Der Preis zum Tag der Zweisprachigkeit geht an die Hochschule für Gesundheit Freiburg

21. September 2019 -11h00

Mit dem Preis zum Tag der Zweisprachigkeit werden vier Projekte ausgezeichnet, die an Freiburger Schulen ausgearbeitet wurden. Der 1. Preis geht an die Hochschule für Gesundheit Freiburg für ihre neue zweisprachige Pflegeausbildung, bei der die Hälfte der Kurse auf Französisch und die andere Hälfte auf Deutsch stattfindet. Die OS Düdingen und die Landwirtschaftsschule Grangeneuve erhalten zusammen den 2. Preis. Ein Sonderpreis der Jury geht an die beiden Lehrerinnen der Klassen 7H und 8H der Schule Vignettaz in Freiburg. Die Preise wurden am Samstag, 21. September 2019 im Rahmen des Rendez-vous bilingue in Freiburg von Staatsrat Didier Castella vergeben.

Die Gewinner des Preis zum Tag der Zweisprachigkeit 2019
Von l. nach r., oben, B. Altermatt, Didier Castella, N. Linder und Ch. Clément (LIG); mitte, L. Baeriswyl (OS Düdingen), M. Repond (Vignettaz), R. Osterwalder, E. Schorro, N. Viens Python und zwei Studentinen (HEdS-FR) © Tous droits réservés - SAINEC

Mit dem Preis zum Tag der Zweisprachigkeit werden jedes Jahr Aktionen zugunsten einer gelebten Zweisprachigkeit ausgezeichnet. Dieses Jahr richtete sich der Wettbewerb insbesondere an Bildungseinrichtungen. Zur Jury gehörten Susanne Obermayer, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Mehrsprachigkeit der UniFR, und Virginie Borel, Direktorin des Forums für die Zweisprachigkeit.

Die Hochschule für Gesundheit Freiburg (HEdS-FR) erhält den Preis zum Tag der Zweisprachigkeit für ihre neue zweisprachige Ausbildung in Pflege. Die im Herbst 2018 eingeführte Ausbildung erfolgt zu je 50 % auf Deutsch und Französisch. Bis anhin erhielten die Studierenden den Zusatz «Zweisprachig», wenn sie zwei Semester in der anderen Sprache studierten. Ziel der neuen Ausbildung ist nicht nur, zweisprachiges Pflegepersonal auszubilden, sondern auch den Austausch zwischen den beiden Sprachkulturen unter Studierenden und Lehrpersonen zu fördern. Mit diesem 1. Preis wollte die Jury eine wichtige Initiative auszeichnen, mit der die sehr aktuelle Herausforderung der Ausbildung von zweisprachigem Pflegepersonal bewältigt werden soll. Sie knüpft an die Bemühungen des HFR zugunsten der Zweisprachigkeit an, wie die Sprachtandems und der Personalaustausch mit dem Inselspital. Ein Video, in dem das Projekt der HEdS-FR vorgestellt wird, steht online zur Verfügung.

Gemeinsamer 2. Preis
Die OS Düdingen und das Landwirtschaftliche Institut Grangeneuve erhalten gemeinsam den 2. Preis des Wettbewerbs. Die OS Düdingen hat ein Konzept zur Förderung der Zweisprachigkeit eingeführt, das auf vier Säulen beruht: einer Französischwoche, Einzelaustauschen mit Schülerinnen und Schülern der OS Vivisbach, Klassenaustauschen mit dem französischsprachigen Kantonsteil und französischsprachigem Unterricht in bestimmten Fächern, durch Immersion. Die Jury schätzt insbesondere die Vielfalt an Instrumenten, die eingeführt wurden, um so viele Schülerinnen und Schüler wie möglich zu erreichen.

Seit 2017 bietet das Landwirtschaftliche Institut Grangeneuve eine zweisprachige Klasse für die Landwirtinnen und Landwirte EFZ im 3. Lehrjahr an. Es handelt sich um die einzige Klasse dieser Art in der Schweiz und sie erfüllt die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler, die ihre Ausbildung an einer FH, z. B. der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften Zollikofen, fortsetzen möchten. Die Jury wollte mit diesem Preis ein langfristiges Vorgehen würdigen, bei dem die Sprache in der dualen Ausbildung gefördert wird. Sie hebt hervor, dass die Lehrpersonen während dem Unterricht beide Sprachen verwenden. Online steht ein Video über die zweisprachige Klasse von Grangeneuve zur Verfügung.

Sonderpreis der Jury
Besonders am Herzen lag der Jury das zweisprachige Theaterstück Zapping der beiden deutschsprachigen Klassen 7H und 8H der Vignettaz-Schule in Freiburg. Die Schülerinnen und Schüler haben eigene Szenen auf Deutsch und Französisch zum Originalstück hinzugefügt und einen Werbespot gedreht und geschnitten, in dem sie selber mitspielen. Die Jury begrüsst die Kreativität der Schülerinnen und Schüler sowie die Einführung der Partnersprache im Rahmen eines Schulprojekts.

Die Preise wurden am Samstag, 21. September 2019 von Staatsrat Didier Castella, Direktor der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft, anlässlich des Rendez-vous bilingue in Freiburg vergeben. Der 1. Preis ist mit 1'000 Franken dotiert, die Zweitplatzierten sowie die Gewinner des Sonderpreises der Jury erhalten einen Betrag von je 500 Franken. Die Preise werden teilweise durch die Beiträge für mehrsprachige Kantone finanziert, die der Kanton Freiburg vom Bund erhält.

Neue Ausgabe des Wettbewerbs
Der Wettbewerb zum Tag der Zweisprachigkeit 2020 ist bereits eröffnet. Er richtet sich an alle Schulen und Institutionen des Kantons Freiburg. Die Dossiers zu den Beiträgen (Projektbeschrieb, Zielpublikum, Anzahl involvierter Personen, Ziele, Ergebnisse, Originalität, einmaliges oder langfristiges Projekt) müssen bis am 31. Mai 2020 in elektronischer Form an info@fri2frei.ch oder auf dem Postweg an Wettbewerb zum Tag der Zweisprachigkeit, ILFD, Liebfrauengasse 2, Postfach, 1701 Freiburg, eingereicht werden.

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