Sexuelle Ausbeutung und Misshandlung gegen Kindern

Sexuelle Ausbeutung und Misshandlung

Sexuelle Ausbeutung ist Machtmissbrauch. Das bedeutet, dass durch Gewalt oder durch Verführung eine schwächere Person oder ein Kind zu sexuellen Handlungen gezwungen wird. Dies ist ein Angriff auf die persönliche Integrität.
 
Dabei werden immer emotionale, beziehungsmässige und generationenbedingte Grenzen überschritten.

Foto H.Steinmann

Kinder können erpresst oder unter Druck gesetzt werden, damit sie nicht über den Missbrauch sprechen.
 
Die folgende Aufzählung von körperlichen und psychischen Anzeichen ist nicht vollständig. Sie können Hinweise auf sexuelle Ausbeutung geben.
 
Körperliche Anzeichen

  • Quetschungen, blaue Flecken, Kratzer
  • Verletzungen, anhaltende Infektionen (Genital- und Analbereich)
  •  Schwangerschaft von Jugendlichen (die der Frage nach der Vaterschaft allenfalls ausweichen)

Psychologische Anzeichen

  • Ungewöhnliche Kenntnisse von Kindern vor dem Pubertätsalter über geschlechtliche Dinge (Wortschatz, Zeichnungen, Spiele)
  • Ständige Beschäftigung mit Fragen der Sexualität und der sexuellen Identität
  • Auffällige Masturbation
  • Versuch, andere Kinder in sexuelle Dinge „einzuweihen“
  • Plötzlich auftretende, sehr starke und unerklärliche Scham
  • Änderung von Gewohnheiten
  • Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Alpträume
  • Bauchschmerzen
  • Regressives Verhalten (erneutes Einnässen, Daumenlutschen usw.)
  • Anklammern an die Mutter, starke Ablehnung des Autonomieprozesses
  • Vermeiden bestimmter Orte oder Personen
  • Tendenz, sich zurückzuziehen
  • Aggressivität, Ängste, Wutanfälle, Tränenausbrüche

Solche Anzeichen können sofort auftreten oder ein paar Monate nach dem Geschehen.
Unabhängig davon, ob sie anhaltend oder vorübergehend sind, sind sie durch verschiedene  Faktoren und der Persönlichkeit des Kindes beeinflusst.
 
Unterschied zwischen sexuellen Spielen und sexueller Ausbeutung

Im Unterschied zu sexueller Ausbeutung werden sexuelle Spiele nicht als peinlich erlebt, verursachen kein Leid und müssen nicht geheim gehalten werden.