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In Brünisried ist der Asiatische Laubholzbockkäfer ausgerottet

Der schweizweit erste Befallsherd des Asiatischen Laubholzbockkäfers wurde 2011 in Brünisried (FR) nachgewiesen. Nach mehreren Jahren Bekämpfung und Kontrolle gilt der Befall nun als getilgt.

2011 wurde in Brünisried im Sensebezirk zum ersten Mal in der Schweiz ein Befallsherd des Asiatischen Laubholzbockkäfers festgestellt. Zusammen mit dem Bund (Entscheid des BAFU, Ratschläge des WSL) hat der Kanton Massnahmen ergriffen, um das Insekt auszurotten. Die befallenen Bäume wurden gefällt, und zusätzliche Bäume wurden präventiv beseitigt. Baumpfleger führten mit speziell trainierten Spürhunden wiederholte Kontrollen durch. Seit nunmehr vier Jahren gab es keine neuen Anzeichen für einen Befall. Der Befallsherd gilt daher seit Ende 2017 als getilgt. Die Einschränkungen für Fällarbeiten, für den Holztransport und die Pflanzung von Laubbäumen werden in Brünisried aufgehoben.

Die ersten Arbeiten wurden 2011 durchgeführt, als drei Insekten und drei befallene Ahornbäume entdeckt wurden. 2012 wurden keine Käferaktivitäten mehr festgestellt, aber 2013 haben acht weitere befallene Bäume und drei Insekten den Kanton dazu gezwungen, strenge Massnahmen zu ergreifen. Im Januar 2014 wurden rund 300 Bäume gefällt, um die Ausbreitung des Asiatischen Laubholzbockkäfers zu stoppen. Seither wurden jedes Jahr im Frühling und im Herbst sorgfältige Kontrollen durchgeführt und es gab keine weiteren Anzeichen für einen Befall. Dieser Erfolg wäre nicht möglich gewesen ohne die gute Zusammenarbeit zwischen allen verschiedenen Akteuren und das Verständnis der örtlichen Bevölkerung.

Die Massnahmen in Brünisried verursachten für den Kanton während sieben Jahren Kosten von rund 235'000 Franken. Eine Interpellation von Nationalrätin Christine Bulliard-Marbach ermöglichte ab 2014 eine ausserordentliche Beteiligung durch das BAFU, auch an den erheblich höheren Kosten im Zusammenhang mit den Massnahmen in Marly.

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist ein exotisches Insekt, das für Laubbäume besonders gefährlich ist. Die eidgenössische Verordnung über Pflanzenschutz (PSV vom 27. Oktober 2010) schreibt Bekämpfungsmassnahmen vor, sobald ein Befallsherd entdeckt wird. Das BAFU verlangt, dass während vier Jahren kein Indiz für die Präsenz des Asiatischen Laubholzbockkäfers vorliegt, damit der Befall als getilgt gilt.

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Im Kanton Freiburg gibt es jedoch noch ein Befallsgebiet in Marly, in dem nach wie vor Bekämpfungsmassnahmen gelten. Der 2014 entdeckte Herd ist grösser (rund 170 Insekten wurden 2014 insgesamt entdeckt). Wie sich herausstellte, war der Asiatische Laubholzbockkäfer hier bereits länger präsent als in Brünisried. Der Befall in Brünisried beruhte auf einem Transport von befallenem Brennholz aus Marly. Die Einschränkungen für Fällarbeiten, für den Holztransport und die Pflanzung von Laubbäumen bleiben in Marly in Kraft und die Kontrollen werden weiterhin durchgeführt.
Für weitere Informationen konsultieren Sie bitte den auf der Website des WaldA verfügbaren Schlussbericht.