Aufenthaltsbewilligung F (Status und Zugang zum Arbeitsmarkt/Lehrstellen)

Aufenthaltsbewilligung F

Definition
 
Die vorläufige Aufnahme ist eine Massnahme, die vom Staatssekretariat für Migration (SEM) verfügt wird, wenn der Vollzug der Weg- oder Ausweisung nicht möglich, nicht zulässig oder nicht zumutbar ist. Folglich muss eine Wegweisungsverfügung erlassen worden sein, bevor diese Ersatzmassnahme, die anstelle des nicht durchführbaren Vollzugs tritt, verfügt werden kann. Die Rechtswirkungen der vorläufigen Aufnahme treten mit dem erstinstanzlichen Entscheid (SEM) ein, und zwar unabhängig davon, ob beim Bundesverwaltungsgericht (BVGer) Beschwerde erhoben worden ist.
 
Ausweis F
 
Dieser Ausweis wird vom Amt für Bevölkerung und Migration (BMA) in der Regel für 12 Monate ausgestellt und kann verlängert werden (Aufenthaltsausweise). Im Ausweis werden die Aufenthaltsadresse der vorläufig aufgenommenen Person sowie die Gültigkeitsdauer eingetragen. Der Ausweis F gilt gegenüber allen eidgenössischen und kantonalen Behörden als Ausweispapier. Er ist aber kein Reisedokument und berechtigt somit nicht zum Grenzübertritt (Auslandreisen). Er ist auch kein Nachweis für die Identität der ausländischen Person, da sich die darin enthaltenen Personalien unter Umständen ausschliesslich auf deren Angaben stützen.
  
Dauer der vorläufigen Aufnahme
 
Die vorläufige Aufnahme wird auf unbestimmte Zeit verfügt. Das SEM prüft periodisch, ob der Ausländer die Bewilligungsvoraussetzungen immer noch erfüllt. Aus der Gültigkeitsdauer des Ausweises F (einfache Kontrollfrist) kann kein Anwesenheitsrecht abgeleitet werden, da die Aufenthaltsberechtigung vor Ablauf der Gültigkeitsdauer des Ausweises enden kann. Das SEM kann nämlich theoretisch ein Verfahren zu Aufhebung der vorläufigen Aufnahme einleiten, wenn die Bedingungen, aus denen sie angeordnet wurde, nicht mehr erfüllt sind. In der Praxis kommt es selten vor, dass das SEM zu dieser Massnahme greift, auch weil dieses Verfahren einige Zeit dauern kann (Rechtsmittel der Beschwerde an das BVGer). Schliesslich müssen auch Gesuche um Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung von vorläufig aufgenommenen Personen, die sich seit mehr als fünf Jahren in der Schweiz aufhalten, vertieft geprüft werden. In diesem Zusammenhang wird die Integration des Ausländers in der Schweiz sowohl in sozialer als auch beruflicher Hinsicht ein massgebendes Kriterium sein.
 
Wichtig: neues Meldeverfahren ab dem 1. Januar 2019 für anerkannte Flüchtlinge mit Ausweis B sowie vorläufig aufgenommene Personen
 
Weitere Auskünfte erteilt:
 
Amt für Bevölkerung und Migration (BMA)
Sektion Asyl und Wegweisungsvollzug
Route d'Englisberg 11
1763 Granges-Paccot
 
Tel.: 026 305 15 12