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Nützliche Informationen darüber, wie Sie Ihre Vorsorgegelder im Rahmen der Förderung von Wohneigentum einsetzen können:

Für welche Zwecke kann ich mein Pensionskassenguthaben verwenden?

Bis zum Alter von 62 Jahren können Sie

  • Ihr gesamtes Guthaben oder einen Teil davon beziehen, man spricht in diesem Fall von einem Vorbezug.
  • Ihr gesamtes Guthaben oder einen Teil davon zugunsten des Kreditgebers (Bank) verpfänden. Dies wird als Verpfändung bezeichnet.

Zulässig sind

  • der Kauf oder Bau einer Immobilie
  • die Finanzierung von Investitionen, die den Wert der Immobilie erhöhen oder erhalten
  • die Rückzahlung eines Hypothekendarlehens
  • der Erwerb von Anteilen an einer Bau- und Wohnungsgenossenschaft oder von ähnlichen Immobilienbeteiligungen.

Mit Mitteln der beruflichen Vorsorge darf gleichzeitig nur ein Objekt finanziert werden. Die betreffende Immobilie muss Ihr gewöhnlicher und ständiger Wohn- oder Aufenthaltsort sein. Nicht erlaubt sind daher (die Liste ist nicht abschliessend):

  • der Kauf eines Baugrundstücks ohne konkretes Bauvorhaben
  • Zahlung der Reservierungsbeträge
  • Zweitwohnsitze
  • Ferienhäuser oder -wohnungen
  • alle Gebäude, die nicht als ständige Unterkunft für Personen genutzt werden (z. B. eine Garage)

1. Vorbezug

Wie viel und wie oft?

Den für den Vorbezug maximal verfügbaren Betrag finden Sie auf der Rückseite Ihres Versicherungsausweises unter der Rubrik "Betrag für die Wohneigentumsförderung". Der tatsächliche Betrag, der vorbezogen werden kann, hängt vom Kaufpreis, von der Höhe der Hypothekardarlehen und von der Eigentumsform ab. Um festzustellen, wie viel von Ihrem Wohneigentum mit dem Vorbezug finanziert werden kann, empfehlen wir Ihnen, unsere Berechnungsbeispiele zu konsultieren und/oder unseren Rechner zu benutzen.

Der Mindestbetrag für einen Vorbezug beträgt CHF 20’000. Ein Vorbezug ist nur alle fünf Jahre möglich, auch wenn in der Zwischenzeit eine Rückzahlung erfolgt ist.

Eine Übertragung des Vorbezugs auf eine neue Liegenschaft wird wie ein neuer Vorbezug behandelt. Für die Übertragung benötigen wir für die neue Immobilie daher auch ein Antragsformular sowie die aufgeführten Unterlagen. Wir prüfen danach, ob der gesamte vorbezogene Betrag auf die neue Immobilie übertragen werden kann. Wenn nur ein Teil davon übertragen werden kann, muss die Differenz an die Pensionskasse zurückgezahlt werden. Wenn Sie mehr Geld aus der Pensionskasse in die neue Liegenschaft investieren wollen als in die bisherige, ist dies nur zu den oben genannten Bedingungen möglich (Mindestbetrag CHF 20'000 und letzter Vorbezug vor mindestens fünf Jahren).

Folgen für Ihre Vorsorge

Pensionsplan

Im Pensionsplan führt ein Vorbezug zur Kürzung:

  • der Altersleistungen und folglich der Hinterlassenenpensionen beim Tod einer Person im Ruhestand;
  • des Todesfallkapitals im Falle des Todes vor der Pensionierung.

Im BVG-Plan und im Kaderzusatzplan führt ein Vorbezug zur Kürzung:

  • der Alters-, Invaliditäts- und Todesfallleistungen.

Wenn Sie die Kürzungen dieser Leistungen ausgleichen möchten, können Sie eine Versicherung bei einer privaten Versicherungsgesellschaft abschliessen.

Wir berechnen Ihnen gerne die Leistungskürzung bei einem Vorbezug.

Steuerliche Folgen

Der Vorbezug ist steuerpflichtig. Informationen dazu erhalten Sie bei der Steuerverwaltung Ihres Wohnkantons.

Wenn Sie in den drei Jahren vor dem Vorbezug Einkäufe getätigt haben, sollten Sie sich bei der Steuerverwaltung Ihres Wohnkantons erkundigen, wie diese steuerlich behandelt werden. Die Pensionskasse ist nicht verantwortlich für die steuerlichen Folgen eines Vorbezugs für Wohneigentum.

2. Verpfändung

Das Vorsorgeguthaben oder die daraus abgeleiteten zukünftigen Leistungen werden an Ihren Hypothekargläubiger (Bank) verpfändet. Solange das Pfand nicht verwertet wird, erfolgt keine Kürzung der versicherten Leistungen.

Sind Sie an einer dieser Lösungen interessiert?

