Lehrpläne in Deutschfreiburg

In Deutschfreiburg gibt es für jeden Fachbereich einen Lehrplan. Diese Lehrpläne beschreiben die Kenntnisse und Fähigkeiten, die die Schülerinnen und Schüler im Laufe der obligatorischen Schule erwerben sollen.
Sie stehen im PDF-Format zur Verfügung.

Um die Lehrpläne der deutsch- und mehrsprachigen Kantone gesamtschweizerisch zu harmonisieren, wurde ein einheitlicher Lehrplan erarbeitet, der Lehrplan 21 (LP 21). In den deutschsprachigen Klassen des Kantons Freiburg wird dieser neue Lehrplan zu Schuljahresbeginn 2019/20 eingeführt.

Lehrplan 21

Der Lehrplan 21 ist ein gemeinsames Projekt der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren Konferenz (D-EDK). Mit ihm harmonisieren die 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantone die Bildungsziele der Volksschule und setzen so den Auftrag der Gesellschaft gemäss den bildungs-politischen Vorgaben der Bundesverfassung um.

Ziele des Lehrplans 21
Der erste gemeinsame Lehrplan für die deutsch- und mehrsprachigen Kantone der Schweiz umfasst die gesamte Volksschule, vom Kindergarten bis zur Orientierungsschule. Er baut auf den bisherigen kantonalen Lehrplänen auf und vereinheitlicht die Ziele der Volksschule. Er wurde im Auftrag der D-EDK erarbeitet. Massgeblich beteiligt waren Lehrpersonen, Fachpersonen aus den pädagogischen Hochschulen und Verbände. Nach einer breiten Vernehmlassungsphase liegt nun der überarbeitet Lehrplan vor, ein zeitgemässes Orientierungsinstrument für den Unterricht, die Lehrmittelentwicklung und die Lehrerinnen- und Lehrerbildung. Ein gemeinsamer Lehrplan erleichtert den Wohnortswechsel von Familien mit schulpflichtigen Kindern. 

Der Kanton Freiburg führt den Lehrplan 21 an den deutschsprachigen Schulen ein
Gemäss Beschluss von Erziehungsdirektor und Staatsrat Jean-Pierre Siggen tritt der Lehrplan 21 an den deutschsprachigen Schulen des Kantons Freiburg in allen Zyklen und in allen Schuljahren auf Beginn des Schuljahres 2019/20 in Kraft. Für den Fremdsprachenunterricht gilt weiterhin der Lehrplan Passepartout, welcher mit dem Lehrplan 21 kompatibel ist. Die Einführung und Umsetzung des Lehrplans 21 ist ein mehrjähriger Prozess der Schul-und Unterrichtsentwicklung.

Kompetenzorientierung: Wissen erwerben und es auch anwenden können
Der Lehrplan legt die Bildungsziele für den Unterricht für alle Stufen der Volksschule fest. Die elf Schuljahre 1H-11H sind im LP 21 in drei Zyklen unterteilt: die Primarschule in zwei (1H-4H und 5H-8H) und die Orientierungsschule (Sekundarstufe 1, 9H-11H) in einen Zyklus. Der Lehrplan 21 beschreibt, was die Schülerinnen und Schüler können sollen. Nebst dem Wissen und Verstehen, den Fähigkeiten und Fertigkeiten werden auch Bereitschaften, Haltungen und Einstellungen berücksichtigt. Der Lehrplan präzisiert die Kompetenzbeschreibungen mit verbindlichen Inhalten. Der Lehrplan 21 zeigt die aufbauenden Kompetenzstufen der gesamten obligatorischen Schulzeit im Überblick. Am Schluss eines Zyklus ist jeweils ein Grundanspruch definiert.

Orientierungs- und Planungsinstrument für alle Fächer
Der Lehrplan 21 ist ein Orientierungs- und Planungsinstrument für die Lehrpersonen und die Schulen. Er ist in die sechs Fächer und Fachbereiche Sprachen, Mathematik, Natur Mensch Gesellschaft (NMG), Gestalten, Musik sowie Bewegung und Sport gegliedert. Hinzu kommen die die Bereiche Medien und Informatik und Berufliche Orientierung und die fächerübergreifenden Themen unter der Leitidee Nachhaltige Entwicklung. Mit diesen Fachbereichen verknüpft sind die personalen, methodischen und sozialen – also die überfachlichen - Kompetenzen.

Methodenvielfalt
Vielfältige Methoden und Organisationsformen ermöglichen den Lehrpersonen, auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Das Kapitel Lern- und Unterrichtsverständnis bietet dafür nützliche Hinweise.

Lehrmittel
In den Fachbereichen Deutsch, Fremdsprachen und Mathematik wird schon heute mit Lehrmitteln unterrichtet, die kompetenzorientiert sind und mit der Einführung des LP 21 beibehalten werden. Ein Lehrplan für alle deutsch- und mehrsprachigen Kantone schafft einen Synergieeffekt für die Lehrmitteentwicklung.

Nutzen für Schülerinnen und Schüler

  • Wissen und Können in unterschiedlichen Situationen anwenden
    Der Lehrplan 21 legt als Ziel des Unterrichts sogenannte Kompetenzen fest. Dies bedeutet:
    1. Die Schülerinnen und Schüler erwerben Wissen und Können.
    2. Sie verbinden dieses Wissen und Können und wenden es in unterschiedlichen Situationen an.
    3. Sie entwickeln das Selbstvertrauen und die Motivation, die nötig sind, um das Wissen und Können tatsächlich anzuwenden.
  • Systematisch und entwicklungsgerecht lernen
    Der Lehrplan 21 gilt für die gesamte obligatorische Schulzeit 1H-11H. Diese elf Jahre sind aufgeteilt in drei Zyklen. Die Lehrplan-Zyklen bauen aufeinander auf. Die Schülerinnen und Schüler können so Wissen und Können zu einem bestimmten Thema über einen längeren Zeitraum aneignen. Sie lernen systematisch und entwicklungsgerecht.
  • Differenziertere Förderung
    Der Lehrplan 21 berücksichtigt mehr als bisherige Lehrpläne, welche Vorkenntnisse die Schülerinnen und Schüler haben und auf welche Art sie am besten lernen. Ausserdem enthält jeder Zyklus mehrere Kompetenzstufen und unterschiedliche Anforderungen.
  • Leichter in die Schule einsteigen
    Der erste Zyklus umfasst die beiden Kindergartenjahre und die ersten beiden Primarschuljahre (1H - 4H). Der Übergang von der spielerischen Tätigkeit zum aufgabenorientierten Lernen erfolgt fliessend und je nach Stand der Entwicklung des Kindes.
  • Einen Umzug besser meistern
    Der Lehrplan 21 ist der erste gemeinsame Lehrplan für die Volksschule in den 21 deutsch-und mehrsprachigen Kantonen. Für alle deutschsprachigen Schülerinnen und Schüler gelten unabhängig von ihrem Wohnkanton dieselben Ziele.