Psychische Gesundheit von Jugendlichen: die Wichtigkeit von Meinungsäusserung und Anhörung

7. Januar 2020 -10h32

Den Schweizer Jugendlichen geht es recht gut, jedoch sind auch sie nicht vor psychischen Erkrankungen gefeit. Angesichts ihrer Lebensereignisse haben Jugendliche das Bedürfnis, ihre Meinung zu äussern und angehört zu werden.

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Schätzungen zufolge ist in der Schweiz jede/r Zweite in ihrem oder seinem Leben mindestens einmal punktuell oder dauerhaft von einer psychischen Störung betroffen. Psychische Gesundheit ist keinesfalls gegeben, sondern wird im gesamten Lebensverlauf auf die Probe gestellt, sowohl bei Erwachsenen als auch Jugendlichen.

Welche Risikosituationen gibt es?

Studien bei Jugendlichen zeigen, dass sie oft mit Ängsten und schulischem Erfolgsdruck konfrontiert sind. Zudem ist die Adoleszenz eine kritische Lebensphase, in der sich der Körper ständig verändert, und welche die Jugendlichen beim Erlangen von Selbstvertrauen auf eine harte Probe stellt. Weitere Erlebnisse, wie die ersten sexuellen Erfahrungen, Scheidung der Eltern oder Tod eines Angehörigen, können auch für die psychische Gesundheit schwierige Belastungstests sein.

Welche Alarmsignale gibt es?

Hier eine nicht abschliessende Liste der häufigsten Alarmsignale:

  • Stimmungsveränderungen (schlechter Gemütszustand, übermässige Freude, Nervosität, Reizbarkeit, Besorgnis)
  • Schlafstörungen (Schwierigkeiten, abends einzuschlafen oder morgens aufzustehen)
  • Appetitverlust
  • Motivationsverlust
  • Keine Lust, mit anderen zusammen zu sein
  • Verworrene Ideen
  • Geringes Vertrauen in Angehörige
  • Gefühl, verfolgt zu werden
  • Trübe Gedanken und Unwohlgefühl im eigenen Körper
  • Angst vor Kontrollverslust
  • Gefühl, nicht mehr «wie früher» zu sein

Wo Hilfe finden?

Das Schulpersonal schafft einen gesunden und wohlwollenden Ort des Lernens und spielt bei der Entwicklung des persönlichen Wohlbefindens eine tragende Rolle. Doch auch die Familie ist für diese Entwicklung zentral. Es ist wichtig, dass die Jugendlichen über ihre Probleme reden und ihrem Umfeld Fragen stellen: Familie, Lehrpersonen, Schulmediatorinnen oder ‑mediatoren. Sie können die Jugendlichen bei Bedarf an Fachpersonen weiterleiten.

 

Über Probleme, Ängste und negative Gefühle zu reden, ist der erste Schritt zur Besserung. Tust du nichts, werden die Sorgen immer drängender, und du kannst ernsthaft krank werden. Es ist darum wichtig, darüber zu reden, wenn es dir nicht gut geht.
Wie geht's dir?

Anlässe der von psygesundheit durchgeführten Kampagne zur Förderung der psychischen Gesundheit
  • 4-jährige Kampagne zur Förderung der psychischen Gesundheit
  • 21-tägige Kampagne zur psychischen Gesundheit in den öffentlichen Verkehrsmitteln, ab 6. Januar 2020 in den lateinischen Kantonen (ausser Genf), ab 8. Januar 2020 auch in Genf
  • «Storytelling» von psygesundheit mit Illustrationen von Nidonite auf der Website psygesundheit oder auf der Facebook-Seite
  • Konferenz vom 17. März 2020 im CHUV (Universitätsspital Lausanne) «Promouvoir la santé psychique des jeunes. Das Kolloquium wird in Zusammenarbeit von psygesundheit und #MOICMOI organisiert.
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