Was tun, wenn mein Kind auf im Internet auf Bilder gestossen ist?

Das Internet und alle damit verbundenen neuen Technologien liefern Informationen aller Art. Als Eltern möchten Sie nicht, dass Ihr Kind mit schockierenden oder gefährlichen Inhalten konfrontiert wird. Jedoch können schon sehr kleine Kinder in Berührung mit gewaltsamen oder pornografischen Bildern kommen, ohne absichtlich danach gesucht zu haben. Das kann bei Kameradinnen oder Kameraden passieren, deren ältere Geschwister schon ein Smartphone haben, oder aber - trotz der in jeder Schule geltenden Vorschriften bezüglich Bildschirmbenützung - auf dem Pausenhof.

Hauptgefahren in Verbindung mit Internet und neuen Technologien:

  • Bilder gewaltsamer oder pornografischer Art, auf die man beim harmlosen Surfen stossen kann
    - Erklären Sie Ihrem Kind, dass solche Bilder nicht die Realität der Sexualität darstellen, zur Unterhaltung Erwachsener bestimmt sind und schockieren können.
    - Sagen Sie dem Kind, dass es nicht aus eigener Schuld auf derartige Bilder gestossen ist. Stellt sich heraus, dass es willentlich danach gesucht hat, bedeutet dies, dass es Fragen hat, auf die zu antworten Sie versuchen können.
  • Begegnungen via Internet
    Machen Sie Ihr Kind darauf aufmerksam, wie leicht es ist, im Internet ein fiktives Profil zu erstellen, wobei die Fotos und Beschreibungen vom Nutzer frei gewählt werden. Das Profil eines Online-Spielers mit dem Foto eines neunjährigen Mädchens kann in Wirklichkeit zu einem 35-jàhrigen Mann gehören. Diese Diskrepanz zwischen Fiktion und Wirklichkeit ist für das Kind manchmal sehr schwer zu begreifen.
  • Sein Bild im Netz zu veröffentlichen
    - Das ist nicht harmlos. Auch nach dem Löschen bleibt immer eine Spur.
    - Es wird davon abgeraten, das Bild seines Kindes zu verwenden, denn möglicherweise glaubt es sonst schon ab dem frühesten Alter, dass es kein Eigentumsrecht an seinem Bild hat.
    - Vermeiden Sie es, Bilder Ihres Kindes zu veröffentlichen.

Gut zu wissen:

  • Aus gesetzlicher Sicht sind Sie für den Inhalt des Smartphones Ihres Kindes verantwortlich, bis es 16 Jahre alt ist (also auch für das, was in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wird). 
  • Die Aktionen im Internet sind nicht virtuell und können strafrechtliche Folgen haben (zum Beispiel ist es strafbar, Fotos oder Filme ohne Einwilligung der betroffenen Person zu veröffentlichen).

Einige Regeln für die Eltern:

  • Informieren Sie sich und reden Sie offen mit Ihrem Kind.
  • Interessieren Sie sich für das, was Ihr Kind im Web treibt: Welches ist sein Lieblingsspiel, welche Aktivitäten verfolgt es, was für Internet-Recherchen braucht es für die Schule usw.
  • Gratulieren Sie ihm, wenn es Ihnen von seinen Sorgen erzählt, ermuntern Sie es, sich mit seinen Anliegen an Sie zu wenden.
  • Installieren Sie den Computer vorzugsweise in einem Gemeinschaftsraum statt im Zimmer Ihres Kindes; ermuntern Sie es zur Benützung mobiler Bildschirme in den Gemeinschaftsräumen.
  • Setzen Sie einen Rahmen für die Bildschirmbenützung (Beschränkung der Nutzungsdauer, Festsetzung bestimmter Zeiten, darauf achten, dass Ihr Kind genug schläft).