Bilanz der ersten Phase der COVID-19-Entschädigungen des Staates Freiburg für den Kulturbereich (1. März bis 31. Oktober 2020)

17. Februar 2021 -12h47

Seit März 2020 leidet der Kultursektor stark unter der Covid-19-Krise. In Zusammenarbeit mit dem Bund und den Gemeinden hat der Staat Freiburg mehrere Unterstützungsmassnahmen ergriffen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen, die aufgrund der Verschiebung oder Absage zahlreicher kultureller Aktivitäten und Veranstaltungen entstanden sind, zu mildern. Die vom Staat gewährte Entschädigung belief sich auf 4,2 Millionen Franken, ohne die Beträge der Wirtschaftshilfe (Kurzarbeits- und Erwerbsersatzentschädigungen) und die zugesicherten Subventionen mit einzurechnen.

Unterstützung Covid-19 © Alle Rechte vorbehalten - Nicolas Brodard

Das Amt für Kultur des Staates Freiburg erhielt und bearbeitete 289 Entschädigungsgesuche (164 von Kulturunternehmen, 125 von Kulturschaffenden), die von einer Experten-Taskforce geprüft und anschliessend von einer Ad-hoc-Kommission vorberaten wurden. Die erfasste Schadenssumme (der sogenannte «entschädigungsfähige Betrag») beläuft sich für den Zeitraum vom 1. März bis 31. Oktober 2020 auf 5 234 031 Franken. Bei den Kulturunternehmen ergibt sich der entschädigungsfähige Betrag aus der Differenz zwischen den entstandenen Kosten und den erhaltenen Einnahmen und Entschädigungen (z.B. Kurzarbeitsentschädigung, Subventionen). Für Kulturschaffende entspricht der entschädigungsfähige Betrag der Differenz zwischen den entgangenen Einnahmen (Aufträge, fehlende Honorare) und den nicht entstandenen Ausgaben (z.B. die Fahrtkosten oder Reisespesen). Die von den Ausgleichsklassen überwiesenen Erwerbsersatzentschädigungen und die vom Verein Suisseculture Sociale erhaltene Soforthilfe werden ebenfalls abgezogen. Mit den ausbezahlten Entschädigungen konnte gemäss den gesetzlichen Grundlagen jeweils 80 % des entschädigungsfähigen Betrags für Kulturunternehmen und Kulturschaffende gedeckt werden.

Aus dem je zur Hälfte vom Staat Freiburg und vom Bund finanzierten Rahmenkredit von 12 776 000 Franken wurde insgesamt eine Entschädigungssumme von 4 191 895 Franken gewährt (d.h. 80 % des oben erwähnten anrechenbaren Gesamtbetrags von 5 234 031 Franken; wobei dieser Betrag aufgrund noch offener Kurzarbeits-/Erwerbsersatzabrechnungen noch angepasst werden kann). Die Differenz zwischen dem Rahmenkredit und den ausbezahlten Beträgen ist in praktisch allen Schweizer Kantonen zu beobachten und erklärt sich durch die Schwierigkeit, die Schäden anfänglich angesichts der vielen Unbekannten (Dauer der Pandemie und der Einschränkungen, Anspruch auf Kurzarbeits- und Erwerbsersatzentschädigungen, die inzwischen auf neue Empfängerkreise ausgedehnt wurden) abzuschätzen. Ein weiterer Grund war, dass die öffentlichen Subventionen aufrechterhalten wurden, so dass damit ein Teil der Schäden gedeckt werden konnte.

Im Durchschnitt erhielt ein Kulturschaffender 7326 Franken und ein Kulturunternehmen 29 567 Franken als Entschädigung. In den 164 von Kulturunternehmen eingereichten Gesuchen wurden Entschädigungen in Höhe von insgesamt 3 459 300 Franken (83 % des insgesamt ausbezahlten Betrags) und in den 125 von Kulturschaffenden eingereichten Gesuche Entschädigungen in Höhe von 732 595 Franken (17 % des insgesamt ausbezahlten Betrags) verlangt. Zum Vergleich: Gesamtschweizerisch wurden 7629 Gesuche mit einer Gesamtentschädigung von 208 Mio. Franken bearbeitet.

Um die Kulturschaffenden und Kulturunternehmen zu informieren, organisierte der Vorsteher des Amtes für Kultur in diesem Zeitraum acht Videokonferenzen mit den kantonalen Dachverbänden sowie fünf Fragerunden über die Facebook-Seite des Amts für Kultur. Nebst der regelmässig aktualisierten Website wurden rund ein Dutzend Newsletter versandt; über eine Hotline wurden zudem den Kulturunternehmen und Kulturschaffenden unzählige Auskünfte direkt erteilt.