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Freiburger Hefte für Archäologie 14/2012

Das Amt für Archäologie freut sich, Ihnen seine Neuerscheinung vorzustellen, die 14. Ausgabe der Feiburger Hefte für Archäologie.

Unbestrittener archäologischer Höhepunkt des Jahres 2011 war die Aufnahme der "Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen" in die Weltkulturerbe-Liste der Unesco. Zu den ausgezeichneten Fundstellen zählen auch fünf Freiburger Uferstationen - Grund genug, sich im "Dossier" der Freiburger Hefte für Archäologie 2012 den unterwasserarchäologischen Ausgrabungen im Kanton zu widmen. Angesichts der Bedrohung durch natürliche Erosion und menschliche Einflüsse werden die Siedlungsplätze an den Uferzonen des Murten- und Neuenburgersees seit einigen Jahren durch das Amt für Archäologie regelmässig auf ihren Zustand hin überprüft.

Ziel ist es, diese vergänglichen, Jahrtausend alten Relikte zu überwachen, Massnahmen zu ihrem Schutz zu ergreifen und sie zu dokumentieren, bevor sie möglicherweise unwiederbringlich verloren gehen. Die drei "Studien" befassen sich mit Themen aus der römischen Epoche und dem Mittelalter, wobei die ersten beiden Artikel die Autobahngrabungen (A1 und A12) würdigen, die seit dem Ende des letzten Jahrhunderts die kantonale Archäologie massgeblich bestimmten. Dank den wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesen umfangreichen Interventionen können in diesem Heft zwei besondere Fundstücke vorgestellt werden, die weit bedeutender sind, als man zunächst ahnen möchte.

Die mit dem Finger auf einem Ziegel aus Murten/Combette angebrachte zweizeilige Inschrift stammt von einem Mann namens Marcus Aurelius Super und stellt den bislang einzigen Beleg für ein römisches Reklameschild nördlich der Alpen dar. Dagegen zeichnet sich der in Marsens/En Barras gefundene Schreibgriffel aus Eisen durch seine ungewöhnlichen Masse und seine reichhaltige Verzierung aus; zweifellos widerspiegelt der bislang einzigartige Fund den Reichtum und die hohe Stellung seines oder seiner Besitzer. Der letzte Beitrag widmet sich den baubegleitenden archäologischen Untersuchungen, die im Zuge von Restaurierungsarbeiten in der Kirche St. Johann stattfanden. Der Sakralbau reicht mit seinen Anfängen bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück und erfuhr im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche bauliche Veränderungen.

Unter der Rubrik "Aktuelles und Tätigkeiten" - die in diesem Jahr besonders umfassend ist - finden sich verschiedene Artikel zu Interventionen, die durch Baumassnahmen ausgelöst wurden und mehrheitlich Überreste aus dem Mittelalter lieferten. Die Verlegung einer Fernheizleitung in Belfaux gab Anlass zu einer Rettungsgrabung im Zentrum der Gemeinde, welches die Hinterlassenschaften sowohl eines Sakralbaus als auch eines Friedhofes und einer Siedlung umfasst. Der Umbau eines Hauses in Estavayer-le-Lac führte zur Entdeckung eines Ofens aus dem 14. Jahrhundert.

Dem Zufall ist es zu verdanken, dass in Freiburg eine Gusseisenplatte mit dem Wappen der Zähringer und dem Stadtwappen zum Vorschein gekommen ist, die von einem Ofen stammt, der zwischen 1540 und 1775/1776 den Saal des Grossen Rates im Rathaus heizte. Die vom bekannten Künstler Hans Gieng gefertigte Ofenplatte befindet sich heute in der Sammlung des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg. Zwei hölzerne Füllbretter eines Bettes, die in einem Gebäude an der Alten Brunnengasse wiederverbaut wurden, stellen seltene Zeugnisse des Freiburger Schnitzereihandwerks zu Beginn des 16. Jahrhunderts dar. Schliesslich stiess man in Murten bei Leitungserneuerungen in der Hauptgasse auf das älteste Bodenniveau der Stadt, welches in die Zeit um 1220 datiert.

Das Musée romain de Vallon beschliesst mit einem Beitrag zur Publikationsreihe "Les Guides à pattes", einer Broschüre für Kinder, und seinem Jahresbericht diesen Teil.
Den Abschluss des Heftes bildet wie üblich der archäologische Fundbericht mit einem Überblick über die im Jahr 2011 durchgeführten Interventionen.


Preis des Heftes : CHF 25.- (Ausland : € 20.-)
Bestellung : saef@fr.ch