Rindertuberkulose - Die Schweiz soll tuberkulosefrei bleiben

12 April 2013 - 15H15

Nach der Entdeckung der Krankheit am 4. März bei einer Kuh ist zum jetzigen Zeitpunkt im Kanton Freiburg keine Ansteckung der Bovinen Tuberkulose beim Menschen festgestellt worden. Der Bewirtschafter, dessen gesamte Herde getötet wurde, wird einen neuen Rinderbestand erwerben und damit den landwirtschaftlichen Betrieb wieder aufnehmen. Das Ziel des Veterinärdienstes Schweiz ist es, das Land von der Krankheit frei zu halten.

Das Kantonsarztamt und das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (LSVW) zogen heute Bilanz zu den Fällen von Boviner Tuberkulose, die seit März auf zwei Landwirtschaftsbetrieben im Gibloux festgestellt worden sind. Die in den vergangenen Wochen vorgenommenen Untersuchungen der betroffenen Personen fielen alle negativ aus. Bis heute wurde beim Personal, das mit den infizierten Tieren in engem und langfristigem Kontakt stand, kein Fall nachgewiesen.

Das Kantonsarztamt bleibt wachsam und ordnet weiterhin Untersuchungen bei allen Personen an, die gemäss den Nachforschungen des LSVW in direktem Kontakt mit den kranken Tieren waren. Die Milchprodukte können bedenkenlos konsumiert werden.

Für betroffene Landwirte oder solche, die noch die Analyseergebnisse abwarten, ist die Situation schwer zu ertragen. Sie sind sowohl wirtschaftlich als auch emotional stark betroffen.

Der Landwirt, dessen Rinder getötet wurden, gründet gerade eine neue Herde, indem er neue Tiere erwirbt. Er kann seine berufliche Aktivität in drei Wochen wieder aufnehmen, sobald die Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten abgeschlossen sind.

Im Kanton Freiburg mussten 91 Tiere getötet werden, die an Boviner Tuberkulose erkrankt waren. Nachdem die positiv getesteten Rinder der Betriebe, auf denen die Krankheit ausgebrochen war, beseitigt wurden, wird die Untersuchung auf die Kontaktbetriebe ausgeweitet, deren Rinder mit den Rindern der Ursprungsbetriebe in Kontakt gewesen sein könnten.

Derzeit sind schweizweit rund 120 Betriebe in gut zehn Kantonen betroffen. Die Untersuchungen, die in Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden (Bundesamt für Veterinärwesen und Bundesamt für Gesundheit) in den verschiedenen Betrieben durchgeführt werden, nehmen noch einige Wochen in Anspruch. Neue Informationen werden bekanntgegeben, sobald die Ergebnisse der verschienen Analysen vorliegen.

Die Situation ist zurzeit unter Kontrolle und der Veterinärdienst Schweiz ergreift die nötigen Massnahmen, damit die Schweiz weiterhin als ein tuberkulosefreies Land eingestuft bleiben kann. Zum Vergleich, in den Nachbarländern (Österreich, Deutschland, Frankreich und Italien) kann die Krankheitsrate der Herden bis zu 5 % erreichen. Der Schweizer Nutztierbestand gilt seit 1960 als tuberkulosefrei.