16. Blindschleiche

Wissenschaftl. Name (lateinisch): Anguis fragilis

Italienischer Name: Orbettino

Französischer Name: Orvet fragile

Englischer Name: Slow Worm, Blind Worm, Deaf Adder




Länge der Erwachsenen: 38 bis 47 cm.

Farbe: Sehr unterschiedlich. Grau, rötlich, schwarz, hellbraun, kupferbraun, dunkelbraun. Weibchen häufig mit dunkler bis schwarzer Linie auf dem Rücken.

Kennzeichen: Obwohl die Blindschleiche einer Schlange gleicht, ist sie doch eine Echse, wenngleich auch eine ohne Beine. Im Gegensatz zu den Schlangen besitzt sie aber verschliessbaren Augenlider. Bei Gefahr kann die Blindschleiche wie die Eidechsen ihren Schwanz abwerfen. Erreicht ein hohes Alter (bekanntes Rekordalter: 46 Jahre).

Verhalten: Verborgene Lebensweise. Meistens unter Laub, Zweigen oder im Kompost versteckt. Tagsüber sind die Blindschleichen oft vormittags beim Sonnenbad zu beobachten (vor allem im Frühling). Oft kommen sie nach Regenfällen hervor, um nach Nahrung zu suchen.

Nahrung: Nacktschnecken, Würmer, Insekten, Spinnen.

Fortpflanzung: Alle ein bis zwei Jahre bringt das Weibchen 6 bis 18 Jungtiere zur Welt. Die kleinen 4 bis 8 cm langen Blindschleichen stecken anfänglich noch in ihren Eihüllen, aus denen sie sich rasch befreien. Nach 3 bis 5 Jahren werden sie geschlechtsreif.

Winterruhe: Von Oktober bis März oder April je nach Höhe des Vorkommens. 1 bis 2 Meter tief in Nagetierbauten oder lockerer Erde. Manchmal überwintern mehrere Dutzend Tiere gemeinsam an besonders günstigen Plätzen.

Lebensraum: Eher feuchte, pflanzenreiche Stellen mit sonnigen und halbschattigen Abschnitten. Buschreiche Böschungen, Hecken, Waldränder, Lichtungen, Wiesen, aber auch Kies- und Lehmgruben sowie Haus- und Familiengärten.

Im Kanton Freiburg: Die Blindschleiche besiedelt vermutlich den gesamten Kanton. Im Gebiet der Glâne konnte sie bisher nicht beobachtet werden. Die Blindschleiche steigt bei uns bis in eine Höhe von 1200 m (in anderen Kantonen jedoch bis 2000 m).

Wenig bedrohte Art: Durch das Abbrennen der Böschungen, durch Biozide, den Rückgang der Hecken und durch Hauskatzen, Marder und Krähen.