Naturgefahren

Strategie Naturgefahren
 
Die Hauptaufgaben des Amts liegen im Bereich der präventiven Massnahmen. Die territoriale Organisation, fachkundige Förster im Gelände sowie verschiedene finanzielle Unterstützungsinstrumente erlauben jedoch auch wichtige Beiträge im Bereich der Intervention und der Instandstellung nach Ereignissen. Beim Umgang mit Naturgefahren werden mehrere Stossrichtungen verfolgt:

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Eine erfolgreiche Prävention gegen Schäden ist zwingend auf eine Raumplanung angewiesen, welche die Gegebenheiten von Naturgefahren angemessen berücksichtigt. Das Amt leistet hier wichtige Beiträge im Bereich der Grundlagen, nämlich mit der Ausarbeitung von Gefahrenhinweiskarten, von Gefahrenkarten sowie dem Führen eines Ereigniskatasters.

Raumplanerische Massnahmen bewirken allerdings nur wenig an Orten, wo Schadenspotenziale aufgrund früherer baulicher Entwicklungen bereits bestehen. Hier sind allenfalls technische Schutzbauten notwendig, welche ebenfalls der Prävention zugeordnet werden. Als sehr wichtiges natürliches und multifunktionales Schutzwerk dienen ausserdem die Schutzwälder, für die ein besonders grosses öffentliches Interesse besteht. Dieses in der Bundesverfassung verankerte Thema entspricht einer traditionsreichen Priorität des Amts und des Forstdienstes.
Auch mit umfassenden präventiven Massnahmen ist absolute Sicherheit kaum zu erreichen.

Organisatorische Massnahmen erweisen sich oft als wichtige Ergänzungen, um Schäden und Risiken an Leib und Leben durch Naturgefahren zu reduzieren. Die Überwachung von gefährlichen Gebieten, Sperrungen und Evakuationen, Beiträge zur Prognosearbeit wie beispielsweise das Betreiben von zwei Stationen für die Lawinenwarnung des SLF und Informationstätigkeiten bilden Bestandteile dieses Bereichs.

Schutzwald

Felssturz (Villars-sous-Mont, FR, 2004). Die meisten Blöcke wurden von den Buchen im Transitgebiet gestoppt, wenige gelangten trotzdem bis zum Talgrund und verfehlten dort knapp einen Strommasten der NOK.

Ähnlich dem Umweltschutz erfordert ein integrales Risikomanagement ein Zusammenwirken sehr vieler Partner. Wichtige Aufgaben liegen z.B. bei den Gemeinden, bei der Feuerwehr, beim Zivilschutz, beim Bau- und Raumplanungsamt (hier ist die koordinierend wirkende Naturgefahrenkommission angegliedert), beim Tiefbauamt mit der Sektion Gewässer, beim Amt für Landwirtschaft, beim Amt für Bevölkerungsschutz, bei der Polizei, bei der Privatwirtschaft (Unternehmen, Versicherungen usw.) und natürlich auch bei Betreibern von Strassen und Bahnen, die je nach Situation bei der Vorbeugung und Bewältigung von Naturereignissen aktiv sind oder sein müssen.
Bei all dem darf aber nie vergessen werden, dass auch Bürgerinnen und Bürger als Individuen eine grosse Eigenverantwortung für ihre Sicherheit und die Vermeidung von Schäden wahrzunehmen haben.

Lawinenverbauung oberhalb Jaun

Permanente Lawinenschutzverbauung aus den 1960er Jahren (Jaun, FR, 2006). Wegen der Höhenlage und der Alpbewirtschaftung ist hier eine Bewaldung schwierig. Arme Berggemeinden können solche aufwändigen Massnahmen nicht selber finanzieren.