Die Äsche - ein anspruchsvoller und bedrohter Fisch

27.03.2015 | 11:00

Der Bestand der Europäischen Äsche (Thymallus thymallus), einer einst weitverbreiteten Fischart, ist in unserem Kanton rückläufig. Die rapide Abnahme ist auf verschiedene Gründe zurückzuführen. Der Kanton Freiburg trifft mehrere Massnahmen zur Verbesserung der Situation dieser einheimischen Art.

Die Äsche ist eine bei den Fischern begehrte Fischart, die zur Familie der Salmoniden gehört. Die lateinische Bezeichnung verdankt sie ihrem arttypischen Thymian-Geruch. Im Kanton Freiburg sowie auch in der restlichen Schweiz und anderen mitteleuropäischen Ländern sind die Bestände stark rückläufig. Die Äsche lebt vorzugsweise in grossen, sauerstoffhaltigen Fliessgewässern, deren Grund mit Kies bedeckt ist. Im Gegensatz zu anderen Salmoniden, wie zum Beispiel der Forelle, pflanzt sich die Äsche im Frühling fort. Die Eier werden an seichten Stellen im Kies abgelegt. Nur natürliche Wasserläufe, von denen es in unserer Gegend leider nicht viele gibt, bieten der Äsche geeignete Bedingungen für ihre Fortpflanzung. Eine Qualitätsverbesserung der Wasserläufe würde es ermöglichen, dieser sowie zahlreichen anderen Arten bessere Habitate zu bieten.

Der Kanton Freiburg trifft mehrere Massnahmen zur Förderung der Äsche. Die Art ist während der Fortpflanzungszeit vom 1. März bis zum 31. Mai geschützt und während der Fischereisaison dürfen nur Individuen mit einer Länge über 38 cm gefangen werden. Dies ermöglicht es den Fischen, sich mehrmals fortzupflanzen bevor sie gefangen werden. Eine Äschenpopulation lebt in der Saane unterhalb des Maigrauge-Staudamms. Die Hochwasser von 2005 und 2007 haben den Saanelauf dort stark verändert und ökologisch aufgewertet. Um geeignete Laichplätze zu schaffen, wurde im Jahr 2013 zusätzliches Kies ins Flussbett gebracht. Damit diese Fortpflanzungsorte der Äsche nicht beeinträchtigt werden, dürfen Fischer sich vom 1. März bis zum 31. Mai nicht ins Wasser begeben. Es ist ausserdem untersagt, Hunde im Wasser umherlaufen zu lassen, da diese sonst die Laichplätze zerstören und eine ganze Fischgeneration auslöschen könnten. Zur Aufklärung der Öffentlichkeit wurden an den Saane-Ufern Informationstafeln aufgestellt.

Im Maigrauge-Staudamm gibt es einen Fischlift, der die Fischwanderung zwischen dem Pérolles-See und der Saane ermöglicht. Die Anzahl der im Fischlift gesichteten Äschen war im Jahr 2014 höher als in den vorhergehenden Jahren. Diese gute Nachricht lässt hoffen, dass die diversen getroffenen Massnahmen anfangen Wirkung zu zeigen.