Wenn ja, sind die folgenden Schritte zu befolgen:

Vorbezug
  1. Prüfen Sie, ob der Betrag, den Sie vorbeziehen möchten, tatsächlich verfügbar ist (siehe Ihren Versicherungsausweis und die Berechnungsbeispiele). Für diese Überprüfung empfehlen wir Ihnen, unseren Rechner zu benutzen.
  2. Füllen Sie das Antragsformular vollständig aus (achten Sie darauf, dass die Unterschrift des Ehegatten bzw. des eingetragenen Lebenspartners beglaubigt ist) und senden Sie es zusammen mit allen erforderlichen Nachweisen (siehe Punkt 6 des Antragsformulars) an uns.
  3. Wir prüfen Ihr Dossier. Gegebenenfalls werden wir Sie um die fehlenden Unterlagen bitten.
  4. Wenn die Unterlagen vollständig sind, erstellen wir einen Vertrag zum Vorbezug und einen Antrag auf Grundbucheintragung. Die Eintragung der Veräusserungsbeschränkung im Grundbuch stellt sicher, dass der Vorbezug in der beruflichen Vorsorge verbleibt.
  5. Sie senden ein Exemplar des Vertrags zum Vorbezug und die beiden Grundbuchanträge unterschrieben zurück und bezahlen die Dossiergebühr sowie bei Abschluss der Zusatzversicherung auch die Risikoprämie (siehe Punkte 7 und 8 des Antragsformulars).
  6. Nach Eingang aller unterschriebenen Unterlagen und nach Eingang der Dossiergebühr und der eventuellen Risikoprämie geben wir die Zahlung zum vereinbarten Termin frei. Andernfalls wird die Zahlung um einen Monat verschoben.

Frist für die Gewährung eines Vorbezugs

Die Bearbeitungszeit für ein vollständiges Dossier beträgt zwei bis drei Monate. Zahlungen werden nur am letzten Arbeitstag eines jeden Monats geleistet.

Achtung : Am 31. Januar 2022 werden keine Vorbezüge für Wohneigentum ausbezahlt. Die letzten Zahlungen im 2021 erfolgen am 29.  Dezember 2021, die ersten Zahlungen im 2022 am 28. Februar 2022

Verpfändung
  1. Der Pfandgläubiger schickt uns die Pfandbestätigung.
  2. Sie senden uns das ausgefüllte, datierte und unterzeichnete Antragsformular (bitte beachten Sie, dass die Unterschrift des Ehegatten bzw. des eingetragenen Partners beglaubigt sein muss) zusammen mit allen erforderlichen Nachweisen (siehe Punkt 6 des Antragsformulars) zu.
  3. Wir werden Ihr Dossier prüfen und wenn nötig die fehlenden Unterlagen verlangen. Anschliessend werden wir Ihnen die Rechnung für die Dossiergebühr zusenden.
  4. Sobald die Unterlagen vollständig sind und die Dossiergebühr bezahlt wurde, bestätigen wir dem Pfandgläubiger die Verpfändung.

Die Kosten

Bei einem Vorbezug oder einer Verpfändung erheben wir eine Dossiergebühr von CHF 300.00. Bei Folgeanträgen für dieselbe Liegenschaft beträgt die Gebühr CHF 100.00 pro Antrag. Die Gebühr ist zu bezahlen, bevor der Vorbezug ausbezahlt oder die Verpfändung bestätigt wird.

Die Kosten, die im Zusammenhang mit der Eintragung der Veräusserungsbeschränkung im Grundbuch entstehen, gehen zu Lasten der versicherten Person.

Rückzahlung des für die Förderung von Wohneigentum vorbezogenen Betrags

Die Rückzahlung kann bis zum Eintritt eines Versicherungsfalles oder bis zur Barauszahlung der Austrittsleistung erfolgen. Die Rückzahlung muss mindestens CHF 10'000.00 betragen, es sei denn, der Restbetrag ist tiefer. Sie ist nicht obligatorisch, ausser in den folgenden Fällen (nicht abschliessende Liste):

  • Verkauf der Immobilie
  • Übertragung an eine Person, die bei Ihrem Tod keinen Anspruch auf Leistungen hat
  • Begründung eines Wohn- oder Nutzniessungsrechts
  • Vermietung auf Lebenszeit (d. h. ohne die Möglichkeit, den Mietvertrag zu kündigen)
  • Vermietung zu einem niedrigeren als dem marktüblichen Mietpreis
  • im Todesfall, wenn keine Leistungen ausbezahlt werden

Nach Eingang Ihrer Zahlung teilen wir der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV) die Rückerstattung mit. Auf diese Weise können Sie sich die gezahlten Steuern innerhalb von drei Jahren ab dem Zeitpunkt der Rückzahlung ganz oder teilweise zinslos erstatten lassen. Es ist Ihre Aufgabe, den Antrag auf Steuererstattung zu stellen. 

Herausgegeben von Pensionskasse des Staatspersonals

Letzte Änderung : 07/01/2022