News

Die Massnahmen des kantonalen Alkoholaktionsplans sind auf Rauschtrinken, Alkoholabhängigkeit und chronischen Alkoholkonsum ausgerichtet

Der kantonale Alkoholaktionsplan (KAAP) definiert die Prioritäten 2018?2021. Rauschtrinken, Alkoholabhängigkeit und chronischer Alkoholkonsum gehören zu den prioritären Problembereichen, die Ad-hoc-Massnahmen verlangen.

Die Bekämpfung des problematischen Alkoholkonsums wird im Rahmen der kantonalen Strategie zur Gesundheitsförderung und Prävention als Priorität der öffentlichen Gesundheit genannt; die entsprechenden Massnahmen sind im KAAP detailliert. Der KAAP ist aus einem partizipativen Vorgehen entstanden und befindet sich ab heute in der Vernehmlassung. Problematischer Alkoholkonsum hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit und das Leben von Betroffenen und ihrem Umfeld. In der Schweiz ist schätzungsweise einer von zwölf Todesfällen bei den 15- bis 74-Jährigen auf Alkoholkonsum zurückzuführen; problematischer Alkoholkonsum verursacht für die Gemeinschaft jährliche Kosten von 4,2 Milliarden Franken1. Laut Anne-Claude Demierre, Staatsrätin und Gesundheitsdirektorin, "reagieren nicht alle gleich auf Alkohol". Gewisse Personen sind aus verschiedenen Gründen und in unterschiedlichen Lebensphasen anfälliger als andere.

Nachhaltiger Effekt auf die Gesundheit

Alkohol ist kein gewöhnliches Konsumgut. Ziel des KAAP ist daher, durch spezifische Massnahmen nachhaltige Auswirkungen auf die Gesundheit der Kantonsbevölkerung zu erzielen. Daher wurden drei Problembereiche für den Kanton als prioritär eingestuft: Rauschtrinken, Alkoholabhängigkeit sowie chronischer Alkoholkonsum. Die vier anderen Problembereiche, bei denen eine Intervention angezeigt ist, sind Alkohol am Steuer, Alkoholkonsum während Schwangerschaft und Stillzeit, Alkohol und Berufsleben sowie Wechselwirkungen zwischen Alkoholkonsum und Medikamenteneinnahme.

Die Bestandsaufnahme im Rahmen der KAAP-Entwicklung hat hervorgebracht, dass im Kanton Freiburg derzeit viele Massnahmen umgesetzt werden. Diese gilt es aufzuwerten, zu koordinieren und durch verschiedene Massnahmen der Verhältnis- und Verhaltensprävention zu ergänzen, die den wissenschaftlichen Evidenzen entsprechen. Bei den Zielgruppen hat die Analyse gezeigt, dass insbesondere die Früherkennung in den Bereichen Betreuung und Sport systematisiert werden muss, da die bestehenden Instrumente bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zu wenig bekannt sind. Kurzinterventionen im medizinischen Bereich, wie Schulung von Ärztinnen und Ärzten, müssten ebenfalls systematisiert werden.

Auf den Konsumkontext einwirken

Das Einwirken auf die Verhaltensweise durch Präventionsmassnahmen ist wichtig, jedoch nicht ausreichend. Der KAAP sieht parallel dazu vor, sogenannte Massnahmen der Verhältnisprävention umzusetzen. Sie sollen den Konsumkontext durch Verstärkung des bereits Bestehenden beeinflussen, allen voran durch zielgerichtete Aktionen zur Erhältlichkeit von Alkohol, die sich auf den problematischen Alkoholkonsum auswirkt. Gemäss den Ergebnissen können durch vorgesehene Testkäufe und Ausbau der Schulungen für das Verkaufspersonal gezielte Massnahmen im Einklang mit den Verkaufsstellen entwickelt werden, wie dies bereits beim Tabak getan wurde.

Ebenfalls in Bezug auf die Erhältlichkeit von Alkohol werden die Möglichkeiten geprüft, die derzeitigen Gesetzesbestimmungen auf Kantonsebene zur Promotion von alkoholischen Getränken zu verstärken.

Andere Massnahmen richten sich an verschiedene, als verletzlich geltende Bevölkerungsgruppen, beispielsweise Aktionen für junge Erwachsene, die wegen Alkoholvergiftung hospitalisiert werden, oder für Personen ab 50 Jahren mit chronischem Alkoholkonsum.

Der KAAP hat den Vorteil, sich auf einen grossen Erfahrungsschatz im Bereich Alkoholpolitik und auf bewährte Massnahmen stützen zu können. Die Umsetzungskosten werden für vier Jahre 489 000 Franken betragen. Im Anschluss wird der KAAP evaluiert.

1 Quelle: Studie vom März 2014: "Alkoholbedingte Kosten in der Schweiz" (Fischer, B. et al., Polynomics, 2014. Schlussbericht im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit, Vertrag Nr. 12.00466)