Wann ist ein Schwangerschaftsabbruch erlaubt?
In den ersten 12 Wochen liegt der Entscheid ausschliesslich bei der Frau (Art. 119 und 120 StGB). Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt muss eingehend mit der Frau sprechen, sie beraten und ihr das Verzeichnis der Beratungsstellen geben. Nach Ablauf dieser 12-wöchigen Frist ist der Abbruch straflos, wenn er nach ärztlichem Urteil notwendig ist, damit von der schwangeren Frau die Gefahr einer schwerwiegenden körperlichen Schädigung oder einer schweren seelischen Notlage abgewendet werden kann.

Junge Frauen unter 16 Jahren müssen sich in jedem Fall an eine Stelle wenden, die auf Minderjährige spezialisiert ist. Im Kanton Freiburg ist die Freiburger Fachstelle für sexuelle Gesundheit zuständig.

Der Schwangerschaftsabbruch wird unabhängig von der gewählten Methode von der Krankenversicherung übernommen. Es gibt zwei Methoden.

Die Methoden des Schwangerschaftsabbruchs

Medikamentöse Methode:

  • bis zur 7. Schwangerschaftswoche möglich;
  • ohne Anästhesie und chirurgischen Eingriff;
  • ambulant mit Hilfe zweier Medikamente:
  • das erste (Mifegyne) stoppt die Entwicklung der Schwangerschaft;
  • durch das zweite (Prostaglandin) zieht sich die Gebärmutter zusammen und stösst die Frucht aus;
  • die Frau nimmt das erste Medikament in Anwesenheit der Ärztin oder des Arztes ein und zwei Tage später das zweite. Nach der Einnahme des zweiten bleibt sie einige Stunden unter ärztlicher Überwachung.
  • Nebenwirkungen: Die meisten Frauen verspüren die gleichen Schmerzen wie bei der Periode, gelegentlich können diese aber auch stärker sein; in diesem Fall wird ein Schmerzmittel verabreicht.
  • in der Regel erfolgt 8 bis 14 Tage später eine frauenärztliche Untersuchung mit Ultraschall.

Mögliche Komplikationen:

  • starke Blutungen;
  • unvollständige Ausstossung, die eine Ausschabung erfordert.


Chirurgische Methode (Ausschabung):

  • bis zur 12. Schwangerschaftswoche möglich;
  • erfolgt unter Vollnarkose und wird nicht bei Bewusstsein erlebt;
  • der Embryo wird abgesaugt und eine Kürettage entfernt Rückstände in der Gebärmutter;
  • Nebenwirkungen: nach dem Eingriff treten kurze Blutungen auf, vergleichbar mit der Periode; Schmerzen sind selten;
  • nach 4 bis 6 Wochen ist eine gynäkologische Untersuchung vorzusehen.

Mögliche Komplikationen:

  • Verletzungen des Muttermundes und/oder der Gebärmutterwand;
  • Infektionen;
  • starke Blutungen.

Die Risiken sind bei beiden Methoden sehr gering. Ernsthafte Komplikationen treten in weniger als 1 % der Fälle auf. Spätere Probleme sind selten. Ein Schwangerschaftsabbruch wirkt sich nicht auf die künftige Fruchtbarkeit aus.

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