News

Stadtmauern, Türme und Schlösser der Stadt und des Kantons stehen im Jahr des Kulturerbes 2018 im Scheinwerferlicht

Das auf Initiative des Europarates und der Europäischen Union ausgerufene Jahr des Kulturerbes 2018 will die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes und seine identitätsstiftende und den sozialen Zusammenhalt stärkende Rolle in unserer Gesellschaft sensibilisieren. Der Kanton Freiburg folgt dem Beispiel des Bundes und hat sich ebenfalls entschlossen, sich an dieser Aktion zu beteiligen. Dabei stellt er ein ganz besonderes Kulturerbe ins Scheinwerferlicht: Die Stadtmauern der Stadt Freiburg und die Burgen und Schösser der Bezirkshauptorte mit ihren grossen Wachtürmen. Das Projekt bot Gelegenheit, verschiedene Wartungs- und Sicherheits-arbeiten durchzuführen. Wenn es ein Erfolg wird, könnte dieses imposante Kulturerbe dauerhaft für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Der Staatsrat wird demnächst eine Strategie zur Förderung und Aufwertung der touristischen und kulturellen Sehenswürdigkeiten im Besitz des Kantons erarbeiten. > Programm http://www.fr.ch/sbc/files/pdf100/sbc_circuit-patrimoine-2018_de.pdf

Der Europarat hat das Jahr 2018 zum Kulturerbejahr erkoren. Der Bund beteiligt sich an diesem Themenjahr, wobei das Bundesamt für Kultur die nationale Kampagne koordiniert (https://www.kulturerbe2018.ch/). Der Kanton Freiburg schliesst sich diesem Projekt an und hat sich dafür entschieden, einen Teil des bedeutenden Kulturerbes, das sich in seinem Besitz befindet, nämlich die Befestigungen und Stadtmauern der Stadt Freiburg sowie die Vogteischlösser der Oberämter und ihre Wachtürme, der Öffentlichkeit vorübergehend zugänglich zu machen.

Zweifellos sind die Stadtmauern, Türme und Schlösser wichtige und besondere Wahrzeichen des Kantons Freiburg. Die Befestigungsanlagen der Stadt Freiburg sind die bedeutendsten, die in der Schweiz noch erhaltenen geblieben sind. Ihre Instandhaltung ist eine nie endende Aufgabe, die der Staat - mit dem damit verbundenen Kosten - leistet. Diese Denkmäler werden jedoch nur gelegentlich im Zusammenhang mit der Tourismus- und Kulturförderung im Kanton gezielt aufgewertet. Veranstaltungen wie das Belluard Bollwerk Festival oder das Festival Murten Classics bleiben die Ausnahme. Die meisten dieser Bauwerke und Anlagen sind leider nicht zugänglich, obwohl sie einen eindrucksvollen Blick auf unsere Städte bieten.

Die Idee eines Rundgangs auf den Stadtmauern der Stadt Freiburg besteht schon lange. Den Anstoss dafür gab eine von Freiburg Tourismus unterstützte und im Jahr 2015 durchgeführte Studie zur Möglichkeit, die Stadtmauern zugänglich zu machen. Der Staatsrat war überzeugt, dass sich ein solches Projekt nicht nur auf das Image des Kantons, sondern auch auf seine kulturelle, touristische und wirtschaftliche Attraktivität positiv auswirken würde. Er beauftragte daher das Amt für Kulturgüter, das Amt für Archäologie und das Hochbauamt, dieses Vorhaben umzusetzen. Die Stadtgärtnerei und das Strasseninspektorat der Stadt Freiburg haben ebenfalls in grossem Umfang und kostenlos dazu beigetragen, den Rundgang intra muros in so kurzer Zeit möglich zu machen.

Mit der Öffnung für das Publikum in den Sommer- und Herbstmonaten 2018 wird sich zeigen, welches Potenzial die Freiburger Stadtmauern und Schlosstürme zu bieten haben. Hat das Projekt Erfolg, könnte dieses Kulturerbes dauerhaft für die Öffentlichkeit geöffnet werden.

Das Freiburger Kulturerbe ist ein wichtiger Trumpf des Kantons, den es zu nutzen gilt: Dazu möchte der Staatsrat unter anderem das Potenzial der historischen Bauwerke und Anlagen, die sich in Besitz des Staates befinden, abschätzen lassen und eine Nutzungs- und Bewirtschaftungsstrategie zur Erhaltung und Förderung, insbesondere im kulturellen und touristischen Bereich, vorschlagen. Seine Vorschläge sollen dem Grossen Rat als Antwort auf das Postulat der Grossräte Jean-Pierre Doutaz und Raoul Girard vorgelegt werden.

Programm
Hier zum Downloaden
http://www.fr.ch/sbc/files/pdf100/sbc_circuit-patrimoine-2018_de.pdf


Rundgang in Freiburg…
Es wird ein Rundgang angeboten, der allen noch erhaltenen Überresten der Stadtmauern folgt. Hinweis: Der Abschnitt vom Bollwerk über das Murtentor zum Garten der pädagogischen Hochschule ist die längste noch existierende Befestigungsmauer in der Schweiz. Der Thierryturm, der sich neben der Universität Miséricorde befindet, wird auf seiner ganzen Höhe begehbar sein und bietet einen aussergewöhnlichen Panoramablick von seinem Wehrgang. Das Bürglentor (Loreto) bildet den Zugang zu einem so gut erhaltenen Wachhaus, dass es niemanden wundern würde, wenn plötzlich Wachen in Rüstungen herauskämen. Kurz zusammengefasst: Ein historisches Rundgang, der den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gleichzeitig die spektakuläre Topographie und die herrliche Landschaft der Stadt Freiburg vor Augen führt.



…und im Kanton
In den Türmen der Schlösser der Bezirkshauptorte finden sich unten alte Gefängnisse (Bulle, Estavayer, Murten) und eine imposante Militärarchitektur, an der sich seit ihrer Erbauung kaum etwas geändert hat. Von oben hat man eine atemberaubende Aussicht auf die Bezirkshauptorte und die umliegende Landschaft. Ergänzt wird dieser Rundgang mit den Türmen von Montagny und La Molière, den letzten Zeugen der verschwundenen alten Burgen, sowie den Schlössern von Greyerz und Romont mit ihren attraktiven Museumsangeboten.



vom 4. Juni bis 31. Oktober 2018, in der Regel täglich von 9-19 Uhr

In den örtlichen Tourismusbüros werden Faltprospekte in französischer, deutscher und englischer Sprache erhältlich sein. Führungen oder Veranstaltungen zur diesem Angebot werden auf den Internetportalen des Amts für Kulturgüter www.fr.ch/kga sowie der regionalen Partner angekündigt.

Achtung: Die Rundgänge sind anstrengend und hindernisreich und nur für Personen geeignet, die gut zu Fuss sind. Kinder müssen begleitet werden. Gutes Schuhwerk ist dringend empfohlen; auch sollte man immer eine Hand frei haben, um sich festzuhalten.