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Ausstellung "Aus Schuppen werden Federn"

Die Feder

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DEFINITION UND ENTWICKLUNG EINER FEDER

Die Feder ist eine feine, leichte Hornsubstanz, die an der Basis von einer Hauteinstülpung (Follikel) umgeben ist. Wie Haare oder Fingernägel bestehen auch Federn aus Keratin, einem Protein, das der Feder sowohl Elastizität wie Stabilität verleiht. Image1.gif (9681 octets)

Am Anfang der Federentwicklung teilen sich Federkeimzellen sehr schnell und bilden eine Hornröhre, die von einer dünnen Federscheide umgeben ist und bald aus den Follikeln hervortritt. In der Röhre befindet sich die Pulpa, welche Blutgefässe und Nerven enthält.

Nach einigen Tagen erreicht die Hornröhre ihre vollständige Grösse und die Feder tritt hervor. Durch Reibung verschwindet nun die Federscheide und an der Basis des Federschafts entsteht durch Verhornung die hohle Federspindel. Am Ende der Entwicklung ist die Feder ein totes Gebilde, die Blutzufuhr ist gestoppt. Die Feder ist jedoch einer Reihe von Umwelteinflüssen und -veränderungen ausgesetzt.

AUFBAU EINER FEDER

Eine Feder besteht aus einem zentralen Kiel, der im oberen Teil Schaft und im unteren Teil Spindel genannt wird sowie aus Seitenästen. Die Spindelbasis ist in der Haut verankert und mit Muskeln verbunden. Beidseits des Schafts bilden die Federäste die Aussenfahne (dem Wind ausgesetzt, nach unten gebogen) und die Innenfahne (dem Wind abgewandt, leicht nach oben gekrümmt).

Die Federäste tragen Federstrahlen, die durch Hakenstrahlen zusammengehalten werden. Um eine zerzauste Feder wieder zu glätten, braucht der Vogel sie nur durch den Schnabel zu ziehen

VERSCHIEDENE FEDERTYPENImage4.gif (13463 octets)

Die Konturfedern bilden den auffälligsten Teil des Gefieders: Beim Kleingefieder handelt es sich um kleine Federn, die den Rumpf, den Kopf, die Flügelansätze und den Schwanzansatz bedecken. Die Schwungfedern bilden die Tragfläche der Flügel, die Steuerfedern bilden den Schwanz.

Die Daunen- oder Dunenfedern befinden sich nahe am Körper unter den Konturfedern. Sie besitzen lose Federstrahlen; der Schaft fehlt oder ist sehr kurz.

Fadenfedern bestehen aus einem fadenförmigen Schaft und tragen an der Spitze einige Federäste. Sie liegen zwischen andern Federn. Ihre Basis ist von Nerven durchzogen. Wahrscheinlich dienen sie bei der Gefiederpflege dazu, die andern Federn wieder zu ordnen.

Die Borstenfedern besitzen lediglich einen nackten Schaft und sehen aus wie Haare. Sie befinden sich meist am Schnabelwinkel oder am Augenrand bei Greifvögeln, Seglern, Nachtschwalben usw.

WIE ERHALTEN FEDERN IHRE FARBE

Die verschiedenen Federfarben kommen auf zweierlei Arten zustande: durch Pigmente oder durch die Struktur der Federn selbst, d.h. durch Licht-Absorption oder durch Interferenz (wechselnde Lichtbrechung an den Federstrahlen).

Das rosa Gefieder des Chilenischen Flamingos kommt durch Karotinoide zustande. Diese gelben, orangen oder roten Pigmente werden mit der Nahrung aufgenommen und praktisch unverändert in die Federn eingelagert.

Der Grünschwanz-Glanzstar erhält seine blaue Farbe aufgrund der Struktur der Federäste. Diese reflektieren nur den Blauanteil des Lichtes und absorbieren die andern Lichtstrahlen.

Die Federn des Quetzal erhalten ihre grüne Farbe durch Kombination der von den Federästen reflektierten blauen Lichtstrahlen mit den eingelagerten gelben Karotinoiden.

Die weissen Federn des Seidenreihers sind auf das Fehlen von Pigmenten sowie auf die Reflexion des gesamten Lichtspektrums zurückzuführen.

Die Rabenkrähe bildet in besonderen Zellen der Haut unter dem Einfluss von Hormonen Melanin. Dieses Pigment ist vor allem für schwarze, aber auch für braune bis hellgelbe Farbtöne verantwortlich.

Die Elster trägt sowohl schwarze (Melanin-Pigmente) als auch weisse Federn (Fehlen von Pigmenten, Reflexion aller Lichtstrahlen). Die metallisch glänzenden Schillerfarben entstehen durch die besondere Struktur der Federäste.

DIE MAUSER

Die Mauser der Vögel dient der Erneuerung von abgenutzten und abgefärbten Federn. Bei einer Teilmauser wird nur das Kleingefieder (kleine Federn, die den Rumpf, den Kopf, die Flügelansätze und den Schwanzansatz bedecken), nicht aber die Schwung- und Steuerfedern ersetzt. Bei einer Vollmauser werden alle Federn erneuert. Die Mauser läuft geordnet nach einem artspezifischen Schema ab. In der Regel sind Mauser und Fortpflanzung zeitlich getrennt, da beide für den Vogel eine grosse körperliche Belastung bedeuten.

Beim Star vollziehen sowohl Alt- als auch Jungvögel nach der Brutzeit eine Vollmauser. Dieser Star starb an einem 14. September. Am Hals ist ersichtlich, dass er gerade eine Vollmauser abschloss.

