Der ZS ist auf dem TPF-Gelände in Givisiez rund um die Uhr im Einsatz

29. November 2019 -11h38

Rund 45’000 Liter Dieselkraftstoff sind durch die Kanalisation in das Rückhaltebecken des Industriegebiets von Givisiez geflossen. Die Verschmutzung, die am 13. November auf dem TPF-Gelände ihren Anfang nahm, ist beispiellos. Der freiburgische Zivilschutz hat dabei wichtige Funktionen übernommen. Stabsassistenten, Pioniere, Anlagewarte sowie Materialwarte; alle haben dabei ihre privaten und beruflichen täglichen Aktivitäten auf Eis gelegt. Seit dem 14. November sind sie seither rund um die Uhr im Einsatz.

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Rund vierzig Zivilschützer arbeiten abwechselnd sowie in enger Zusammenarbeit mit ihren traditionellen Partnern, insbesondere der Feuerwehr und der Polizei, zusammen. Aber die Zusammenarbeit zur Bewältigung der Situation geht weit darüber hinaus. Vor Ort spiegelt sich dies in einem starken Engagement mit privaten Partnern im Bausektor oder vom Abwasserbereich wieder. Ganz zu schweigen von einer ständigen Partnerschaft mit den Mitarbeitern der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF), die alle Beteiligten durch die Bereitstellung umfangreicher Ressourcen unterstützen. Ebenso haben die Stabsdienste des Amts für Bevölkerungsschutz und Militär (ABSM) erhebliche Unterstützung geleistet.

Der Freiburger Zivilschutz spielt auch im Kommando- und Einsatzposten (KEP) eine Rolle, welcher durch die kantonale Gebäudeversicherungsanstalt (KGV) geführt wird. Die Folgen dieser Verschmutzung veranlassten den Kanton, das kantonale Führungsorgan (KFO) einzurichten, das das Ereignis als schwerwiegend einstuft.

Seit Tagen arbeitet der Zivilschutz auf diese Weise zu Gunsten der Freiburger Bevölkerung. Seine Aufgaben sind verschieden und vielfältig zugleich. Pumpbetrieb, Dammbau, Zugangserstellung, Infrastrukturbetrieb vor Ort, Überwachung, Führungsunterstützung und vieles mehr. Damit unterstreicht er seine Bedeutung als operative Reserve in den Händen des Staatsrates. Der Betrieb läuft ohne Unterbruch durch. Rund 30’000 Liter Diesel wurden bereits abgeschöpft. Der Auftrag wird fortgesetzt.

«Was der Zivilschutz leisten kann»

Der Miliz Olivier Noth ist seit einigen Tagen vor Ort. Als Leiter eines Fachbereichs in der Stabskompanie fungierte er am Einsatzort als Offizier sowie als stellvertretender Einsatzleiter. Nachfolgend sind seine Impressionen.

Was macht diesen Einsatz so speziell?
Wenn ein Haus durch Feuer zerstört wird, wissen Sie genau, was zu tun ist, und Sie wissen, dass das Haus wiederaufgebaut werden muss. Bei diesem verschmutzten Rückhaltebecken besteht für die Wiederherstellung der Situation aus zeitlicher Sicht mehr Unsicherheit. Wie lange dauert die Operation? Dabei geht es um eine ganze Reihe von Fragen, insbesondere seitens der Umweltexperten. Auf dem Feld muss mit einer Reihe von Unbekannten umgegangen werden.

Was war bislang ganz speziell schwierig?
Das Führen der Männer rund um die Uhr! Das geht schon seit einigen Tagen so. Wir müssen ihre Ruhezeiten einhalten und ihre Motivation aufrechterhalten. Im Allgemeinen müssen wir sicherstellen, dass die Voraussetzungen zur Erledigung der anstehenden Arbeiten stimmen. Das führt manchmal dazu, dass wir "Mutterhühner" spielen! Aber es geht um die ordnungsgemässe Durchführung des Auftrages und um ihre eigene Sicherheit.

Wenn Sie nur einen erwähnen könnten, welchen Erfolg würden Sie nennen?
Die Tatsache, dass alle uns anvertrauten Aufträge bisher erfolgreich abgeschlossen werden konnten. Vor allem möchte ich hervorheben, wie es uns gelungen ist, Prioritäten zu setzen. Die Aufgaben vervielfachten sich sehr schnell, aber wir konnten uns in kurzer Zeit organisieren und entsprechend eine operative Struktur aufbauen: Stabschef, Offiziere, Gruppenchefs und Pioniere konnten dann sehr effizient arbeiten.

Der freiburgische Zivilschutz hat die Möglichkeit, seine Daseinsberechtigung unter Beweis zu stellen. Wie haben Sie das draussen mitbekommen?
Wenn die Feuerwehrleute am Abend zu Ihnen kommen, um Ihnen zu danken und Ihnen zu all der Arbeit zu gratulieren, die Sie geleistet haben, sagt das viel aus. Nicht jeder erkennt zwangsläufig alles, was der Zivilschutz leisten kann. Wir sind entschlossen, dies in der Praxis aufzuzeigen. Allerdings müssen wir das Konzept der Mobilisierung noch verbessern, sowohl was die Kapazität der Mobilisierung als auch das Tempo betrifft, mit der wir unsere Leute mobilisieren können.
 

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