Mit dem schönen Wetter kommen auch die Zecken wieder ‒ ein wirksamer Schutz ist unerlässlich

8. April 2019 -10h21

Zecken können insbesondere Borreliose (Lyme-Krankheit) oder Zeckenenzephalitis (Frühsommer-Meningoenzephalitis, FSME) übertragen. Infolge der Ausdehnung der FSME-Risikogebiete in der Schweiz wird empfohlen, Massnahmen zum Schutz vor Zeckenstichen zu treffen.

Tique
Le physique d'une tique © Tous droits réservés - Laboratoire Spiez

Tipps zur Vorbeugung von Zeckenstichen 
Nach einer Art Winterschlaf sind die Zecken wieder im Anmarsch. Ihr bevorzugter Lebensraum sind mittelgradig feuchte Stellen. Oft denkt man dabei ans Unterholz oder an ländliche Gebiete, man findet die Zecke aber auch in städtischen Grünräumen und in einer Höhe von bis zu 2000 m ü. M.

Ein Expositionsrisiko besteht für Personen, die einem Beruf (Land-, Forstwirtschaft o. ä.) oder einer Freizeitaktivität im Freien nachgehen. Um Zeckenstiche zu vermeiden, empfiehlt es sich, gut abschliessende Kleidung zu tragen. Zudem erleichtert helle Kleidung das Erkennen von Zecken. Wer die Socken über die Hosen stülpt, verhindert, dass die Zecken unter die Kleidung gelangen. Auch Insektenschutzmittel für die Haut sind empfehlenswert.

Zecken können Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen 
Bei den von Zecken übertragenen Infektionskrankheiten sind in der Schweiz vor allem Borreliose und FSME von Bedeutung. Krankheiten wie die Tularämie sind hierzulande seltener.

Die Borreliose (Lyme-Krankheit) ist eine Infektion, die durch Bakterien verursacht wird. Das Bundesamt für Gesundheit geht davon aus, dass in der Schweiz jährlich 10 000 Personen an einer Borreliose erkranken. Im Falle einer Infektion können z. B. die Haut, die Gelenke, das Nervensystem oder das Herz befallen sein. Erstes Symptom der Erkrankung kann eine örtliche Rötung an der Stichstelle sein. Eine Borreliose kann durch die Abgabe und Einnahme von Antibiotika behandelt werden. Unerkannt oder ungenügend behandelt, können sich als Folge einer Borreliose bleibende Behinderungen ergeben. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Vorbeugung ist der einzige Schutz.

FSME wird durch das gleichnamige Virus hervorgerufen. Die Infektion bleibt häufig unbemerkt und die Erkrankung verläuft typischerweise in zwei Phasen: einer ersten mit grippalen Symptomen und einer zweiten mit neurologischen Beschwerden wie Kopfschmerzen, Lichtscheue, Schwindel, Konzentrations- und Gehstörungen. Es können Lähmungen der Arme, Beine oder Gesichtsnerven auftreten und zu bleibenden Behinderungen führen. In zirka 1 % der Fälle mit neurologischen Symptomen führt die Krankheit zum Tod. Mehrere Jahre lang galten in der Schweiz nur bestimmte Regionen als Risikogebiet. Aufgrund der Entwicklung der epidemiologischen Lage mit zunehmenden FSME-Erkrankungen in den letzten Jahren gilt neu die ganze Schweiz als Risikogebiet, mit Ausnahme der Kantone Genf und Tessin.

FSME-Risikogebiete in der Schweiz wurden erweitert 
2018 wurden in der Schweiz 375 FSME-Fälle gemeldet. Im Kanton Freiburg wurden von 2007 bis 2017 jeweils 3 bis 7 Fälle gemeldet, einzig im Jahr 2016 waren es 12 Fälle. Im Jahr 2018 ist diese Zahl auf 20 angestiegen.

Impfung ist die einzige Möglichkeit, sich vor FSME zu schützen 
Für FSME gibt es zwar keine Behandlung, durch eine Impfung kann man sich jedoch wirksam schützen. Eine Impfung ist für alle Personen empfohlen, die sich dauerhaft oder vorübergehend in einem Risikogebiet aufhalten (ganze Schweiz ausser die Kantone Genf und Tessin) und sich im Beruf oder in der Freizeit gegenüber Zecken exponieren. Eine FSME-Impfung wird im Allgemeinen ab dem Alter von sechs Jahren empfohlen. Die Kosten werden von den Krankenkassen in der Grundversicherung übernommen. Durchführen lassen kann man die Impfung bei der Hausärztin bzw. beim Hausarzt. Personen ab 16 Jahren können sich bei guter Gesundheit auch in einigen Apotheken des Kantons Freiburg impfen lassen (s. Verzeichnis der Apotheken im Kanton Freiburg, in denen man sich impfen lassen kann).

Ähnliche News