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Ausstellung unesc…eau. Fünf Freiburger Pfahlbausiedlungen von Weltrang

Das Amt für Archäologie freut sich, Ihnen vom 16. Juni 2012 bis 17. Februar 2013 seine neue Sonderausstellung im Musée Romain de Vallon zeigen zu können. Die Ausstellung präsentiert der Öffentlichkeit die fünf Freiburger Pfahlbausiedlungen, die zusammen mit 111 anderen Seeuferrandsiedlungen des Alpenbogens das Welterbesiegel "UNESCO Weltkulturerbe Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen" zugesprochen bekamen.

Die Feuchtbodenerhaltung, aufgrund derer sich organische Materialen nicht zersetzen, macht die circumalpinen Seen und Moore zu aussergewöhnlichen archäologischen Fundplätzen. Allerdings sind sie heute stark von der Zerstörung durch natürliche Erosion und menschliche Eingriffe bedroht. Aus dem Wissen um ihre fortschreitende Zerstörung und ihren unschätzbar hohen kulturellen Wert entstand auf Schweizer Anregung die Idee, die "Pfahlbausiedlungen rund um die Alpen" der UNSECO als "internationales serielles Objekt" zur Einschreibung ins Weltkulturerbe vorzuschlagen.
Nach vielen Jahren Arbeit im Vorfeld der Kandidatur war dem Projekt Erfolg beschieden: Im Juni 2011 wurden 111 Pfahlbausiedlungen aus sechs Ländern (Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Slowenien, Schweiz) als serielles historisches Monument von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen. Fünf der 56 Schweizer Pfahlbausiedlungen liegen im Kanton Freiburg (Gletterens/Les Grèves, Greng/Spitz, Haut Vully/Môtier I, Murten/Segelboothafen und Noréaz/En Praz des Gueux). Die Ausstellung zeigt Originalfunde aus Altgrabungen und modernen archäologischen Untersuchungen sowie einen 3D-Schaukasten, in dem die Arbeit der Taucharchäologen in einem nachgestellten natürlichen Umfeld erfahrbar wird. Die Stelltafeln der Ausstellung und eine Computerstation liefern vielfältige Informationen. Es besteht die Möglichkeit,an kostenlosen öffentlichen Führungen, an Workshops (Einschreibung erforderlich) und an einem Erlebnisparcours teilzunehmen.
Mit der Sonderausstellung "unesc…eau. Fünf Freiburger Pfahlbausiedlungen von Weltrang" will das Amt für Archäologie des Kantons Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Musée Romain de Vallon das Ereignis ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und den Bürgern des Kantons Freiburg zeigen, dass sie stolz darauf sein dürfen, ein derart bedeutend eingeschätztes Kulturerbe zu besitzen.
Bis zum Juni 2011 war noch keines der kantonalen Kulturgüter im offiziellen Rang eines Weltkulturerbes. Mit der internationalen Anerkennung der Freiburger Pfahlbaustationen durch die UNESCO ist dies nun endlich der Fall - eine Anerkennung, die ihnen denselben kulturellen Wert beimisst wie den berühmten Pyramiden von Gizeh, der Chinesischen Mauer oder - uns regional näher liegend - den Weinbergterrassen des Lavaux und der Berner Altstadt.

Öffnungszeiten Musée romain de Vallon: Mittwoch bis Sonntag, 14h bis 17h (Oktober bis Mai) bzw. 14h bis 18h (Juni bis September): www.museevallon.ch