Stickstoffdioxid, Passivsammler-Messnetz

Das Amt für Umwelt betreibt neben seinen drei Messstationen mit konti­nuierlich messenden Geräten weiter ein Messnetz mit Passivsammlern zur grossflächigen Bestimmung der Stickstoffdioxid-Belastung an rund 30 Messorten. Der jährlich erscheinende Messbericht gibt über die erhobenen Werte Auskunft.

Stickstoffdioxid, Passivsammler
Stickstoffdioxid, Passivsammler © Alle Rechte vorbehalten
Messnetz und Messmethode

Das Amt für Umwelt betreibt ein Messnetz mit drei Messstationen, welche die kontinuierliche Überwachung von mehreren Schadstoffen erlauben, unter anderem auch von Stickstoffdioxid. Vor allem in den Städten stellt das Stickstoffdioxid einen wichtigen Schadstoff dar. Das Amt für Umwelt betreibt daher seit 1989 noch ein zweites Messnetz mit Passivsammlern.

Bei den verwendeten Passivsammlern handelt es sich um kleine Kunststoffröhrchen, die an einem Ende fest verschlossen sind. An diesem Ende befindet sich ein Metallgitter, das mit einer Substanz imprägniert ist, die mit Stickstoffdioxid eine chemische Reaktion eingeht. In der Praxis werden die Passivsammlerröhrchen während mehrerer Wochen der zu messenden Luft ausgesetzt und anschliessend in einem Labor analysiert. Als Resultat dieser Analyse erhält man die durchschnittliche Stickstoffdioxidkonzentration während dem Expositionszeitraum.

Verglichen mit Messgeräten, welche die Schadstoffkonzentration kontinuierlich bestimmen können, weist die Passivsammlermethode den Vorteil auf, dass mit einem weit geringeren personellen und finanziellen Aufwand die Schadstoffbelastung an einer grossen Zahl von Standorten gleichzeitig gemessen werden kann. Allerdings können keine kurzfristigen Spitzenwerte erfasst werden. Es muss daher über die Dauer eines ganzen Jahres gemessen werden, um die Einhaltung des Immissionsgrenzwertes* zu überprüfen. Insgesamt kann festgestellt werden, dass es sich um eine einfache und kostengünstige Methode handelt, welche eine durchaus akzeptable Genauigkeit aufweist (ungefähr 15 bis 20%)

Bericht 2017

Die Stickstoffdioxidkonzentra­tionen in der Luft für 2017 sind gegen­über dem Vorjahr im Durchschnitt um 8% gesunken.

In der Stadt Freiburg ist die Belastung im Bereich des Burgquartiers infolge der Verkehrsumlagerung durch die Poya-Brücke seit Oktober 2014 deutlich gesunken. Ebenfalls ein positiver Effekt ist an der Rue Joseph-Piller in Freiburg festzustellen, die 2014 zur Begegnungszone wurde. Eine Konzentrationsabnahme ist auch an der Place de la Gare in Freiburg zu beobachten; dies als Effekt der Einführung des Einbahnverkehrs an der Avenue de la Gare. In diesen Quartieren und für weite Gebiete des Kantons Freiburg, die nicht unter dem direkten Einfluss von Strassen stehen, wird der Grenzwert eingehalten.

Durch die Eröffnung der Umfahrungsstrasse H189 und die bisher umgesetzten Begleitmassnahmen ist für die meisten Messorte der Agglomeration Bulle eine deutliche Verbesserung zu beobachten. Allerdings flacht die Abnahme der Stickstoffdioxid-Belastung ab. An einigen Standorten ist sogar ein gegenteiliger Effekt erkennbar, die Belastung nimmt zu wie zum Beispiel am Standort H189 – Planchy.

In anderen Gebieten der Agglomeration Freiburg und in gewissen regionalen Zentren, die von hohen Verkehrsmengen und ungünstigen Ausbreitungsbedingungen betroffen sind, wird der Immissionsgrenzwert überschritten. Insgesamt weisen im Jahr 2017 7 der 27 Messorte Jahresmittelwerte über dem Grenzwert auf.

* Luftschadstoff-Immission: Luftverunreinigungen am Ort ihres Einwirkens auf Menschen, Tiere, Pflanzen, Böden und  Sachgüter

Kontakt

Sektion Luft, Lärm und NIS

Ähnliche News