Interkantonaler Tag der Betreuenden Angehörigen: Aufschaltung der kantonalen Freiburger Hotline für betreuende Angehörige «Proch-écoute/An-gehör-ige»

28. Oktober 2020 -13h45

«Mit dir kann ich…» Anlässlich des Interkantonalen Tags der Betreuenden Angehörigen vom 30. Oktober 2020 dankt die Direktion für Gesundheit und Soziales den betreuenden Angehörigen für ihren Einsatz. Gemeinsam mit dem Verein Pflegende Angehörige - Freiburg (PA-F) und mit Unterstützung der Loterie Romande lanciert sie eine spezielle Hotline für die betreuenden Angehörigen des Kantons Freiburg: Proch-écoute/An-gehör-ige, T +41 58 806 26 26.

Interkantonaler Tag der betreueunden Angehörigen - 30. Oktober
Interkantonaler Tag der betreueunden Angehörigen - 30. Oktober © Alle Rechte vorbehalten

Anlässlich dieses Tages lancieren die Direktion für Gesundheit und Soziales (GSD) und der Verein Pflegende Angehörige - Freiburg (PA-F) eine Hotline für die betreuenden Angehörigen des Kantons Freiburg: Proch-écoute/An-gehör-ige hört den betreuenden Angehörigen zu, informiert und berät sie über die Leistungen des sozial-gesundheitlichen Netzwerks, die ihren Bedürfnissen am besten entsprechen. Die Hotline wird am Tag der betreuenden Angehörigen vom 30. Oktober aufgeschaltet.

T +41 58 806 26 26
Zeiten: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag, 14 bis 18 Uhr

Zwei Werbespots werden auf den sozialen Netzwerken des PA-F und der institutionellen Projektpartner verbreitet. Verschiedene Videobeiträge werden die Herausforderungen der Hotline durch Erfahrungsberichte von vier betreuenden Angehörigen aufzeigen, die auf der Bühne von Künstlerinnen und Künstlern des Théâtre Playback Roman…d interpretiert werden.

Das von der GSD beauftragte und von der Loterie Romande unterstützte Projekt wurde in einem partizipativen Verfahren vom PA-F und unter Mitarbeit von elf Freiburger Organisationen entwickelt, die im Bereich betreuende Angehörige aktiv sind. Für komplexe Fälle bietet der PA-F persönliche Gespräche an.

Umfassende, persönliche und hochwertige Informationen und ein offenes Ohr für die betreuenden Angehörigen

Das Projekt basiert auf der Feststellung, dass Zuhören und Beratung trotz zahlreichen Informationsquellen die wichtigsten Bedürfnisse der betreuenden Angehörigen sind. Manchmal fühlen sich betreuende Angehörige mit der Masse an Informationen überfordert, da sie ihrem Bedürfnis nach einer einfach und rasch zugänglichen, umfassenden, individuellen und hochwertigen Information so gar nicht entspricht.

Die Aufschaltung einer Hotline für betreuende Angehörige beruht auch auf dem Bedarf nach einem Ansprechpartner, der sich ihren spezifischen Bedürfnissen annimmt. Die Hotline kann zudem Unterstützung leisten und damit Erschöpfungszuständen der betreuenden Angehörigen angesichts der Schwierigkeiten bei der alltäglichen Betreuung ihrer Angehörigen vorgreifen. Die Hotline Proch-écoute/ An-gehör-ige ist damit eine wichtige Ressource, die den betreuenden Angehörigen zuhört, ihre Bedürfnisse ermittelt und dadurch Erschöpfung und Überlastung vorbeugt. Mehr Informationen sind ab dem 30. Oktober auf der Website der Hotline zu finden: www.proch-ecoute.ch.

Erfahrungsberichte von betreuenden Angehörigen zeigen die Vielfalt der Bedürfnisse, mit denen die Hotline Proch-écoute/An-gehör-ige konfrontiert sein wird. 
(Auszüge der Dreharbeiten mit der Theatergruppe Playback Roman…d

  • Carole, Mutter eines schwer verunfallten Sohnes, betont, dass eine solche Hotline den Bedürfnissen der betreuenden Angehörigen entsprechen kann, da sie ein offenes Ohr hat für die unterschiedlichen Etappen und Entwicklungen der alltäglichen Betreuung: «Diese Hotline ist dermassen wichtig, auch wenn es nur kleine Details im Alltag sind, von denen man sagt: «Das sage ich niemanden, damit komme ich allein zurecht». Wir tragen täglich eine mentale Last, und mit jemandem der Hotline zu reden, nimmt einem einen Teil dieser Last ab.»
  • Jean-Marie, Vater eines Sohnes mit Behinderung und psychischen Störungen, sieht eine solche Hotline als Unterstützung dabei, die eigene Rolle bei der Betreuung von Angehörigen zu verstehen und sich dabei selbst vor Krisensituationen im Alltag zu schützen: «Eine Hotline muss konkret über die genaue Rolle eines Angehörigen orientieren können, und dabei stets betonen, dass die Betreuenden sich selbst schützen müssen. Denn man darf nicht vergessen, dass das alles eine äusserst emotionale Angelegenheit ist!» 
  • Gemäss Jacqueline, deren Ehemann an vaskulärer Demenz leidet, kann eine solche Hotline dabei helfen, die eigenen Grenzen zu ermitteln und Abstand zu nehmen, was für die eigene Gesundheit wichtig ist. «Es braucht Mut, sich mitzuteilen, zu kommunizieren, auch wenn uns das Leben manchmal harte Prüfungen auferlegt. Und man muss ehrlich mit sich selbst sein und sich stets fragen: Respektiere ich mich selbst noch genug, um unter diesen Umständen weiterzumachen? In solch nachdenklichen Momenten kann die Hotline Hilfe und Rückhalt sein.»