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Anthrax
Anthrax © Alle Rechte vorbehalten

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Gesellschaftliche Gefahren: Anthrax

Vorstellung

Milzbrand (Anthrax) ist eine akute Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Bacillus anthracis verursacht wird. Anthrax ist primär eine Erkrankung von pflanzenfressenden Wild- und Nutztieren, die gelegentlich vom Tier auf den Mensch übertragen wird (Zoonose). Das Bakterium ist in der Lage, äusserst resistente Sporen zu bilden, die bei günstigen Bedingungen mehrere Jahrzehnte in der Umwelt überleben können.

Anthrax kommt natürlicherweise in allen Erdteilen vor, ist in den Industrienationen jedoch ein äusserst seltenes Ereignis. Zu den Risikogruppen gehören Personen, die direkt mit infizierten Tieren oder infektiösen tierischen Produkten in Kontakt kommen (z.B. Landwirte, Tierärzte, Metzger, Gerber, Textilarbeiter).

Neben seinem natürlichen Vorkommen gilt Anthrax auch als äusserst potente biologische Waffe. Traurige Berühmtheit als Bio-Waffe erlangte Bacillus anthracis Ende 2001, als in den USA infolge eines Anschlages mit in Briefen versendeten – höchst wahrscheinlich waffenfähigen – Anthraxsporen, 22 Personen mit Milzbrand infiziert wurden und 5 davon verstarben.

Gefahren

Ein Milzbrand kann durch vielfältige Symptome gekennzeichnet sein, welche sich je nach Übertragungsweg und Eintrittspforte des Erreger bzw. der Sporen unterscheiden. In der Regel werden drei Krankheitsformen beschrieben:

Hautmilzbrand: An der Stelle, wo der Erreger in die Haut eingedrungen ist, entsteht ein kleiner roter Fleck, der sich schnell zu einer meist schmerzlosen Pustel wandelt. In der Folge entwickelt sich aus der Papel ein mit schwarzem Schorf bedecktes Geschwür (Milzbrandkarbunkel). Nach zwei bis drei Wochen löst sich der Schorf und fällt ab, wobei gelegentlich eine Narbe zurückbleibt. Durch Freisetzung von Bakterientoxin und durch die Streuung des Bakteriums über den Lymphweg kann es zu Symptomen wie hohem Fieber, Benommenheit und Blutdruckabfall bis hin zu einer schweren Blutvergiftung mit tödlichem Verlauf kommen. Unbehandelt verläuft der Hautmilzbrand in etwa 10-20% der Fälle tödlich. Bei rechtzeitiger Behandlung kann der Tod in praktisch allen Fällen vermieden werden.

Lungenmilzbrand: Lungenmilzbrand ist sehr selten und wird meist nur durch speziell präparierte Anthrax-Sporen (Biowaffen) hervorgerufen. Eine Erkrankung an Lungenmilzbrand kann durch Einatmen von sehr feinem erregerhaltigem Staub oder infektiösen Tröpfchen ausgelöst werden. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis fünf Tagen stellen sich unspezifische, grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten und Übelkeit ein. Danach entwickelt sich ein akutes Krankheitsbild mit hohem Fieber, Brustschmerzen und Atembeschwerden. Aufgrund von Atembeschwerden und einer Blutvergiftung kommt es innerhalb kurzer Zeit zu Kreislaufversagen und Tod. Der Lungenmilzbrand verläuft unbehandelt in der Regel tödlich. Bei rechtzeitiger Behandlung kann die Sterberate zwar reduziert werden, trotzdem sterben bis zu 80% der Patienten.

Darmmilzbrand: Beim Darmmilzbrand wird der Befall des Rachenraums vom Befall des Magen- Darmtraktes unterschieden. Zu einer Infektion des Rachenraums oder der Speiseröhre kommt es durch die Ablagerung und Keimung von Sporen im oberen Verdauungstrakt. In der Folge entstehen Geschwüre, die zu Wucherung des Lymphgewebes, Gewebeschwellungen und Blutvergiftung führen. Daraus können Schluck- und Atembeschwerden resultieren. Wird der Magen-Darmtrakt von B. anthracis befallen, treten innerhalb von zwei bis fünf Tagen Entzündungen und Blutungen auf, was sich durch starke Bauchschmerzen, Unwohlsein, Erbrechen und blutigen Durchfall äussert. An der Infektionsstelle kann es zu einer massiven Schwellung und zum Absterben der Schleimhaut kommen. Durchbrüche im Verdauungstrakt und Ausschüttung von bakteriellen Giftstoffen (Bakterientoxin) in die Bauchhöhle können innerhalb weniger Tage zu Kreislaufversagen und Tod führen. Ohne rechtzeitige medizinische Betreuung sterben rund 50% der erkrankten Personen.

Ereignisbeispiele

2001, Vereinigten Staaten

Nach den Anschlägen im September 2001, Anthrax enthaltende Briefe wurden Journalisten und US-Senatoren geschickt und töteten fünf Menschen.

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