Kulturpolitik des Kantons Freiburg

Der Kanton Freiburg engagiert sich für eine Kulturpolitik, die das künstlerische Schaffen, die Innovationen, den Austausch, den Zugang zur Kultur und die Ausstrahlung seiner kulturellen Institutionen fördert.

M13, Preisträgerprojekt des Architekturwettbewerbs  für das künftige Naturhistorische Museum Freiburg
M13, Preisträgerprojekt des Architekturwettbewerbs für das künftige Naturhistorische Museum Freiburg © Tous droits réservés - ZAMPARO ARCHITECTES SA
Rechtsrahmen

Das Gesetz über die kulturellen Angelegenheiten aus dem Jahr 1991 (KAG) steckt den Rahmen ab, innerhalb dessen das Amt für Kultur der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport eine Palette von Förderinstrumenten umsetzen kann, die hauptsächlich zur Unterstützung des künstlerischen Schaffens dienen. Im Ausführungsreglement (KAR) werden der Perimeter, die Voraussetzungen und die Modalitäten der Förderbeiträge genauer erläutert. Dieses Massnahmenpaket wird mit mehreren von der EKSD erlassenen Richtlinien ergänzt.

Gegenwärtig beteiligt sich der Staat mit Schaffensbeiträgen an der Verbreitung, Animation und Vermittlung. Diese Förderbeiträge werden in der Regel subsidiär zu den Beiträgen anderer Gemeinwesen gewährt. Daneben spielt auch die Loterie Romande eine Schlüsselrolle in der Kulturförderung: Sie ergänzt subsidiär die Finanzmittel der öffentlichen Hand oder unterstützt Projekte, die nicht in den Aufgabenbereich des Staates fallen. Das Engagement für die Kulturförderung reicht über die Kantonsgrenzen hinaus und verschiedene Massnahmen wurden gebündelt; auf Westschweizer Ebene etwa die Finanzhilfe für die Mobilität von Bühnenaufführungen, die Kinoförderung sowie die Förderung zeitgenössischer Musik. Nebst dieser Zusammenarbeit unter den Kantonen wird zunehmend die Zusammenarbeit mit dem Bund oder mit anderen Schweizer Städten (Nationaler Kulturdialog) verstärkt. Ferner wurden mehrere Vereinbarungen zur internationalen Zusammenarbeit unterzeichnet.

Wichtigste Herausforderungen für die kommenden Jahre

In Erfüllung des 2015 von den Grossräten Pierre Mauron und Eric Collomb überwiesenen Postulats über kantonale Subventionen für die Kultur veröffentlichte der Staatsrat im Jahr 2017 einen Bericht, der die Entwicklung des künstlerischen Schaffens im Kanton nachzeichnet.

Der Staatsrat hat in diesem Bericht fünf wesentliche Herausforderungen für die kommenden Jahre im Kulturbereich ausgemacht. Seit 2017 wurden bereits mehrere Initiativen und Massnahmen umgesetzt, wie aus der nachstehenden Prioritätenliste ersichtlich ist.

1. Schaffen, bekanntmachen und verbreiten

Die Kulturfördermassnahmen und Schaffensbeiträge optimieren, den Austausch unter den Kunstschaffenden und die Verbreitung von Freiburgischen Werken verstärken. Die Finanzhilfe sollte in mehreren künstlerischen Bereichen verstärkt werden, um die steigenden Produktionskosten aufzufangen sowie die professionelle Qualität und die Konkurrenzfähigkeit der Freiburgischen Kulturprojekte sicherzustellen.

Im Anschluss an den Bericht umgesetzte Massnahmen:

2. Innovativ sein

Die Interaktion zwischen Kunst und Kreativwirtschaft fördern, den wirtschaftlichen Einfluss der Kultur stärken. Dazu ist eine Zusammenarbeit mit der Volkswirtschaftsdirektion, der Wirtschaftsförderung des Kantons Freiburg, den Berufsfachschulen und den Hochschulen sowie den Unternehmen und Start-ups erforderlich. Zudem sollten auch die Verbindungen zwischen Kultur, attraktivem Wirtschaftsstandort und Tourismus gestärkt werden.

Im Anschluss an den Bericht umgesetzte Massnahmen:

  • Entwicklung öffentlich-privater Partnerschaften, Festlegung der kulturellen Positionierung für BlueFACTORY mit der Anstellung eines Kulturmanagers.
  • Der Staatsrat hat sich für die Einführung von impulsgebenden Massnahmen/Fördermassnahmen ausgesprochen, welche Kultur, Gesellschaft, Kreativwirtschaft, Tourismus und Innovationen verbinden (2019). Realisierung geplant ab 2020.

3. Eine Kultur im Austausch

Der Kreis der interessierten Zielpersonen und der Zugang zur Kultur sowie der kulturelle Austausch sollten erweitert werden, um das soziale Wohlbefinden und den sozialen Zusammenhalt zu fördern. Dabei gilt es insbesondere, die Kultursensibilisierung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern.

Im Anschluss an den Bericht umgesetzte Massnahmen:

  • Ausbau des Kulturvermittlungsprogramms Kultur & Schule (ab 2017) mit einer Partnerschaft mit den Verkehrsbetrieben (2018) und ein Festival für die Schulen (1. Ausgabe im Jahr 2017).
  • Teilnahme am Westschweizer Programm 20 Jahre 100 Franken.
  • Sensibilisierung der Freiburger Gemeinden für die Einführung der KulturLegi von Caritas.
  • Die Loterie Romande führte ein Unterstützungsprogramm zur Kulturvermittlung für Theater, Festivals, Museen usw. ein.
  • Umfrage beim Netzwerk der Freiburger RERO-Bibliotheken, um eine Vision der Freiburger Bibliotheken für 2025 zu erarbeiten.
  • Besserer Zugang zu Informationen über das Kulturangebot (in Vorbereitung).

4. Drei Modellprojekte für die kantonalen kulturellen Institutionen

Die Betriebsbudgets der kulturellen Institutionen beibehalten oder nach Möglichkeit erhöhen, damit sie ihren Auftrag erfüllen können, namentlich im Zusammenhang mit der Bewahrung des Kulturerbes. Drei grosse Investitionsprojekte sind in Gang: Der Ausbau der Kantons- und Universitätsbibliothek, die Verlegung des Naturhistorischen Museums und die Einrichtung eines interinstitutionellen kantonalen Kulturgüterdepots (SIC). Zudem ist eine räumliche Neuorganisation des Konservatoriums geplant, um die Qualität der Unterrichtsbedingungen sowie der Zugang zur Musik und die entsprechende

Im Anschluss an den Bericht umgesetzte Massnahmen:

5. Freiburg, ein Kulturraum

Die Ausstrahlung der Freiburger Kultur fördern und die Koordination unter den Kulturanbietern auf kantonaler wie nationaler Ebene verbessern.

Im Anschluss an den Bericht umgesetzte Massnahmen:

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