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„Ein letztes Glas?“ Ausstellung über ein Material

Das Amt für Archäologie präsentiert seine neue Sonderausstellung, die sich der Freiburger archäologischen Sammlung der im Grabkontext aufgefundenen Glaswaren widmet. Seien es „letzte Verpackungen" oder Totenbeigaben wie Schmuck und Gefässe, die vom 21. Juni 2014 bis zum 20. September 2015 in Freiburg gezeigte Schau lädt die Besucher ein, die Geschichte dieses Werkstoffs zu entdecken, die nicht nur von den ersten Freiburger Glasobjekten, sondern auch von den ausgeklügelten Techniken der antiken Glasmacher erzählt.

Glas, das im Nahen Osten und in Ägypten im Verlaufe des 3. Jahrtausends v.Chr. erscheint, ist ein Gemenge aus Rohstoffen, die bei hoher Temperatur miteinander erhitzt werden: Sand, dem man je nach Epoche natrium- bzw. kaliumhaltige Pflanzenaschen oder Soda (aus Ägypten stammendes Salzgestein mit hohem Gehalt an Natriumcarbonat) beifügt. Einmal abgekühlt, wird die Glasgrundmasse zu Brocken zerkleinert und hauptsächlich auf dem Seeweg in Werkstätten geliefert, in denen sie eingeschmolzen und zu Endprodukten verarbeitet wird. In römischer Zeit wird Glas in grossem Umfang gehandelt. So wie sich im Laufe der Jahrhunderte die Herstellung ändert - zunächst über einer Halbform abgesenkt, später mit Hilfe der Glasmacherpfeife geblasen - ändern sich auch die Formen des Glases, seien es Perlen, Statuetten oder Gefässe.

Die Ausstellung stellt Glaswaren in den Mittelpunkt, die aus dem Grabbereich stammen und die Verstorbenen in ihre letzten Ruhestätten begleiteten. Als Spiegel des Lebens geben uns die antiken Gräber oft besser Auskunft über Gegenstände aus Glas als Siedlungen, in denen Glasfunde in der Regel seltener und fragmentarischer erhalten sind.

Freiburger Sammlung

Die Schau lädt ein, die Jahrhunderte zu durchstreifen, indem sie den geschichtlichen Bogen vom ältesten Glasobjekt aus der Freiburger Sammlung - eine ringförmige blaue Perle aus der Zeit 1300-1100 v.Chr. - bis zum Trinkgefäss mit Endknopf aus dem 6. Jh. n.Chr. spannt, ohne dabei die unzähligen farbkräftigen Armreifen der Latènezeit oder die römerzeitlichen, mit Glaseinlagen geschmückten Fibeln auszulassen.

Auch Vorführungen, Workshops, Vorträge und Führungen (F/D) stehen auf dem Programm dieser Ausstellung, die aus Anlass des 20. Kongresses der Association internationale pour l'Histoire du Verre (Freiburg und Romont) gezeigt wird. "Ein letztes Glas? Archäologie eines Materials" wird nicht nur durch Leihgaben des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg sowie des Bernischen Historischen Museums bereichert, sondern auch durch die Arbeit von Chantal Martin Pruvot. Die profunde Kennerin des antiken Glases und Archäologin hat bei der Auswahl und Untersuchung der ausgestellten Objekte, sowie der Erstellung des farbigen Begleitkatalogs, der sowohl in Deutsch als auch in Französisch („Un dernier verre? Archéologie d'une matière") erschienen ist, mitgewirkt.

Praktische Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: SAEF_UnDernierVerre@fr.ch oder 026 305 82 67

Öffnungszeiten: Mittwoch (10:00-12:00 Uhr - ausser während den Schulferien - und 14:00-17:00 Uhr), Samstag und Sonntag (14:00-17:00 Uhr)

www.undernierverre.ch