Die zehnte "Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg" geht der Geschichte der Freiburger Auswanderung nach

24. Juni 2015 -11h00

Die Jury betraut Thomas Brasey mit der zehnten "Fotografischen Ermittlung: Thema Freiburg"; sie hat sein Projekt unter den 31 eingegangenen Bewerbungen ausgewählt. Der Lausanner Fotograf wird sich in seiner Arbeit dem Thema der Auswanderung widmen und dabei vor allem den Spuren der Freiburger folgen, die vor bald 200 Jahren die Stadt Nova Friburgo in Brasilien gegründet haben.

Thomas Brasey
Thomas Brasey © Tous droits réservés

Nach der Ausschreibung der zehnten "Fotografischen Ermittlung: Thema Freiburg" erhielt das Amt 31 Projekte aus der Schweiz und dem Ausland. Am häufigsten vorgeschlagen wurden fotografische Ermittlungen zur Welt der Landwirtschaft, zur Freiburger Landschaft, zu soziokulturellen Themen wie die Einwanderung und die Integration oder auch zu verschiedenen Berufen, die im Kanton ausgeübt werden. Die Jury, bestehend aus Nicolas Savary, Jean-Luc Cramatte und Matthieu Gafsou, Fotografen, Lars Müller, dem Verleger des Verlags Lars Müller Publishers, sowie Philippe Trinchan, Vorsteher des Amts für Kultur des Kantons Freiburg (Präsident), zeigte sich erfreut über die Vielfalt und die künstlerische Qualität der eingereichten Projekte.

Nach drei Beratungsrunden fiel der Entschied der Jury auf das Projekt von Thomas Brasey zum Thema Auswanderung, das an die abenteuerliche Reise der Freiburger anknüpft, die vor zwei Jahrhunderten die Schweizer Kolonie Nova Friburgo in Brasilien gründeten. Der Fotograf möchte das Thema Auswanderung aus einem distanzierteren Blickwinkel betrachten, als Spiegelbild der heutigen Migrationsphänomene in der Schweiz, die sich vom Aus- zum Einwanderungsland entwickelt hat. Das Projekt befasst sich mit dem Zwiespalt zwischen den Hoffnungen und der Konfrontation mit der Wirklichkeit, den die Migrantinnen und Migranten erleben. Thomas Brasey möchte dabei vor allem historische Fakten in einen zeitgenössischen Kontext stellen, um sich künstlerisch mit den Veränderungen in den letzten zwei Jahrhunderten auseinanderzusetzen und so die Expedition von 1819 in unsere Zeit nachwirken zu lassen. Der Fotograf wird auf einer Erkundungseise, die ihn von Freiburg nach Nova Friburgo und wieder zurück führen wird, Archivarbeit mit künstlerischer Recherche über Menschen und Landschaften verbinden. Das Ergebnis dieser zehnten Ausgabe wird in einer Publikation und in einer Ausstellung präsentiert.

Thomas Brasey, Jahrgang 1980, lebt und arbeitet in Lausanne. Nach einem Doktorat an der ETH Lausanne studierte er an der kantonalen Kunstschule in Lausanne (ECAL) visuelle Kommunikation und schloss das Studium 2011 mit dem Diplom ab. An den Lugano Photo Days gewann er 2014 mit seinem Projekt "Capitalizer" den ersten Preis; zudem hat er an mehreren Gruppen- und Einzelausstellungen in der Schweiz und im Ausland teilgenommen. 2015 ist sein Werk "Démons & Merveilles" bei BSN Press und A+3 éditions erschienen.



Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg

Im Jahr 1996 rief der Staatsrat auf Vorschlag der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport die "Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg" ins Leben. Seither beauftragt der Kanton alle zwei Jahre eine Fotografin oder einen Fotografen mit einer Fotoreportage. Das Thema oder der Gegenstand der Reportage muss einen Bezug zum Kanton Freiburg haben (Ort, Ereignis, Persönlichkeit usw.) und bei der Einreichung des Projekts noch unveröffentlicht sein. Die Preisträgerin oder der Preisträger erhält für die Realisierung des Projekts 20 000 Franken. Diese Initiative dient der Förderung des fotografischen Schaffens und zugleich dem schrittweisen Aufbau einer zeitgenössischen Fotosammlung zum Kanton. Die Fotografin oder der Fotograf wird über einen Wettbewerb ausgewählt.

 

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