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Mit einer Behinderung einer normalen Arbeit nachgehen ist möglich

Die Volkswirtschaftsdirektion (VWD) und der Verein Pro Infirmis Freiburg ziehen eine positive Bilanz über den ersten Versuch mit InsertH, einer neuen Massnahme im Kanton Freiburg. Diese beinhaltet die Schaffung von geschützten Arbeitsplätzen im offenen Arbeitsmarkt. Samuel Costa, 20-jährig, ist behindert. Er hat seit über einem Jahr eine Teilzeitstelle beim Handelsregisteramt und wird demnächst seinen Beschäftigungsgrad aufstocken. Das Pilotprojekt steht in Verbindung mit dem neuen kantonalen Gesetz über Menschen mit Behinderung. Das Gesetz wird dieses Jahr dem Grossen Rat vorgelegt.

"Guten Tag, ich heisse Samuel Costa und bin 20 Jahre alt. Ich arbeite beim Handelsregister des Kantons Freiburg." Mit diesen Worten beginnt das kurze Videoporträt des jungen Mannes. Der Kurzfilm präsentiert einen Lebenslauf, der von einem Schlaganfall mit 16 Jahren gezeichnet ist. Nach einer langen Rehabilitation arbeitet Samuel Costa heute beim Kanton Freiburg. Nachdem er zuvor bereits in einer geschützten Werkstätte gearbeitet hat, schätzt er es sehr, auf dem offenen Arbeitsmarkt arbeiten zu können. In der Tat lässt es die Behinderung von Samuel zu, seine Kompetenzen in einem normalen öffentlichen oder privaten Arbeitsumfeld einzusetzen.

Die Massnahme
InsertH richtet sich an behinderte Personen mit einer vollen IV-Rente. Die Tätigkeit muss auf die Kompetenzen der Person zugeschnitten sein. Man kann also beispielsweise von einer Person, die rasch ermüdet, nicht verlangen, dass sie achteinhalb Stunden pro Tag arbeitet. Die Stelle, die sie besetzt, muss überzählig sein. Das heisst, das Unternehmen muss auch ohne die Person normal funktionieren können, die im Rahmen der Massnahme InsertH beschäftigt ist. Die IV zahlt weiterhin die Rente aus und der Arbeitgeber zahlt eine Lohnergänzung.

Ein erfolgsgekrönter Versuch
Die Massnahme InsertH ermöglicht es einer behinderten Person, einen privilegierten Kontakt mit der Gesellschaft und der Arbeitswelt zu behalten. Der Kanton Waadt nutzt die Massnahme InsertH bereits seit 2011 und zieht eine überaus positive Bilanz. Der Verein Pro Infirmis Freiburg, der für die Massnahme verantwortlich ist, stürzt sich deshalb heute ebenfalls ins Abenteuer, das erfreuliche Perspektiven in Bezug auf die Rechte von behinderten Personen bietet. Der Gesetzesentwurf über Menschen mit Behinderung, der dieses Jahr noch dem Grossen Rat vorgelegt wird, stösst in die gleiche Richtung vor.

Der Kurzfilm über die Erfahrungen von Samuel Costa wird namentlich über die sozialen Netzwerke verbreitet. Durch das gezeigte Beispiel sollen andere öffentlichen Stellen und Privatunternehmen dazu animiert werden, sich ebenfalls auf das Abenteuer InsertH einzulassen. Der Film kann angesehen werden unter: Page Facebook de la DEE oder auf YouTube: L'Etat de Fribourg fait l'expérience InsertH: le portrait de Samuel Costa.

Samuel Costa möchte heute seinen Beschäftigungsgrad steigern. Deshalb sucht die Volkswirtschaftsdirektion zurzeit nach anderen Einheiten, die ihr unterstellt sind und in denen der junge Mann seine Kompetenzen ausbauen kann. Im Alter von 20 Jahren hofft Samuel Costa sehr, mit der Zeit genügend Berufserfahrung zu sammeln, um eine Ausbildung abzuschliessen und nicht länger von der IV abhängig zu sein.

Wer an der Massnahme InsertH interessiert ist, kann sich für weitere Informationen an den Verein Pro Infirmis Freiburg (+41 26 347 40 00 / fribourg@proinfirmis.ch) wenden.