Grossflächige Holzschläge zur Gewährleistung der Sicherheit der Bevölkerung

28. April 2021 -15h59

Angesichts des Klimawandels werden unsere die Wälder auf eine harte Probe gestellt. Das Amt für Wald und Natur (WNA) ist mit zunehmenden Schäden im Wald konfrontiert, die durch die wiederholten Trockenperioden der letzten Jahre im gesamten Kantonsgebiet und vor allem unter 1000 m. ü. M. aufgetreten sind. Neben den geschwächten Fichtenbeständen, die vom Borkenkäfer befallen werden, haben wir jetzt auch Buchenbestände mit teilweise oder ganz abgestorbenen Baumkronen und immer mehr kranke Eschen (Eschenwelke). Das Risiko von Unfällen durch umfallende Bäume und herabfallende grosse, abgestorbene Äste, ist somit in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Der besorgniserregende Gesundheitszustand der Wälder entlang einiger vielbefahrenen Strassen- und Wegabschnitten und die zunehmende Besucherzahl der Wälder zwingen die Waldbewirtschafter zu vergleichsweise starken Holzschlägen, die sichtbare Auswirkungen auf das Landschaftsbild haben. Die Waldbesitzer ergreifen in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des WNA Massnahmen, damit sich die Freiburger Wälder an den Klimawandel anpassen können und die Bevölkerung noch lange unsere wundervollen Wälder bewundern und besuchen kann.

Forêt - Wald, bois de la Faye, Granges-Paccot © 2018 Etat de Fribourg – Staat Freiburg, photo MC Müller

Die aktuellen klimatischen Bedingungen und deren Zukunftsprognosen stellen eine echte Bedrohung für die Buchen- und Fichtenwälder dar, die zusammen mit den kranken Eschenbeständen fast zwei Drittel der kantonalen Waldfläche ausmachen. Die Förster des Kantons müssen immer mehr Trockenheitsschäden in sehr sensiblen Gebieten feststellen, in denen die Naherholung ein wichtiger Bestandteil der Waldfunktionen ist. In diesen Erholungswäldern hat die Sicherheit der Waldbesucherinnen und Waldbesucher höchste Priorität. Im Jahr 2021 wurden bereits mehrere grossflächige Holzschläge ausgeführt, zum Beispiel um den Abschnitt der Kantonsstrasse zwischen Courtepin und Courlevon zu sichern, oder bei Schmitten im Ochseriedholz, um Besuchern jeden Alters einen sicheren Spaziergang in ihrem Lieblingswald zu ermöglichen.

Bei den Fällarbeiten von dürren Bäumen, sogenanntem Totholz, sind die Forstequipen einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Aufgrund der besonderen Sicherheitsvorkehrungen sind diese Arbeiten mit beträchtlichem Mehraufwand verbunden. Daher können solche Holzschläge von einer finanziellen Unterstützung durch den Kanton profitieren. Bereits im Jahr 2020 wurden spezifische Schulungen für die Forstequipen durchgeführt.

Bei den Sicherheitsholzschlägen kommt es zu offensichtlichen Einflüssen auf das Landschaftsbild, die manchmal als Kahlschlag oder gar Rodung interpretiert werden. Die alten, gefällten Bäume werden durch junge Bäume ersetzt, welche im Sinne des naturnahen Waldbaus möglichst aus der Naturverjüngung aufwachsen sollen. Durch die so entstandenen Öffnungen im Kronendach fällt mehr Licht auf den Boden. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um eine grössere Vielfalt an Baum- und Straucharten zu fördern. So finden sich in unseren Wäldern dank solchen Verjüngungsschlägen immer mehr trockenheitsresistente Holzarten wie die Eiche, der Spitz- und Feldahorn oder die Linde. Diese Vielfalt in unsere Wälder einzubringen ist essentiell, denn nur so können wir den Wald für den Klimawandel rüsten. Gerade bei Schutzwäldern könnte es zu grossen Freiflächen kommen und eine Schutzwirkung gegen Lawinen, Überschwemmungen oder Steinschlag nicht gewährleistet sein. Das WNA möchte hier die hohe Bedeutung der aktiven Waldbewirtschaftung zur Sicherung sensibler Gebiete hervorheben.

Wie jeweils nach Stürmen rät das WNA auch aktuell zur Vorsicht bei einem Aufenthalt in Wäldern und warnt vor der Gefahr durch herabfallende Äste oder durch umstürzende Bäume, welche von den klimatischen Bedingungen der Vorjahre geschwächt sind. Es wird empfohlen, die markierten Strassen und Wege nicht zu verlassen. Bei Forstarbeiten sind die bestehenden Sicherheitshinweise (Sperrung von Strassen und Waldwegen, Abgrenzung der Arbeitsbereiche) unbedingt zu beachten.