Sprachenlernen

Ziel des Sprachenlernens ist das Erreichen einer funktionalen Mehrsprachigkeit. Somit orientiert sich das Lernen an der Sprachanwendung. Die funktionale Mehrsprachigkeit erlaubt es, die Sprachen als Kommunikationsmittel zu benutzen und sich an interkultureller Interaktion zu beteiligen. Es wäre utopisch zu erwarten, dass Schülerinnen und Schülern im Verlaufe der obligatorischen Schulzeit eine perfekte Zweisprachigkeit oder gar Mehrsprachigkeit erreichen. Vielmehr geht es darum, die Schülerinnen und Schüler zu motivieren, ihre Sprachkenntnisse im Sinne eines lebenslangen Lernens zu erweitern.

Der Schwerpunkt auf das Lehren und Lernen von Partner- und Fremdsprachen im Fachunterricht wird auf eine möglichst frühe Sensibilisierung und Öffnung zu diesen Sprachen gelegt. Zu diesem Zweck fördern die Schulen Sprachprojekte in drei Richtungen: Sprachaustausche, die Bildung von zweisprachigen Klassen und die Möglichkeit von integriertem Unterricht in der Partnersprache während der obligatorischen Schulzeit.

Fremdsprachen

Der Sprachenunterricht, wie er heute in den Schulen praktiziert wird, bietet allen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, die eigenen sprachlichen Kompetenzen systematisch zu erweitern und Bekanntschaft mit der Zielsprachenkultur zu machen.

In der obligatorischen Schulzeit gewährleistet das Lernen im Fachunterricht die nötigen Voraussetzungen für eine einfache, direkte und kohärente Verständigung in Umgebung der erlernten Sprache, entsprechend den Deskriptoren der Stufen A2 / B1 des Europäischen Sprachenportfolio (ESP).

  • Ab der 5H und bis zur 11H erlernen die Schülerinnen und Schüler neben der Unterrichtssprache (L1) die Partnersprache (L2).
  • Im deutschsprachigen Kantonsteil ist dies Französisch und im französischsprachigen Deutsch;
  • Ab der 7H und bis zur 11H lernen die Schülerinnen und Schüler beider Sprachregionen Englisch als zweite Fremdsprache (L3);
  • Im 3. Zyklus können die Orientierungsschulen in der 11H Italienisch (L4) als Wahlfach anbieten.

 

Passepartout 

Die sechs Kantone entlang der Sprachengrenze (FR, BE, VS, BS, BL und SO) haben sich zusammengeschlossen und entschieden, gemeinsam die EDK-Sprachenstrategie (2004) umzusetzen. So ist das interkantonale Projekt Passepartout entstanden. In den Passepartout-Kantonen wird ab der 5. Klasse HarmoS Französisch und ab der 7. Klasse HarmoS Englisch unterrichtet. Der Fremdsprachenunterricht richtet sich nach dem Lehrplan Passepartout, dem die Didaktik der Mehrsprachigkeit zugrunde liegt. In Deutschfreiburg bleibt der Lehrplan Passepartout im Bereich Fremdsprachen bei der Einführung des Lehrplans 21 bestimmend. Der Fremdsprachenunterricht im Französischen Teil des Kantons Freiburg richtet sich nach dem Plan d'étude romand (PER).

Der Lehrplan Passepartout gilt für die Schuljahre 5H bis 11H und umfasst die beiden Sprachen Französisch und Englisch. Im Sprachunterricht der obligatorischen Schule ist somit eine hohe Kohärenz gewährleistet. Im Französischunterricht werden die Lehrmittel "Mille feuilles“ für die Primarstufe (5H - 8H) und "Clin d'oeil“ (Schulverlag) für die Orientierungsstufe (9H - 11H) eingesetzt. Im Englischunterricht wird auf beiden Stufen mit dem Lehrmittel "New World“ (Klett und Balmer) unterrichtet. Die Lehrmittel wurden auf der Grundlage des Lehr­plans Passepartout entwickelt und sind somit eng auf den Lehrplan abgestimmt.  

Die Elternbroschüre Hello-Bienvenue orientiert über die neu ausgerichtete Fremdsprachendidaktik und gibt Ratschläge, wie Sie ihr Kind beim Fremdsprachenlernen unterstützen können.

Das Projekt-Passepartout hat eine eigene Internetseite.

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