23. Februar 2018 -13h00

Die Kälte ist zurück und mit ihr das Risiko erhöhter Luftbelastung durch Feinstaub (PM10). Stündlich aktualisierte Angaben zur Luftqualität können auf der Webseite des Amts für Umwelt (AfU) oder mittels der Gratis-Applikation airCHeck verfolgt werden. Online finden sich ausserdem Verhaltensempfehlungen zum Schutz der Gesundheit und zur Reduktion der Schadstoffemissionen. Im Falle einer hohen Feinstaubbelastung warnen die Kantone die Bevölkerung.

Himmel
Himmel © 2011 Benjamin Ruffieux - 2011 Benjamin Ruffieux

Feinstaub PM10 ist ein physikalisch-chemisch komplexes Gemisch. Es besteht aus Russ, geologischem Material, Abriebpartikel usw. Die hauptsächlichsten Quellen sind der Verkehr und die Maschinen (vor allem Diesel-Motoren) sowie die Wärmeerzeugung (namentlich Holzfeuerungen und Feuer im Freien).

Zu hohe Feinstaubkonzentrationen können zu Erkrankungen der Atemwege und des Herz-Kreislauf-Systems führen und eine Zunahme des Krebsrisikos und der Sterberate zur Folge haben.

Phasen mit erhöhten Feinstaubbelastungen bilden sich vor allem bei Wettersituationen mit einer Hochdrucklage, welche die vertikale Durchmischung der Luftmassen vermindern.

Gemäss der Luftreinhalte-Verordnung darf der Tagesmittelwert von PM10 den Immissionsgrenzwert von 50 μg/m3 höchstens einmal pro Jahr überschreiten.

Die Luftqualität im Kanton Freiburg

Seit 2014 sind die Jahresmittelwerte der PM10-Konzentrationen überall im Kanton Freiburg unter den Immissionsgrenzwert von 20 μg/m3 gesunken. Demgegenüber wird der Grenzwert für den Tagesmittelwert bei ungünstigen Wetterbedingungen weiterhin überschritten, wie dies im Januar 2017 mehrfach der Fall war.

Das AfU publiziert auf seiner Webseite fortlaufend die Tagesmittelwerte von PM10 wie auch eine stündlich aktualisierte Karte der Luftqualität des Kantons Freiburg. Diese Karte zeigt den Kurzzeit-Belastungs-Index, der aus den Messwerten der Schadstoffe Stickstoffdioxid, Ozon und Feinstaub berechnet wird. Online finden sich im Weiteren Verhaltensempfehlungen zum Schutz der Gesundheit und zur Reduktion der Luftverschmutzung.

Mit airCHeck, einer Gratis-Applikation für Smartphones, kann die aktuelle Luftqualität aller Kantone und von Liechtenstein jederzeit verfolgt werden. Karten sowie die Schadstoffverläufe der Messstationen geben darüber Aufschluss. Die Applikation airCHeck wurde von den Kantonen in Zusammenarbeit mit der Lungen- und Krebs-Liga lanciert und wurde im Dezember 2017 in die Meteo-Schweiz-App integriert.

Interkantonales Feinstaub-Interventionskonzept

Als Folge einer Situation mit sehr hoher Feinstaubbelastung im Jahr 2006 hat die Schweizerische Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren-Konferenz (BPUK) ein interkantonales Feinstaub-Interventionskonzept beschlossen.

Je nach Höhe der Feinstaubbelastung sieht das Konzept folgende Massnahmen vor:

  • Das PM10-Tagesmittel übersteigt 75 μg/m3: die Bevölkerung wird über die Belastungssituation informiert und Verhaltensempfehlungen zum Schutz der Gesundheit und zur Reduktion der Luftverschmutzung werden erlassen.
  • Das PM10-Tagesmittel übersteigt 100 μg/m3: es werden Sofortmassnahmen ergriffen, um die Schadstoffemissionen zu reduzieren (insbesondere Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den Autobahnen).

In der Westschweiz werden die Massnahmen des Interventionskonzepts ausgelöst, wenn wenigstens drei repräsentative Messstationen aus mindestens zwei Kantonen die festgelegten Schwellenwerte überschreiten und wenn die Wettervorhersagen für die folgenden drei Tage keine Verbesserung der Situation erwarten lassen. Im Kanton Freiburg gehören die Stationen Pérolles-Park in Freiburg und Rue de Vevey in Bulle zu den Referenzstationen des westschweizerischen Beobachtungsnetzes.

Ähnliche News