Eine Annahme der Änderung des Tierseuchengesetzes ist wichtig für die kantonale Wirtschaft

29. Oktober 2012 -11h30

Die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft empfiehlt den Freiburger Bürgerinnen und Bürgern, am kommenden 25. November die Änderung des eidgenössischen Tierseuchengesetzes anzunehmen. Die Vorlage verbessert die gesetzlichen Grundlagen der Tierseuchenprävention in einem Kanton, in dem die Rindviehzucht und die Milchproduktion von grosser Bedeutung sind.

Das geltende Tierseuchengesetz des Bundes stammt aus dem Jahr 1966 und muss aktualisiert werden, denn der Text ist hauptsächlich auf die Bekämpfung, Ausrottung und Überwachung von Tierseuchen ausgerichtet. Mit der Globalisierung, einer erhöhten Mobilität sowie der Klimaerwärmung steigt das Risiko, dass neue Krankheiten auftauchen oder alte wieder in unser Land gebracht werden. Die vorgesehenen Änderungen legen den Fokus auf die Prävention und die Verbesserung der Tiergesundheit, einer Voraussetzung für das Wohlergehen von Nutztieren.

Mit rund 136'000 Stück Vieh, davon 52'000 Milchkühen, die auf 2000 Landwirtschaftsbetriebe verteilt sind, ist der Rindviehbestand im Kanton Freiburg beträchtlich. Die Milchwirtschaft generiert Tausende von Arbeitsplätzen in der Produktion und der Verarbeitung. Spezialitäten wie der Gruyère AOC und der Vacherin fribourgeois AOC sind die Aushängeschilder der Freiburger Wirtschaft, genauso wie die Fleisch- oder Schokoladespezialitäten. Die im Agrar- und Lebensmittelsektor tätigen Freiburger Unternehmen verarbeiten über 20 % der von der Schweizer Bevölkerung jährlich konsumierten Nahrungsmittel. Die landwirtschaftliche Produktion des Kantons Freiburg hängt zu fast 60 % von der Tierproduktion ab. Die Annahme der Änderung des Tierseuchengesetzes ist wichtig für die kantonale Wirtschaft. Die ILFD lädt die Freiburger Bürgerinnen und Bürger deshalb ein, sich bei der Abstimmung vom 25. November in diesem Sinne zu äussern.

Mit der Revision des TSG wird auch die Finanzierung von Bekämpfungsprogrammen schweizweit geregelt. So ist beispielsweise die Schlachtabgabe, welche die Viehhandelsabgabe ablöst, für die Finanzierung der Präventionsmassnahmen auf Bundesebene bestimmt, ohne jedoch eine zusätzliche Belastung für die Branche darzustellen. Des Weiteren wird das Engagement im Bereich der Bienengesundheit durch die Professionalisierung und Intensivierung der Ausbildung der Bieneninspektoren gestärkt. Der Bund hat die Möglichkeit zur Beschaffung und zur unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Impfstoffen und zum Betrieb von Impfstoffbanken. Die Revision beinhaltet jedoch keine Änderungen im Zusammenhang mit Impfprogrammen (Zwangsimpfungen) oder desgleichen. Diese Massnahmen sind bereits im existierenden Gesetz enthalten.

Ähnliche News