bei schwachen Schneefällen (2 bis 15 cm). Die Auswirkungen dieser Niederschläge sind Stürze, Unfälle und Störungen der Verkehrsmittel.

Grössere Neuschneemengen (15 cm / 24 Stunden) bergen Risiken: Lawinen, Isolation von Berggemeinden, Gebäudeschäden durch Schneelast auf den Dächern sowie Dachlawinen.

Nachfolgende Gefahren:

  • Stromausfälle
  • Hochwasser

Begriffserklärungen

Blizzard
Heftiger und langanhaltender Schneesturm mit tiefen Temperaturen und heftigen Winden sowie Schneeniederschlägen, die die Sicht erheblich verringern.

Frostbeule
Frostbrand, der oberflächlich oder tief sein kann. Manchmal sind sogar Muskeln und Knochen betroffen.

Schneewehe (oder Schneeverwehung)
Vom Wind gebildete Schneeansammlungen.

Unterkühlung
Zustand, in dem die Innentemperatur dem Körper eines warmblütigen Tieres oder eines Menschen nicht mehr erlaubt, die Lebensfunktionen korrekt zu gewährleisten.

Ereignisbeispiel

25. November – 3. Dezember 2005, Münsterland (Deutschland)
Ein aussergewöhnliches Wetterereignis führte Ende 2005 in weiten Teilen des Münsterlandes zu erheblichen Schneefällen. Der Schnee war sehr nass und zusätzlich wehte ein starker Wind, wodurch sich bis zu 15 cm dicke Eispanzer um Stromleitungen und Hochspannungsmasten bildeten. Fünfzig Strommasten hielten dem extremen Gewicht nicht stand und knickten um. Dadurch kam es in mehreren Landkreisen gleichzeitig zu Stromausfällen, welche sich in manchen Gemeinden über mehrere Tage erstrecken sollten. Dies bedeutete, dass für rund 250 000 Menschen stunden- und tagelang – im Extremfall bis zu einer Woche – der Strom ausfiel. Für den deutschen Bevölkerungsschutz, insbesondere für die Organisationen im Kreis Steinfurt (der am meisten betroffen war), war die Bewältigung dieses Ereignisses eine grosse Herausforderung und stellte eine grosse Belastung dar. Nebst technischen Instandstellungsarbeiten musste die betroffene Bevölkerung mit Notstrom und teilweise in Sammelstellen mit Lebensmitteln versorgt werden.