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Die kantonalen Subventionen für Schindeldächer werden von 15 auf 20% erhöht

Trotz weniger hoher Kosten dank kantonaler und eidgenössischer Subventionen können sich Schindeldächer gegenüber Bedachungen aus Faserzement, Aluminiumschiefer oder Blechtafeln nur schwer durchsetzen. So lautet der Befund des dem Grossen Rat unterbreiteten Staatsratsberichts vom 3. April 2012 zum Postulat Gilles Schorderet/Yvan Hunziker. Eine Anhebung des kantonalen Subventionssatzes von 15 auf 20% soll die Attraktivität der Holzbedachungen erhöhen, die den Erfordernissen der nachhaltigen Entwicklung entsprechen. Der Beschluss über die Erhaltung des Baukulturgutes der Alpen wurde entsprechend geändert.

Kann man die Eigentümer überzeugen, Schindeln und Brettschindeln statt Blech oder Eternit zu verwenden? Wie ein dem Grossen Rat unterbreiteter Staatsratsbericht feststellt, erachten die Eigentümer Holzbedachungen als teurer. Die Förderung dieses Dachtyps setzt somit die Erhöhung der kantonalen Subvention von 15 auf 20% voraus. Eine dieses Frühjahr mit dem Bundesamt für Kultur unterzeichnete Programmvereinbarung sieht unter anderem die Erhaltung des Baukulturgutes der Alpen durch Holzdächer vor. Der Subventionssatz des Bundes wird ebenfalls 20% betragen. Zu den kantonalen und eidgenössischen Subventionen kommt zudem eine Hilfe von 15% durch den Fonds Landschaft Schweiz hinzu.

Die Erhöhung dieser Finanzhilfe rechtfertigt, dass die Restaurierung - die Instandsetzung des Gebäudes mit traditionellen Materialien - nicht mehr allein für in das Verzeichnis aufgenommene Alphütten des Werts A, sondern auch für jene des Werts B gefordert wird, die insgesamt 14% der verzeichneten Objekte (185/1350) darstellen.

Eine weitere Neuheit: die Verwendung von Metall für die Bedachung von Alphütten ist nicht mehr grundsätzlich untersagt. Weiterhin verboten sind allerdings Profil- oder Wellbleche, die sich mit dem Ziel der Erhaltung des Baukulturgutes der Alpen nicht vereinbaren lassen, sowie gewellte Faserzementplatten. Diese Bedachungstypen heben das typische Muster auf, das sich aus dem Aneinanderfügen vieler kleinformatiger Einzelteile ergibt. Das Metall muss nichtreflektierend und von mattgrauer Färbung sein, die an jene alter Holzschindeln erinnert.

Die finanziellen Auswirkungen dieser Massnahmen wurden evaluiert und stellen das Budgetgleichgewicht nicht in Frage. Sie entsprechen lediglich 5% des für die Subventionen des Kulturgüterschutzes bewilligten Jahresbudgets.