Für schwangere Frauen gelten besondere Schutzmassnahmen, um ihre Gesundheit und die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes zu schonen. Weitere Bestimmungen gewähren den Frauen nach der Niederkunft eine gewisse Ruhezeit und Zugeständnisse, um ihnen das Stillen zu ermöglichen (Art. 35 ArG und Art. 60 bis 66 ArGV).

Pflichten des Arbeitgebers

Der Arbeitgeber muss schwangere Frauen und stillende Mütter so beschäftigen und ihre Arbeitsbedingungen so gestalten, dass ihre Gesundheit und die Gesundheit ihres Kindes nicht beeinträchtigt werden.

Einverständnis
Schwangere dürfen auf blosse Anzeige hin und ohne Arztzeugnis von der Arbeit fernbleiben oder die Arbeit für kurze Zeit verlassen. Bei längerer Abwesenheit muss ein Arztzeugnis vorgewiesen werden.

Arbeitsdauer
Schwangere Frauen dürfen höchstens 9 Stunden pro Tag (Pausen abgezogen) beschäftigt werden.

Nachtarbeit
Der Arbeitgeber muss Schwangeren, die zwischen 20 Uhr und 6 Uhr beschäftigt werden, nach Möglichkeit eine gleichwertige Arbeit tagsüber anbieten. Ab der 8. Woche vor der Niederkunft dürfen schwangere Frauen nicht zwischen 20 Uhr und 6 Uhr beschäftigt werden. Falls keine gleichwertige Ersatzarbeit tagsüber angeboten werden kann, haben Schwangere Anspruch auf 80 Prozent des Lohns, samt einer angemessenen Vergütung für den ausfallenden Naturallohn.

Stehende Arbeitsweise

  • Ab dem 4. Schwangerschaftsmonat: 10 Minuten Zusatzpause alle 2 Stunden (neben den üblichen Pausen).
  • Ab dem 6. Schwangerschaftsmonat: höchstens 4 Stunden Arbeit im Stehen.


Gefährliche und beschwerliche Arbeit
Schwangere Frauen müssen auf ihr Verlangen von Arbeiten befreit werden, die für sie beschwerlich sind. Sie dürfen keine Arbeit verrichten, die ein Gesundheitsrisiko für sie oder ihr Kind birgt.
Falls das Gesundheitsrisiko nicht beseitigt werden kann, muss der Arbeitgeber die schwangere Frau an einen gleichwertigen, aber für sie ungefährlichen Arbeitsplatz versetzen. Ist dies nicht möglich, hat sie Anspruch auf 80 Prozent des Lohns, samt einer angemessenen Vergütung für den ausfallenden Naturallohn.

Beschäftigungsverbot
Wöchnerinnen dürfen während acht Wochen nach der Niederkunft nicht und danach bis zur 16. Woche nur mit ihrem Einverständnis beschäftigt werden.

Stillen
Den Müttern ist die zum Stillen erforderliche Zeit freizugeben (Art. 35a Abs. 2 ArG). Im ersten Lebensjahr des Kindes gelten die Zeiten für das Stillen oder Abpumpen von Milch in folgendem Umfang als bezahlte Arbeitszeit (Art. 60 Abs. 2 Bst. a bis c ArGV 1):

  • Bei einer täglichen Arbeitszeit von 4 Stunden: 30 Minuten.
  • Bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 4 Stunden: 60 Minuten.
  • Bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 7 Stunden: 90 Minuten.

Die erforderliche Zeit zum Stillen gilt nicht als Ruhezeit. Sie darf weder von den Überstunden noch von den Ferien abgezogen werden.

Für weitere Informationen:

Haben Sie Fragen?

Für ausführliche Informationen konsultieren Sie das Arbeitsgesetz und die Mutterschutzverordnung (SR 822.111.52) oder wenden Sie sich direkt an uns:

Amt für den Arbeitsmarkt - AMA
Abteilung Arbeitsmarkt
Arbeitsinspektorat
026 305 96 75
ict@fr.ch