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Die vom Staatsrat vorgeschlagenen lebendigen Traditionen Freiburgs fanden Aufnahme ins schweizerische Inventar der lebendigen Traditionen in der Schweiz

Der Bund veröffentlicht heute das Inventar des immateriellen Kulturerbes der Schweiz. Dieses wird auf einer Internetseite mit Datenbank aufgeschaltet: www.lebendige-traditionen.ch. Das nationale Inventar wurde auf Empfehlung einer Expertenkommission und in enger Zusammenarbeit mit den Kantonen erstellt. Insgesamt sind darin 167 Traditionen erfasst, die vom Reichtum des immateriellen Kulturerbes unseres Landes zeugen. Die vom Staatsrat vorgeschlagenen lebendigen Traditionen Freiburgs wurden in dieses Inventar aufgenommen.

Die Schweiz hat sich 2008 mit dem Beitritt zur UNESCO-Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes verpflichtet, ein nationales Inventar des Kulturerbes zu erarbeiten. Diese Verpflichtung wird heute mit dem Aufschalten der Seite www.lebendige-traditionen.ch eingelöst, auf der 167 Schweizer Traditionen präsentiert werden, die von der Expertenkommission in Zusammenarbeit mit den Kantonen ausgewählt wurden.

Im vergangenen Jahr hatte der Staatsrat der Expertenkommission eine Liste der wichtigsten Traditionen Freiburgs vorgeschlagen. Sämtliche Vorschläge fanden Aufnahme ins nationale Inventar. Der Staatsrat hatte folgende Traditionen vorgeschlagen:

  • Bénichon-Kilbi
  • Freiburger Chorgesang
  • Poyas
  • Ranz des vaches, Kuhreihen, Lioba
  • Sankt Nikolaus in Freiburg
  • Alpsaison im Greyerzerland
  • Gesundbeten (mit den Kantonen Jura und Wallis)
  • Schindelmacherei (mit dem Kanton Waadt)
  • Fondue

Die Expertenkommission beschrieb zudem mehrere lebendige Traditionen, die der Kanton Freiburg mit anderen Kantonen oder mit der gesamten Schweiz gemeinsam hat. Die vollständige Liste kann auf der erwähnten Internetseite konsultiert werden.

Inventar der lebendigen Traditionen im Kanton Freiburg
Der Kanton Freiburg hatte über das Amt für Kultur das Greyerzer Museum damit beauftragt, ein Inventar für den Kanton zu erarbeiten. Dieses bildete für diese Aufgabe eine Expertengruppe unter der Leitung von Isabelle Raboud-Schüle, die schliesslich eine kantonale Liste mit rund 60 lebendigen Traditionen Freiburgs zusammenstellte. Das kantonale Inventar soll im Laufe des Jahres 2013 im Internet aufgeschaltet werden. Dort wird jede Tradition mit einem Kurzbeschrieb, einem Bild, bibliographischen Hinweisen und nützlichen Links präsentiert. Später könnte die Seite auch mit visuellen (Videos) oder akustischen Elementen erweitert werden.

Immaterielles Kulturerbe
Das Kulturerbe beschränkt sich nicht auf Denkmäler und auf Kunstsammlungen. Es umfasst auch lebendige Traditionen oder Ausdrucksweisen. Die UNESCO hat diese in fünf Kategorien unterteilt: Mündliche Ausdrucksweisen, darstellende Künste, gesellschaftliche Praktiken, Umgang mit der Natur, traditionelles Handwerk. Um berücksichtigt zu werden, muss eine Tradition seit mindestens zwei Generationen bestehen, sich ständig verändern und neu erfinden sowie den Volksgemeinschaften und -gruppen, die diese Traditionen praktizieren, ein Gefühl der Identität vermitteln.

Die "Liste der lebendigen Traditionen in der Schweiz" soll zur Erreichung folgender Zielsetzungen beitragen: Die Öffentlichkeit für die Bedeutung der Praxis und der Vermittlung lebendiger Traditionen sensibilisieren, die Anerkennung der Träger lebendiger Traditionen fördern und eine Grundlage für weiterführende Initiativen und Partnerschaften schaffen, welche die Praxis der lebendigen Traditionen unterstützen.