News

Preis zum Tag der Zweisprachigkeit 2016: vier Projekte ausgezeichnet

Vier Projekte von Freiburger Schulen werden mit dem Preis zum Tag der Zweisprachigkeit 2016 ausgezeichnet. Zwei Projekte stammen von Primarschulklassen aus Freiburg und Cerniat, das dritte vom Kollegium Gambach und ein viertes vom Früherziehungsdienst der Stiftung Les Buissonnets. Die Jury war vor allem von der Kreativität und dem Engagement der Schülerinnen und Schüler und der Unterrichtenden beeindruckt.

Mit dem Preis zum Tag der Zweisprachigkeit werden jedes Jahr Aktionen zugunsten einer gelebten Zweisprachigkeit ausgezeichnet. Dieses Jahr richtete sich der Wettbewerb an Freiburger Unternehmen und Schulen. Trotz der Vermittlung von Wirtschaftsorganisationen reichte kein Unternehmen ein Dossier ein. Dafür sind vier Kandidaturen von Klassen und Schulen eingegangen.

Auch wenn sie nicht sehr zahlreich waren, haben diese Kandidaturen die Jury unter dem Präsidium von Staatsrätin Marie Garnier begeistert. Weitere Jurymitglieder waren Susanne Obermayer, Direktorin des Instituts für Mehrsprachigkeit, Virginie Borel, Direktorin des Forums für die Zweisprachigkeit, Claude Ambrosini, Direktor der Liebherr Machines Bulle SA, und Luca Perazzi, Dekan der Hochschule für Wirtschaft. Die Jury war von der Kreativität und dem Engagement der Schülerinnen und Schüler sowie der Unterrichtenden beeindruckt. Sie hat im Sinne des Wettbewerbs zum Tag der Zweisprachigkeit beschlossen, alle vier Projekte auszuzeichnen, da sie der Ansicht war, dass alle einen Preis verdienten und andere Schulen oder Unterrichtende inspirieren können.

"Krimi-Dîner" ist ein gemeinsames Projekt von zwei 7H-Klassen der Primarschule Jura in Freiburg, einer deutsch- und einer französischsprachigen. Die beiden Klassen haben das Projekt zum Schuljahresbeginn in Angriff genommen und es wird im April 2017 mit einem zweisprachigen Abendessen und Theater, bei dem die Kinder Rollen spielen, abgeschlossen. Die Schülerinnen und Schüler werden sich nicht nur in der Partnersprache ausdrücken, sondern auch Rollen spielen, sowie Kostüme und Plakate für das "Krimi-Dîner" gestallten. Wie die ersten Monate dieses Experiments gezeigt haben, werden dank der gemeinsamen Arbeit der beiden Klassen viele Vorurteile beseitigt.

Die Klasse 8H der Primarschule Cerniat hat im Rahmen des Themas "Planeten" einen Comic gezeichnet, in dem das Abenteuer eines kleinen Ausserirdischen auf Deutsch erzählt wird. Das Projekt wird von den Schülerinnen und Schülern in einem Video auf Deutsch vorgestellt. Das Vorgehen war kreativ und spielerisch zugleich mit Spielen, Zeichnungen und einer kleinen Sciencefiction-Präsentation, und den Kindern hat es offensichtlich viel Spass gemacht.

Mit dem Projekt des Kollegiums Gambach wurde am diesjährigen Tag der Zweisprachigkeit, am 26. September, die Zweisprachigkeit in der ganzen Schule gelebt. Alle Schülerinnen und Schüler wurden in zweisprachige Klassen aufgeteilt. Ein Konzert der Klasse "zweisprachige Musik" und zweisprachige Debatten auf RadioGambach verliehen dem Tag einen festlichen Rahmen, gewürzt mit etwas Utopie.

Das seit 2014 bestehende Konzept Twix des Früherziehungsdienstes der Stiftung Les Buissonnets gefiel der Jury besonders, da es den Unterrichtenden die Möglichkeit gibt, sich täglich auszutauschen und dies nicht nur auf sprachlicher Ebene sondern auch über pädagogische Ansätze. Konkret besuchen Duos aus jeweils einer deutsch- und einer französischsprachigen Kollegin gemeinsam betreute Familien, was auch auf pädagogischer Ebene bereichernd ist.

Die Verleihung der Preise in der Höhe von 500 Franken für jedes Projekt fand am 12. Dezember 2016 an der Universität Freiburg anlässlich der Vernissage der von Olivier Suter realisierten Ausstellung "Babel" über die Mehrsprachigkeit in der Schweiz statt.

Der Freiburger Künstler hatte Bundesrat und Kulturminister Alain Berset gebeten, einen Text zu verfassen zur Mehrsprachigkeit und Multikulturalität in der Schweiz. Der Text wurde anschliessend sukzessive in die 25 meistgesprochenen Sprachen des Landes übersetzt, nicht von professionellen Übersetzern, sondern von die jeweilige Sprache Sprechenden, nach System Buschtelefon. Trotz der mehrfachen Übersetzungen blieb der ursprüngliche Text erhalten. Diese Ausstellung wurde im Juni 2016 im Bundeshaus zum ersten Mal präsentiert. Sie kann bis am 13. Januar 2017 an der Universität Freiburg (Miséricorde, Halle AGEF) jeweils von Montag bis Freitag besucht werden.