Zusammenlegung der Labors im Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

15. Dezember 2010 -10h15

Ab dem 1. Januar 2011 werden das Labor des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen und das an Sanima angegliederte Freiburgische Agro-Lebensmittellabor, Veterinärmedizinische Einheit, vereint. Mit dieser Zusammenlegung baut der Kanton Freiburg ein Kompetenzzentrum auf, das fähig ist, die für die offiziellen Kontrollen notwendigen Untersuchungen im Veterinär- und Lebensmittelbereich durchzuführen. 

Diese Zusammenlegung erfolgt aus der Änderung der Ausführungsverordnung zum Gesetz über die Nutztierversicherung, die am 14. Dezember 2010 vom den Staatsrat angenommen wurde, und folgt auf den Grundsatzentscheid vom August 2010, das Labor des Amtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (LSVW), ehemals Bestandteil des Kantonalen Labors, und das Freiburgische Agro-Lebensmittellabor, Veterinärmedizinische Einheit (FALL-VE), zusammenzuführen.

Das FALL-VE wurde 1962 von den Viehversicherungskassen gegründet und wurde bisher durch die Nutztierversicherungsanstalt Sanima verwaltet, die die volle finanzielle Verantwortung trug. Das FALL-VE ist nach der Norm ISO/CEI 17025 akkreditiert und ist insbesondere mit den Analysen im Rahmen der Tierseuchenbekämpfung beauftragt. Das Labor führt ausserdem mikrobiologische Fleischuntersuchungen sowie parasitologische und bakteriologische Analysen durch (Euterenzündungen, Untersuchung auf Krankheitserregern in von den Tierärzten entnommenen Proben). Das Labor steht unter der Leitung von Anja Bee. Sie ist Doktorin der Veterinärmedizin und spezialisiert im Bereich Diagnostik. Das FALL-VE arbeitet seit Jahren eng mit dem LSVW zusammen.

Das LSVW seinerseits verfügt über eine Sektion mit einem akkreditierten Labor (ISO/CEI 17025), das auf chemisch-physikalische sowie mikrobiologische Untersuchungen aller Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände (Verpackungen, Kosmetik, Textilien, Schmuck) spezialisiert ist. Dieses Labor wurde 1893 gegründet und ist daher seit langer Zeit tätig. Es führt sowohl Analysen von Trinkwasser durch, das im Kanton Freiburg bereitgestellt wird, als auch Analysen im Rahmen der Überwachung von Lebensmitteln und Gebrauchsgegenständen, die im Kanton hergestellt, verarbeitet oder in Umlauf gebracht werden. Dazu zählen Untersuchungen der chemischen und physikalischen Zusammensetzung (Wasserhärte, Fettgehalt, Nitrate, Zusatzstoffe), Rückstandsuntersuchungen (Pestizide), Untersuchungen auf Mikroorganismen im Zusammenhang mit der Lebensmittelsicherheit (Listeria monocytogenes, Salmonellen) und der Prozesshygiene (Escherichia coli).

Der Staat übernimmt mit dieser Zusammenlegung 5,1 Vollzeitäquivalente sowie Einrichtungen und Material im Wert von etwa 180'000 Franken. Die finanziellen Auswirkungen wurden bereits ins Budget 2011 integriert.

Einzigartiges Kompetenzzentrum
Die Zusammenlegung der beiden Labors betrifft in erster Linie den Sektor Biologie (im Lebensmittel- und Veterinärbereich) und erlaubt es, eine grosse Palette an Dienstleistungen anzubieten. Der neuen Einheit wird ein interdisziplinäres und leistungsfähiges Team von 14 Personen (7,6 Vollzeitäquivalente und drei Auszubildende) zur Verfügung stehen, das von einer Zusammenführung von sich ergänzendem Fachwissen profitieren wird und zum Ziel hat, ein im Kanton Freiburg in seiner Art einzigartiges Kompetenzzentrum zu entwickeln. Die neue Organisation erlaubt es zudem, die laufenden Kosten zu senken, da die Analysen sowie der Kauf von Material und von Analyse Kits rationalisiert werden können.

Für den Kanton Freiburg ist es wichtig, über leistungsfähige Labors zu verfügen, sei es im Bereich der chemisch-physikalischen Analysen oder im Bereich der biologische Analysen, da die Primärproduktion und die Verarbeitung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs (Milch- und Fleischprodukte) in der kantonalen Wirtschaft einen hohen Stellenwert einnehmen.

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