Strassenverkehrsunfälle, die durch Drittpersonen verursacht worden sind, sind Straftaten. Die Opferhilfe kann den Opfern und ihren Angehörigen Dienstleistungen anbieten, falls eine Körperverletzung oder ein tödlicher Unfall vorliegt.

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Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen:

Wer bezahlt die Kosten?

Heilungs- und Transportkosten wie die Kosten für die Arzt- und Spitalbehandlungen, die Ambulanz sowie für weitere ärztlich verordnete Therapien werden für ArbeitnehmerInnen  von Ihrer Unfallversicherung, oder andernfalls von der Krankenkasse gedeckt. Wir empfehlen, den Unfall rasch der Versicherung zu melden und ihr sämtliche Rechnungen zu schicken. Die zuständige Versicherung wird diese Rechnungen bezahlen und dann mit der Haftpflichtversicherung des unfallverursachenden Fahrzeuges abrechnen.

Weitere Schäden und Kosten, die durch den Unfall verursacht wurden, müssen bei der Haftpflichtversicherung des unfallverursachenden Fahrzeuges geltend gemacht werden. Dabei geht es oft  um:

  • Schäden am Fahrzeug
  • beschädigte Kleidung, Brillen, persönliche Gegenstände
  • Lohn- oder Einkommenseinbussen
  • Haushaltsschaden
  • Telefon- und Fahrspesen
  • allfällige Selbstbehalte und Franchisen der Krankenkasse

Unter gewissen Umständen haben Personen, die schwere Verletzungen erlitten haben, Anrecht auf eine Genugtuungssumme von der Haftpflichtversicherung.

Entschädigungs- und Genugtuungsforderungen müssen innert einer Frist von zwei Jahren nach dem Unfall beim zuständigen Zivilgericht geltend gemacht werden, falls keine aussergerichtliche Einigung mit der Haftpflichtversicherung erzielt werden kann.

Das Opfer, das einer Unfallversicherung angeschlossen ist, kann bei dieser im Falle einer dauernden physischen oder psychischen Beeinträchtigung eine angemessene Integritätsentschädigung beantragen.

Was sagt die Justiz?

Nach einem Verkehrsunfall werden Polizei und Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung einleiten.

Bei schweren Unfällen handelt es sich um Offizialdelikte. Das bedeutet, dass die Strafjustiz den Unfallablauf untersucht, die Schuld des Unfallverursachers oder der Unfallverursacherin beurteilt und das Strafmass festlegt, auch wenn Sie keine Anzeige gemacht haben. Falls Sie am Strafverfahren teilnehmen wollen und damit über die Entscheide der Behörden informiert werden wollen, Zugang zu den Akten wünschen und sich im Rahmen des Verfahren äussern wollen, können Sie sich als Kläger im Straf- und Zivilpunkt beteiligen. Sie müssen diesen Wunsch entweder schon direkt bei der Polizei äussern oder aber mit einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft mitteilen. Die gesetzlichen Fristen dafür hängen von den Umständen ab. Es ist darum empfehlenswert, dies innerhalb der kürzesten Frist von drei Monaten nach dem Unfall zu tun.

Brauche ich  einen Anwalt?

Wenn es um einen tödlichen Unfall oder um schwere Körperverletzung mit längerer Arbeitsunfähigkeit geht, ist es empfehlenswert, einen Anwalt zu beauftragen.

In den anderen Fällen hängt der Entscheid von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem die Höhe des Schadens und die Anerkennung der Haftung durch die Haftpflichtversicherung des unfallverursachenden Fahrzeugs. Diese Versicherung wird die Anwaltskosten nur übernehmen wenn sie den Beizug eines Anwaltes für notwendig hält. Dieser Grundsatz gilt auch für die unentgeltliche Rechtspflege und die Opferhilfe. Wenn die Verantwortlichkeiten und die Haftung klar und der Schaden gering sind, ist es nicht notwendig, einen Anwalt zu mandatieren.

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