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Grossbrände
Grossbrände © Alle Rechte vorbehalten - www.pixabay.com

Grossbrände

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Technische Gefahren: Grossbrände

Vorstellung

Laut der Beratungsstelle für Brandverhütung treten jedes Jahr mehr als 20000 Brände in der Schweiz auf.

Waldbrände mit einer durchgehenden Mindestfläche von 0,5 Hektar und Brände zahlreicher Gebäude gelten hier als Grossbrände.

Gefahren

Die brandbedingten Gefahren sind für  Menschen die folgenden: Verbrennungen, Ersticken und Vergiftungen.

Für die Wirtschaft sind Brände gefährlich, da sie Gebäude und Infrastrukturen zerstören.

Schließlich können die Brände eine Gefahr für die Umwelt darstellen, da sie die Fauna und die Flora zerstören (Waldbrand) und da das Löschwasser die Böden und Gewässer verschmutzt.

Zugrundeliegende Gefahren:

  • Stationären Anlagen
  • Transportwesen

Begriffserklärungen

Kohlenstoffdioxid
Das Kohlendioxid (CO2), ein normales Produkt von Verbrennung, ist in den Rauchgasen vorhanden. Es ist nicht direkt toxisch, aber durch die Beschleunigung der Atemfrequenz erleichtert es das Einatmen von vorhandenen giftigen Gasen. Allerdings können Konzentrationen in der Grössenordnung von 10 bis 12 % schnell zum Tod führen (Lähmung der Atmungszentren). In gasförmigen Zustand, ist Kohlendioxid farb- und geruchlos.

Kohlenstoffmonoxid
Kohlenstoffmonoxid (CO), fälschlicherweise auch Kohlenoxid genannt, ist ein wichtiges toxisches Gas, das im Brandrauch immer vorhanden ist. Dieses farb- und geruchlose Gas, das sich aus der unvollständigen Verbrennung von fast allen natürlichen oder synthetischen Materialien ergibt, ist der Hauptschuldige der Erstickungen bei Bränden. Es ist entflammbar und explosiv.

Rauch
Rauch  ist ein Produkt der Verbrennung, das sich durch seine Undurchdringlichkeit, seine Korrosivität und seine Toxizität auszeichnet. Bei einem Brand in einer geschlossenen Umgebung tragen sie zur Ausbreitung des Feuers über grosse Distanzen bei.

Ereignisbeispiele

2017, London
Der Brand des Grenfell-Turms, eines 24-stöckigen Gebäudes mit 120 Sozialwohnungen in London, begann am 14. Juni gegen 1 Uhr morgens Ortszeit und dauerte bis in den Nachmittag. 200 Feuerwehrleute und 40 Feuerwehrfahrzeuge wurden eingesetzt. Der Turm wurde stark beschädigt, ist aber nicht eingestürzt. Insgesamt kam es zu 79 Toten oder Vermissten (mutmasslich verstorben) und 77 Verletzten. 

2011, Visp
Am 26. April verwüstete ein Waldbrand das Gebiet oberhalb Eyholz in Visp und zerstörte insgesamt 110 Hektaren Wald. Aufgrund der langen Trockenheitsperiode, des starkes Winds und der sehr steilen Topographie, breitete sich das Feuer rasant aus. Mit der Hilfe von zehn Hubschraubern, versuchten etwa 350 Feuerwehrleute, das Brand trotz besonders schwieriger Gelände zu enthalten. Das Feuer wütete während mehreren Tagen und die Löscharbeiten wurden erst vier Wochen nach dem Beginn des Brands definitiv abgeschlossen.

2009, Lausanne
Ein beispielloses Feuer zerstörte das Untergeschoss eines Gebäudes in der Avenue de Provence, wo 50000 Papierarchivboxen gelagert wurden. Das Feuer dauerte 18 Tage und mobilisierte 2000 Menschen, darunter Feuerwehrleute und Soldaten, die 20’000 Liter Wasser pro Sekunde über die Glut abwerfen mussten, um  den Brand zu löschen.
Damals wurden die Kosten der Katastrophe von der KGV auf 25 Millionen Franken geschätzt. 

1805, Bulle
Am 2. April ging die Stadt Bulle in Flammen auf. Mehr als tausend Wohnstätte und die meisten öffentlichen Gebäude wurden in ein paar Stunden zerstört.
Der Wiederaufbau der Stadt dauerte mehr als 50 Jahre.

Turmbrand Grenfell, London, 2017
Turmbrand Grenfell, London, 2017 © Alle Rechte vorbehalten - Natalie Oxford/PA Wire
Turmbrand Grenfell, London, 2017
Verhaltensempfehlungen

Im Brandfall

  • Alarmieren Sie die Feuerwehr und die anderen Insassen
  • Ein kleines Feuer kann mit einer Löschdecke oder einem Handfeuerlöscher bekämpft werden
  • Verlassen Sie das Gebäude und die Risikozone, wenn das Feuer nicht gelöscht werden kann
  • Vermeiden Sie, einen Telefonanruf zu tätigen, damit die Rettungsdienste die Netzwerke optimal benutzen können

Im Waldbrandfall

Im Alltag:

  • Halten Sie die Wege instand, damit die Feuerwehrfahrzeuge fahren können (folgen Sie die Anweisungen der Präfektur)
  • Das Haus von Gestrüpp befreien, Abstand zwischen den Bäumen lassen und diese ausästen, die Blätter um mehr als 3 Meter vom Haus entfernt lassen, Nadeln rechen, Dachrinnen reinigen, vermeiden leicht entzündliche Pflanzenarten (Zypressen) zu pflanzen

Während des Brands:

  • Wenn Sie Zeuge eines Brandes sind, informieren Sie ruhig und präzis die Feuerwehr (118)
  • Kehren Sie dem Feuer den Rücken zu und suchen Sie einen Schutz.
  • Wenn möglich, atmen Sie durch ein feuchtes Tuch
  • Verlassen Sie das Auto nicht wenn Sie von einer Flammenfront überrascht werden.
  • Evakuieren Sie nur auf Anordnung der Behörden
  • Schliessen Sie die Gasflaschen (entfernen Sie die Flaschen, die außen stehen).
  • Schliessen Sie und bewässern Sie die Rollläden, die Türen und die Fenster.
  • Verstopfen Sie die Lüftungsöffnungen mit nassen Tüchern
  • Entfernen Sie die Brennelemente (Wäsche, PVC Möbel, Rohre...)
  • Ziehen Sie sich mit dichter Baumwollkleidung an, die alle Körperteile bedeckt, verwenden Sie keine synthetischen Stoffe, haben Sie immer Lederhandschuhe, eine Mütze, Schutzbrille, einen Schal und hohe Schuhe (wenn möglich aus Leder) zur Hand
  • Vermeiden Sie, einen Telefonanruf zu tätigen, damit die Rettungsdienste die Netzwerke optimal benutzen können

Nach dem Brand:

  • Schützen Sie sich, wenn Sie nach draussen gehen (Lederschuhe und -handschuhe, Baumwollkleidung, Hut)
  • Löschen Sie die verbleibenden Brandherde durch reichliches Bewässern
  • Beaufsichtigen Sie Ihren Wohnsitz, indem Sie die Gluten, die unter den Dachplatten oder in den Lüftungsöffnungen eingeführt werden hätten können, suchen und überwachen
  • Informieren Sie sich über Ihre Nachbarn und wenn nötig, bieten Sie ihnen Ihre Unterstützung an

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