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In der Schweiz gibt es drei invasive Arten exotischer Stechmücken: Aedes albopictus (Tigermücke), Aedes japonicus (Japanische Buschmücke) und Aedes koreicus (Koreanische Buschmücke). All diese Mücken sehen sich ähnlich: Sie haben einen schwarz-weiss gestreiften Körper, insbesondere die Hinterbeine, und brüten in kleinen Wasseransammlungen im städtischen Gebiet (beispielsweise stehendes Wasser in einem Blumentopf auf dem Balkon).

Die Tigermücke ist eine invasive, besonders unerwünschte Mückenart. Sie ist bekannt für ihre schmerzhaften Stiche und die mögliche Übertragung exotischer Krankheiten wie Dengue-Fieber, Zika-Virus oder Chikungunya-Fieber. Der Stich einer Tigermücke kann starke Reaktionen verursachen, und sie ist eine potenzielle Überträgerin von Krankheitserregern wie Dengue-, Zika- oder Chikungunya-Virus.

 

  • Sind Tigermücken für Menschen oder Tiere in der Schweiz gefährlich?

Die in der Schweiz etablierten Tigermücken sind keine Trägerinnen von Viren wie Dengue, Zika oder Chikungunya. Deshalb können sie diese Krankheiten auch nicht übertragen. Ihr Stich stellt daher kein besonderes Risiko für die Bevölkerung dar.

Die Tigermücke fungiert als potenzieller Vektor für exotische Krankheiten, das heisst, Tigermückenpopulationen in der Schweiz können das jeweilige Virus erhalten und übertragen, wenn sie Personen stechen, die sich auf einer Reise damit angesteckt haben (z. B. Rückkehrer aus Ländern, in denen das Chikungunya-Virus endemisch ist). Dieses Risiko ist jedoch sehr klein, und bisher wurde in der Schweiz kein solcher Fall erfasst.

 

  • Besteht die Möglichkeit, dass sich exotische Krankheiten in der Schweiz und im Kanton Freiburg verbreiten?

Ja, das ist möglich.

 

  • Welche Folgen hat ein Stich für Menschen und Tiere und welche Massnahmen gilt es zu treffen? 

Bricht die betroffene exotische Krankheit nicht aus, bedarf es bei einem Tigermückenstich keiner besonderen Massnahme. Ausser der lokalen Reaktion, die auch beim Stich einer einheimischen Mücke auftritt, gibt es keine weiteren Folgen.

Sollten nach einem Mückenstich jedoch ungewöhnliche Symptome wie ein grippaler Infekt oder Schmerzen auftreten, allen voran in den Gelenken, muss ein Arzt konsultiert werden. Gleiches gilt für Tiere: Treten nach einem Stich ungewöhnliche Symptome auf, ist ein Tierarzt aufzusuchen.

 

  • Was muss ich tun, wenn ich im Ausland von einer Tigermücke gestochen wurde und nun in die Schweiz zurückgekehrt bin?

Wenn Sie aus einem Risikogebiet (mehr Informationen auf der Website safetravel.ch) für Dengue, Chikungunya oder Zika zurückgekehrt sind und Symptome wie hohes Fieber, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Gelenkschmerzen oder Hautausschlag entwickeln, sollten Sie besser Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt aufsuchen und sie/ihn über Ihre kürzliche Reise informieren.

 

  • Wie kann ich Stichen vorbeugen?

Die Weibchen legen ihre Eier üblicherweise in vorläufigen Wasseransammlungen ab. Daher kann man der Verbreitung von Tigermückenpopulationen folgendermassen vorbeugen: ausleeren, trocknen, umdrehen, auffüllen mit Sand oder gar entfernen von Blumentöpfen, alten Autoreifen, nassen Planen, Schalen, verstopften Dachrinnen und allen anderen Behältern, in denen sich Wasser ansammeln kann. In natürlichen Teichen und Wasserflächen, die von einheimischen Arten bevölkert sind, können sich die Larven wegen den natürlichen Feinden der Tigermücke nicht entwickeln.

Jeder sollte in einem vernünftigen Verhältnis zum Risiko die eigenen Massnahmen zur Vermeidung von Stichen treffen, wie auch bei den einheimischen Mücken (lange Kleidung, Moskitonetze, Sprays u. Ä.).

In den Ländern und Regionen, in denen die von Tigermücken übertragenen Krankheiten endemisch sind, müssen mehrere Präventionsmassnahmen wie Antimoskitospray oder Moskitonetz getroffen werden. Dabei sollte man sich immer bewusst sein, dass Tigermücken städtische Gebiete bevorzugen und auch tagaktiv sein können.

Für Tiere gibt es keine generellen Präventionsmassnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen.

 

  • Wie erkennt man eine Tigermücke?

Tigermücken:

  1. kommen nicht in natürlichen Gebieten, sondern in städtischen Gebieten vor;
  2. können tagaktiv (stechen) sein;
  3. sind samt ausgestreckten Beinen nicht grösser als ein 5-Rappen-Stück (kleiner als die meisten einheimischen Stechmückenarten);
  4. sind schwarz-weiss gestreift (Achtung: mehrere einheimische Arten haben eine ähnliche Färbung!);
  5. haben eine weisse Linie am Rücken;
  6. haben weisse Punkte an den Gelenken;
  7. heben ihre Hinterbeine beim Stich (wie andere exotische Mitglieder ihrer Familie).

 

  • Was kann ich tun, wenn ich eine Tigermücke sehe?

Bei starkem Verdacht machen Sie eine Nahaufnahme und schicken Sie das Foto und wenn möglich ein Mückenexemplar in einem kleinen Behälter (z. B. Streichholzschachtel) an Prof. Daniel Cherix, regionaler Koordinator des nationalen Kompetenzzentrums für die Tigermücke, Département d'écologie et d'évolution Universität Lausanne, 1015 Lausanne (daniel.cherix@unil.ch). Bitte geben Sie den Fundort und Ihre Daten an.

Sie können Ihren Verdacht auch auf der folgenden Website melden: www.muecken-schweiz.ch, Tab «Meldung einer invasiven Mücke».

Herausgegeben von Kantonsarztamt

Letzte Änderung : 08/06/2020