FAQ

Archäologie - was ist das?

Die Archäologie untersucht die materiellen Zeugnisse menschlicher Besiedlungen eines Ortes oder einer Region. Archäologische Fundstellen beinhalten wertvolle Informationen zur Lebensweise unserer Vorfahren. In Kanton Freiburg decken solche im Boden verborgenen, ungeschriebenen Archive fast 10'000 Jahre Geschichte ab.

Archäologie – wozu dient sie?

Die Archäologie trägt durch Erfassen, Dokumentieren und Untersuchen der archäologischen Kulturgüter zu einem besseren Verständnis unserer Herkunft bei. Im Kanton Freiburg sind derzeitig nur solche Bodendenkmäler Gegenstand von Notgrabungen, die direkt von Beschädigung oder sogar Zerstörung durch Baumassnahmen (diverse Bauprojekte, Gebäuderenovierung usw.) bedroht sind. Da jede Fundstelle einzigartig ist, werden die Untersuchungen gewissenhaft und gründlich durchgeführt. Ziel ist es, so viele Informationen wie möglich zu sammeln, bevor die Zeugnisse unwiederbringlich zerstört werden.

Kommen ausserordentlich gut erhaltene Bodendenkmäler zum Vorschein, können Schutzmassnahmen ergriffen werden, die ermöglichen, die Funde zu erhalten oder sie der Öffentlichkeit angemessen zu präsentieren. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Hinterlassenschaften in Neubauten zu integrieren. Falls eine Konservierung ausser Betracht fällt, können die Kulturgüter, damit sie nicht weiteren Schaden nehmen, auch wieder zugeschüttet werden.

Im Rahmen des Möglichen werden bedrohte Fundstellen auch vor schädlichen Natureinwirkungen (z.B. Erosion der Uferböschung) geschützt, damit sie für weitere Generationen erhalten bleiben.

Wo findet man archäologische Überreste?

Prinzipiell können bei jedem Bodeneingriff archäologische Zeugnisse zum Vorschein kommen, oft schon in geringer Tiefe. Eine grosse Zahl der im Kanton erfassten Fundstellen kam im Rahmen von Baumassnahmen zu Tage.
Im Zuge von Restaurierungsarbeiten an historischen Gebäuden können verkannte Überbleibsel (Architekturelemente, Fresken etc.) unter einem modernen Wandverputz oder hinter kürzlich angebrachten Zwischenwänden erscheinen.

Welche archäologischen Überreste kommen zu Tag?

Die im Boden erhaltenen Überreste von Baustrukturen (römerzeitliche oder mittelalterliche Gebäude) wie auch Bestattungen (Skelette, Grabbauten, Grabhügel etc.) gehören zu den Hinterlassenschaften, die sich unmittelbar identifizieren lassen.

Doch können auch Siedlungsspuren oder Einzelfunde zum Vorschein kommen, die nicht leicht zu erkennen sind, aber deswegen nicht weniger wichtig sind (Keramikscherben, Münzen, Gruben, Holzkohleschichten, Steinschüttungen, liegende Hölzer, Pfähle usw.).

In historischen Gebäuden lassen sich beim Entfernen von Zwischenwänden oder Wandverputz Überreste finden, die es ermöglichen, die Bauentwicklung nachzubilden (ältere Durchbrüche, Dekor usw.).

Was mache ich, wenn ich einen archäologischen Fund entdecke?

Bei Entdeckungen empfiehlt es sich, den Fundplatz unberührt zu belassen, im Bedrohungsfall zu schützen und unverzüglich zu melden beim

Amt für Archäologie
Obere Matte 13
1700 Freiburg

T +41 26 305 82 00
F +41 26 305 82 01
E-Mail saef@fr.ch

Wem gehören die archäologischen Fundstücke?

Bei Ausgrabungen gefundene archäologische Fundstücke sind Eigentum des Kantons. Davon ausgenommen sind Funde, die aus Konservierungsgründen an Ort und Stelle belassen werden. Auch Zufallsfunde stellen, sofern sie von beachtlichem wissenschaftlichem Wert sind, Eigentum des Kantons dar (§ 664, ZGB).

Wer führt die archäologischen Grabungen durch, und wer bezahlt sie?

Sondierungen und archäologische Ausgrabungen sind Aufgaben des kantonalen Amtes für Archäologie; die Kosten trägt der Kanton. In gewissen Fällen kann die öffentliche Hand um Beteiligung an den Grabungskosten gebeten werden.

Für die Prospektion und die systematische Erforschung archäologischer Stätten durch Dritte, namentlich mit Objektdetektoren, besonders Metalldetektoren, muss beim Erziehungsdepartement eine Bewilligung eingeholt werden.

Und wenn Bauarbeiten blockiert werden?

Bei öffentlicher Auflage eines Bauvorhabens in einer archäologischen Schutzzone werden die Antragsteller über die auf den Bauparzellen befindlichen, archäologischen Bodendenkmäler in Kenntnis gesetzt. Dies ermöglicht, archäologische Massnahmen bereits vor Baubeginn zu ergreifen.

Bei unerwarteten Funden – nicht alle archäologischen Fundstellen sind bekannt – hat sich gezeigt, dass die Archäologen rasch intervenieren können und so die zeitliche Verzögerung auf Baustellen auf ein Minimum reduziert werden kann.

Kommen aussergewöhnliche Funde zum Vorschein, verfügen die Archäologen über eine gesetzliche Frist von drei Monate, um die genaue Beschaffenheit des Fundes abzuklären. Innerhalb dieser Frist müssen sie dem Staatsrat Schutzmassnahmen zur Erhaltung des Kulturguts vorschlagen (z.B. vollständige Ausgrabung der bedrohten Zone oder in Ausnahmefällen die Konservierung des Fundes an Ort und Stelle).

Wie wird der Grundeigentümer bei Ausgrabungen entschädigt?

Der Eigentümer wird für den durch die Ausgrabungen verursachten Sachschaden entschädigt. (Art. 40, Abs. 1 KGSG).

Für anderen Schaden hat er Anspruch auf Entschädigung, wenn die Möglichkeit der Vornahme einer Ausgrabung nicht vorbehalten worden war oder wenn er eine Eigentumsbeschränkung erleidet, die einer Enteignung gleichkommt. (Art. 40, Abs. 2 KGSG).

Was sind die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen?

Die wichtigsten rechtlichen Grundlagen des AAFR sind folgende:

  • Gesetz vom 7. November 1991 über den Schutz der Kulturgüter (ARKGSG);
  • Ausführungsreglement vom 17. August 1993 zum Gesetz über den Schutz der Kulturgüter (ARKGSG);
  • Raumplanungs  und Baugesetz (RPBG) vom 2. Dezember 2008;
  • Ausführungsreglement vom 1. Dezember 2009 zum Raumplanungs- und Baugesetz (RPBR).