Der Zilpzalp mausert sich jedes Jahr zweimal: einmal nach der Brutzeit zwischen Juli und Oktober (Altvögel: Vollmauser, Junge: Teilmauser) und einmal im Winterquartier (Alt- und Jungvögel: Teilmauser). Dieser Zilpzalp starb an einem 13. Oktober. Die Mauser ist bereits abgeschlossen

DIE SOZIALE FUNKTION DER FEDER

Bei zahlreichen Arten besitzen die Männchen leuchtend farbige Federn, die dazu dienen, Weibchen zu umwerben und bei der Revier- und Weibchenverteidigung Rivalen abzuhalten. Die Funktion eines farbenprächtigen Gefieders entspricht somit dem Gesang der Männchen. Weibchen und Jungvögel sind häufig viel unauffälliger gefärbt; sie sind so besser getarnt und vor Feinden besser geschützt. Zudem werden sie so vom Männchen nicht für Rivalen gehalten.

Der Fasan stammt ursprünglich aus Asien. Er wurde in Europa zu Jagdzwecken ausgesetzt. Zwischen April und Juni erfolgt die Ablage der 7 bis 15 Eier in eine flache Mulde, die mit Gräsern und alten Blättern auskleidet ist. Das Weibchen bebrütet die Eier während 23 bis 27 Tagen und kümmert sich alleine um die Jungenaufzucht. Die Küken sind Nestflüchter und werden nach 14 Tagen flügge. Sie bleiben bis im Herbst bei der Mutter.

TARNFARBEN

Manche Vögel tragen ein Tarngefieder, das als Anpassung an die Umgebung dient. Sie entziehen sich so den Blicken ihrer Feinde. Man unterscheidet zwischen Homochromie (Anpassung der Farben) und Homotypie (Anpassung der Formen).

Das Alpenschneehuhn lebt im Gebirge bis auf 3700 Meter. Es ändert die Gefiederfarbe je nach Jahreszeit. Im Sommer trägt es ein helles Gefieder mit dunklen Flecken und ist dadurch in Geröllhalden und zwischen Schneefeldern nur schwer zu entdecken. Im Winter ist es fast vollständig weiss und damit bestens dem Schnee angepasst (Homochromie).

Die Waldschnepfe lebt in Feuchtwäldern. In der Nacht sucht sie Würmer, indem sie mit ihrem langen Schnabel den Boden abtastet. Tagsüber schmiegt sie sich an den Boden und schläft. Aufgrund ihres braun-schwarzen Gefieders ist sie zwischen den abgestorbenen Blättern bestens getarnt (Homochromie).

Der Ziegenmelker ernährt sich von Insekten, die er im Flug erhascht. Er jagt vor allem in der Dämmerung, aber auch in der Nacht. Tagsüber sitzt er in Längsrichtung auf einem Ast und sieht so selber aus wie ein Ast (Homotypie).

DIE SOZIALE BEDEUTUNG DER FEDER

Das Gefieder spielt im sozialen Leben der Vögel eine wichtige Rolle. Es dient als optisches Signal und erlaubt die Unterscheidung der Geschlechter sowie der verschiedenen Altersstufen.

Der Gelbwangenkakadu kann seine Haube aufrichten und sich so mit Artgenossen verständigen. Dadurch werden Gegner eingeschüchtert, Rivalen abgehalten oder bei der Balz Weibchen angelockt.

 

FEDERN BEDEUTETEN IN SUDAMERIKA, WAS GOLD IN EUROPA

An der Art des Federschmuckes konnte man die Zugehörigkeit zu einem Stamm, den Mut, die Würde eines Menschen und seine soziale Stellung erkennen. Federn hatten auch bei verschiedenen Feierlichkeiten eine Bedeutung; sie dienten als Schmuck und erlaubten die individuelle Erkennung

Der Ausdruck "Sich mit fremden Federn schmücken" ist in Südamerika nicht bekannt (A. Bravo).

DIE WÄRMEREGULIERUNG

Vögel gehören zu den warmblütigen Tieren, d.h. die Körpertemperatur bleibt unabhängig von der Aussentemperatur immer konstant. Die Federn spielen bei der Wärmeregulierung eine wichtige Rolle: Sie schützen vor Kälte, Hitze, Wind und Regen.

Eiderenten brüten im hohen Norden : in Grönland, Island und Skandinavien. Sie ernähren sich von Muscheln, die sie unter Wasser erbeuten. Sie nisten in Kolonien in Dünen oder zwischen Felsen. Nach der Eiablage bedecken die Weibchen das Gelege mit ihren eigenen Daunenfedern, um es während der Bebrütung noch besser vor Kälte zu schützen.

Die Daunen der Eiderenten werden von den Menschen nordischer Länder eingesammelt, um damit Daunendecken herzustellen. Der Name "Eider" stammt vom isländischen "aedar"(Eiderente).

DER VOGELFLUG

Im Gegensatz zu allen anderen Tiergruppen tragen Vögel ein Federkleid. Federn, insbesondere Schwung- und Steuerfedern erlauben die Fortbewegung in der Luft.

"Der Flug der Falkenraubmöwe übertrifft in Eleganz und Leichtigkeit noch denjenigen anderer Raubmöwen. Er steht dem Flug der Seeschwalben in nichts nach. Gerne segeln Falkenraubmöwen hoch am Himmel, spielen mit dem Wind oder segeln an Ort und Stelle" (P. Géroudet).

Die Falkenraubmöwe ist ein Meeresvogel des hohen Nordens. Sie verfolgt andere Vögel, vor allem Möwen und Seeschwalben, bis diese ihre Beute fallen lassen, die dann von der Raummöwe noch in der Luft ergriffen und verschlungen wird.

 


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