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Gérald Berger, der Vorsteher des Amts für Kultur, geht in Pension

Gérald Berger, der Vorsteher des Amts für Kultur bei der Direktion für Erziehung, Kultur und Sport
(EKSD), wird Ende September 2013 in Pension gehen.

Gérald Berger, geboren 1951, begann nach seiner Matura am Kollegium St. Michael im Jahr 1972 ein Studium an der Philosophischen Fakultät, das er 1976 mit dem Lizentiat abschloss. Nach einem Praktikum am "Institut de la communication audiovisuelle" in der französischen Stadt Bordeaux er- warb er zudem ein Diplom in Psychologie-Pädagogik der Universität Freiburg. Noch im Jahr 1976 wurde er als Leiter des Medienzentrums, französischsprachiger Teil, des Kantons Freiburg angestellt. In dieser Funktion gründete er den Filmclub Cinéplus sowie die Einführungskurse in die Medien für sämtliche obligatorische Schulen. 1983 wurde er Adjunkt des Vorstehers des Departements für kulturelle Angelegenheiten. Das Amt des Dienstchefs war damals mit jenem des Generalsekretärs der Direktion verbunden. Am 1. Januar 1987 wurden die beiden Funktionen getrennt und Gérald Berger wurde der erste vollamtliche Vorsteher des Amts für kulturelle Angelegenheiten. Dieses wurde am 1. Januar 2003 in Amt für Kultur umbenannt, das seine eigenen Dossiers im Bereich der Kulturförderung führt und dem die kulturellen Institutionen des Staates unterstehen: das Staatsarchiv, die Kantons- und Universitätsbibliothek, das Konservatorium, das Museum für Kunst und Geschichte und das Naturhistorische Museum.

Als Gérald Berger sein Amt als Vorsteher antrat, brachte er seine berufliche Erfahrung mit zeitgenössischen Medien mit. Sein Denken über die kulturellen Einrichtungen war geprägt von seinem Bestreben, die Strukturen an das aktuelle Umfeld anzupassen. Daraus entstand schliesslich ein Gesamtkonzept für die Kulturpolitik des Staates, konkret umgesetzt durch eine umfassende Gesetzgebung, die heute noch in Kraft ist und von der sich mehrere andere Kantone inspirieren liessen. Besonders erwähnenswert ist das Gesetz über die kulturellen Angelegenheiten und das Gesetz über die kulturellen Institutionen des Staates, die beide im Jahr institutions 1991 vom Grossen Rat verabschiedet wurden. Bis 2002 befasste sich Gérald Berger ebenfalls mit den Aufgaben des Amts für Archäologie und mit jenen des Amts für Kulturgüter.

Gérald Bergers Name wird mit zahlreichen Ereignissen in Verbindung gebracht: Vom 700. Geburtstag der Eidgenossenschaft bis zur Expo.02, dem Freiburger Gastauftritt am Sechseläuten bis Nova Friburgo, von der Zusammenarbeit mit der Region Elsass bis zur Sicherung des Fortbestands des Théâtre des Osses und zur Gründung des Freiburger Kammerorchesters, um nur einige wenige zu nennen. Die Freiburger Kulturszene hat sich in den vergangenen dreissig Jahren stark gewandelt; sie hat sich stark geöffnet, ist grösser, vielfältiger und auch professioneller geworden. So sind auch Produktionen entstanden, die über die Kantonsgrenzen hinaus Bekanntheit erringen konnten. Gérald Berger hat diese Entwicklung mitgetragen, war teilweise aktiv beteiligt und hat sich dafür engagiert. Er hat viele Instrumente zur Kulturförderung ins Leben gerufen wie die "Fotografische Ermittlung: Thema Freiburg" oder die Eröffnung von ständigen Künstlerresidenzen in Paris, Berlin und New- York. Daneben hat er Möglichkeit geschaffen, damit der Staat die Schaffung von Bühneninfrastrukturen in der Freiburger Agglomeration und in mehreren Bezirken unterstützen kann. Die Republik Frankreich ehrte ihn für sein Engagement im Bereich der Kultur und verlieh ihm im Jahr 2009 den Orden "Chevalier des Arts et Lettres".

Die Direktion für Erziehung, Kultur und Sport dankt Gérald Berger für seinen langjährigen grossen Einsatz, sein unermüdliches Bestreben, gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen zu suchen, und seine vielen Tätigkeiten im Dienste des Staates. Sie wird ihn zur gegebenen Zeit offiziell verab- schieden.