Steuerinspektorat

Erfahrungsgemäss ist die korrekte Anwendung der Steuergesetzgebung weitgehend von den von der Verwaltung durchgeführten Kontrollen abhängig. Stossen die Veranlagungsabteilungen auf Unstimmigkeiten in den Steuererklärungen, so informieren sie das Steuerinspektorat, das sich mit den fehlenden Angaben in der Steuererklärung genauer befasst.

Sollten Sie beim Ausfüllen Ihrer Steuererklärung feststellen, dass Wertschriften und deren Erträge oder andere Vermögens- und Einkommenselemente nicht deklariert worden sind, so haben Sie die Möglichkeit zur Selbstanzeige, dabei sind die notwendigen Belege beizulegen.

Wenn infolge dieser Selbstdeklaration ein Steuerhinterziehungsverfahren eröffnet wird, wird die Busse auf einen Fünftel der hinterzogenen Steuer ermässigt, insofern die Steuerbehörde nicht schon vorher von dieser Übertretung Kenntnis hatte.

Sollten Sie Kenntnis haben von nicht deklarierten Elementen, so können Sie jederzeit die nötigen Auskünfte vom Steuerinspektorat erhalten (Tel. 026 305 34 85).

Auch bei Erbschaften und Schenkungen sind die erhaltenen Kapitalien anzugeben. Nähere Auskünfte erteilen die kantonalen Steuerbehörden, insbesondere das vorgenannte Steuerinspektorat.

Ist ein Steuerhinterziehungsverfahren beim Tode einer steuerpflichtigen Person noch nicht durch einen rechtskräftigen Entscheid abgeschlossen oder wurde es erst nach dem Ableben eröffnet, so wird keine Busse erhoben.

Handelt es sich um eine so genannte einfache Steuerhinterziehung, so wird diese im Allgemeinen mit einer von der Kantonalen Steuerverwaltung festgesetzten Busse geahndet, zu der noch der hinterzogene Steuerbetrag und Verzugszinsen hinzukommen.

Täuscht die betreffende Person die Steuerbehörden jedoch ganz bewusst mit gefälschten, verfälschten oder inhaltlich unwahren Urkunden, so hat sie mit höheren Strafen zu rechnen. Zusätzlich zu den Verwaltungssanktionen kann gegen sie auch Strafklage erhoben werden, in deren Rahmen sie mit Busse oder Gefängnis bestraft werden kann.

Es ist besser im Zeitpunkt der Einkommenserzielung die Steuern zu bezahlen, als später plötzlich für mehrere Jahre hinterzogene Steuerbeträge, Verzugszinse und Steuerbussen.

Amnestie

Am 20. März 2008 hat das Bundesparlament das Bundesgesetz über die Vereinfachung der Nachbesteuerung in Erbfällen und die Einführung der straflosen Selbstanzeige verabschiedet. Dieses Gesetz ist am 1. Januar 2010 in Kraft getreten.  

Ab 2010 kommen Erben, die eine Steuerhinterziehung des Erblassers anzeigen, in den Genuss einer ermässigten Erbennachbesteuerung inklusive Verzugszins: Die Steuer mitsamt Verzugszins soll nur noch für die letzten drei vor dem Todesjahr des Erblassers abgelaufenen Steuerperiode nachgefordert werden.  

Ausserdem kann eine steuerpflichtige Person bei der ersten Selbstanzeige einer Hinterziehung komplett straffrei ausgehen und hat einzig die ordentliche Nachsteuer und den Verzugzins nachzuzahlen. Mit diesen beiden Massnahmen sollen hinterzogene Einkommen und Vermögen leichter der Legalität zugeführt werden.