Europäische Tage des Denkmals

Die Europäischen Tage des Denkmals, die 1991 vom Europarat mit Unterstützung der Europäischen Union lanciert wurden, bieten allen Interessierten die Möglichkeit, an einem Septemberwochenende unter Führung von Fachleuten Kulturgüter und Gebäude kennen zu lernen, die ansonsten nicht öffentlich zugänglich sind.
Die Tage werden in der Schweiz seit 1995 durchgeführt und von der Nationalen Informationsstelle für Kulturgüter-Erhaltung NIKE koordiniert. Seit 2001 haben die Kulturgüterämter der Westschweizer Kantone ihre Kräfte vereint, um diese Veranstaltung, die jedes Jahr einem anderen Thema gewidmet ist, gemeinsam durchzuführen und zu fördern.

Fribourg - L'observatoire du Lycée
Fribourg - L'observatoire du Lycée © Alle Rechte vorbehalten - Alain Kilar

ETD 2020 - Programm

Die 27. Europäischen Tage des Denkmals finden in der Schweiz am 12. und 13. September 2020 unter dem Thema «Verticalité - Weiterbauen - Costruire nel costruito - Construir en il construì» statt.

Hier finden Sie das freiburgerische Programm in pdf: https://www.fr.ch/sites/default/files/2020-09/jep20_fr_200dpiextraitfr.pdf

Sie finden das vollständige Schweizer Programm unter folgender Adresse: www.nike-kulturerbe.ch/de/hereinspaziertch-denkmaltage/ 

Aufgrund der COVID-19 Pandemie unterliegt der Zugang zu verschiedenen Standorten gewissen Einschränkungen; aktualisierte Informationen finden Sie hier: https://www.fr.ch/sites/default/files/2020-09/jep-covid.pdf

ETD 2020 - Thematischer Schwerpunkt

«Verticalité - Weiterbauen - Costruire nel costruito - Construir en il construì»

Vertikalität wiederspiegelt sich in Kirchtürmen, Wachtürmen, Stadtmauern oder auch in mittelalterlichen Städten und Burgen, die sich oft an dominanten Stellen befinden und als Bezugspunkte in der Landschaft fungieren.
In die Höhe zu bauen erlaubt es zu sehen und gesehen zu werden. Im Zuge der Fortschritte auf dem Gebiet des Bauwesens entstanden im 20. Jahrhundert immer höhere Bauwerke wie Viadukte, Silos, Wassertürme und Dämme. Die Notwendigkeit, Unten und Oben zu verbinden, führte auch zur Erfindung ausgeklügelter technischer Mittel wie Stand- und Luftseilbahnen oder Lifte. Auch der Untergrund ist betroffen, wie Schächte, Minen oder militärische Festungen belegen.
Seit mehreren Jahrhunderten ermöglichen Aufstockungen zudem die Erweiterung der Wohnflächen in den historischen Zentren. Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts setzte sich der Bau von Türmen als ein wirksames Mittel zur Verdichtung in der Bauzone und zur und Minimierung des Bodenverbrauchs durch.
In der Schweiz werden die Europäischen Tage des Denkmals 2020 die verschiedenen Aspekte dieses Themas mit einem reichhaltigen und spannenden Programm illustrieren.
Im Kanton Freiburg finden Besichtigungen und Vorträge an 9 Orten statt, die vielfältige Erlebnisse auf unterschiedlichen Höhen bieten, sowohl hinsichtlich der Art der vorgestellten Denkmäler als auch hinsichtlich ihrer Zugehörigkeit zu Epochen, die vom Mittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts reichen: der Turm der Kathedrale und Glockentürme von Pfarrkirchen sind ebenso zu sehen wie ein kleines Belvedere aus dem 19. Jahrhundert und ein Wasserturm aus den 1950er Jahren. In unseren Voralpen öffnet eine Berghütte ihre Tore, während die Architektur der Glastürme an Vorträgen 
im Vitromusée von Romont thematisiert wird. Murten rückt sein Museum, das in einer alten Mühle untergebracht ist, ins Licht und nutzt die Gelegenheit, um sein kürzlich restauriertes Rathaus zu präsentieren. Schliesslich ist eine Ausstellung der 1606 von Martin Martini geschaffenen Ansicht von Freiburg gewidmet, der für diesen Anlass Luftaufnahmen der Stadt gegenübergestellt werden.

ETD - Rückschau

Die Veranstaltung fand 1984 zum ersten Mal in Frankreich unter dem Titel «Journées Portes ouvertes, Monuments historiques» statt und wurde 1986 von den Beneluxländern übernommen. Seit 1991 wird der Denkmaltag vom Europarat unterstützt. Seit etwa zehn Jahren besuchen fast 20 Millionen Personen jeweils im September rund 32'000 Bauwerke in 47 Ländern. Im Kanton Freiburg nehmen jährlich etwa 2000 Interessierte an diesem Anlass teil.

Jahr Schweizer Thema
2019 Farben
2018 Ohne Grenzen
2017 Macht und Pracht 
2016 Oasen
2015 Austausch – Einfluss
2014 Zu Tisch
2013 Feuer Licht Energie
2012 Stein und Beton
2011 Im Untergrund
2010 Am Lebensweg
2009 Am Wasser
2008 Ein Tag zum Geniessen
2007 Das Holz
2006 Gartenräume – Gartenträume
2005 Vorher : nachher – pflegen, umnutzen, weiterbauen im historischen kontext
2004 Nächster Halt: Denkmaltag – Verkehrswege, Verkehrsbauten und Verkehrsmittel
2003 Schätze aus Glas
2002 Mit Hammer, Laser und Skalpell – Handwerk und Hightech am Denkmal
2001 Wohnen im Baudenkmal
2000 Ein Denkmal steht nie allein. Häuser, Strassen und Plätze im Dialog
1999 Volle Kraft voraus! Verkehr und Energie vom Mittelalter bis heute
1998 Bürger, Bürgerinnen und ihr Staat: Bauten des Bundes, der Kantone und ihrer Repräsentanten
1997 Wie Geistliche leben: Bischofsresidenzen, Klosteranlagen, Pfarrhäuser, Synagogen und Kollegien
1996 Häuser und Gärten in der Stadt und auf dem Lande
1995 Schlösser, Burgen und historische Landsitze