Heirat und Familie

Im Kanton Freiburg erhalten Familien und Kinder vom Staat und von den Gemeinden erhebliche Unterstützung.

Heirat
In der Schweiz muss man 18 Jahre alt sein, um heiraten zu können. Es werden nur die in einem Zivilstandsamt geschlossen Ehen anerkannt. Das Zivilstandsamt Ihres Bezirks oder das Amt für institutionelle Angelegenheiten, Einbürgerungen und Zivilstandswesen informiert Sie über die zu erfüllenden Voraussetzungen und die erforderlichen Unterlagen. Falls Sie möchten, dass Ihre zukünftige Braut oder Ihr zukünftiger Bräutigam oder andere Familienmitglieder in die Schweiz einreisen, können Sie sich an das Amt für Bevölkerung und Migration wenden.

Eingetragene Partnerschaft
Gleichgeschlechtliche Paare haben die Möglichkeit, ihre Beziehung anerkennen zu lassen, indem sie ihre Partnerschaft eintragen. Das Zivilstandsamt des Bezirks, in dem einer der beiden Partner respektive eine der beiden Partnerinnen lebt, informiert über die zu unternehmenden Schritte.

Zwangsheirat
Familien oder andere Personen haben kein Recht, eine junge Frau oder einen jungen Mann zu zwingen, gegen deren/ dessen Willen zu heiraten. Eine Zwangsheirat greift massiv in die persönliche Freiheit ein. Sie verletzt die grundlegenden Menschenrechte, die von der Bundesverfassung und der Freiburger Verfassung geschützt werden.
Hier weiterlesen.

Hilfe für Frauen

  • Verein Frauenhaus / Opferberatungsstelle für Frauen als Opfer häuslicher Gewalt
    Postfach 1400
    1701 Freiburg
    026 322 22 02 (rund um die Uhr besetzt)
    www.sf-lavi.ch

Hilfe für Männer

  • Opferberatungsstelle für Kinder, Männer und Opfer von Verkehrsunfällen
    Rue Hans-Fries 1
    Postfach 29
    1705 Freiburg
    026 305 15 80
    www.fr.ch/ja

Geburt
Jede Geburt ist dem Zivilstandsamt Ihres Bezirks zu melden. Wird das Kind in einem Spital geboren, so meldet das Spital die Geburt. Bei einer Hausgeburt müssen sich die Eltern darum kümmern.

Von Geburt an ist das Neugeborene während drei Monaten automatisch krankenversichert. In dieser Zeit müssen die Eltern eine Krankenversicherung auf seinen Namen abschliessen.

Mutterschaftsurlaub und -entschädigung
Nach der Geburt haben erwerbstätige Frauen Anspruch auf einen Mutterschaftsurlaub von mindestens 14 Wochen. In dieser Zeit erhalten sie mindestens 80 % ihres Lohnes. Dazu müssen sie während der 9 Monate vor der Geburt Sozialversicherungsbeiträge gezahlt und während mindestens 5 Monaten gearbeitet haben. Zudem gibt es im Kanton Freiburg als Ergänzung zum eidgenössischen System seit 1. Juli 2011 einen Mutterschaftsbeitrag, den auch Frauen erhalten, die vor der Geburt nicht erwerbstätig waren.

Die Versicherungs- und Beschäftigungsperioden in den meisten europäischen Ländern werden ebenfalls berücksichtigt. Die Ausgleichskasse des Kantons Freiburg gibt Ihnen dazu genauere Auskünfte.

Familienzulagen
Falls Sie Kinder haben, haben Sie Anspruch auf eine Familienzulage. Im Kanton Freiburg beträgt diese für Kinder bis 16 Jahre 245 Franken pro Monat und 265 Franken ab dem 3. Kind. Für Jugendliche in Ausbildung bis 25 Jahre beträgt sie 305 Franken pro Monat und 325 Franken ab dem 3. Kind (2014).

In der Regel überweist der Arbeitgeber die Familienzulagen mit dem Lohn. Unter gewissen Voraussetzungen können nicht erwerbstätige Eltern ebenfalls Kinderzulagen beziehen. Die Ausgleichskasse des Kantons Freiburg gibt Ihnen diesbezüglich Auskunft.

  • Ausgleichskasse des Kantons Freiburg – AKFR
    Impasse de la Colline 1
    Postfach
    1762 Givisiez
    www.caisseavsfr.ch
  • Familienzulagen
    www.guidesocial.ch > Recherche > Fribourg > Allocation
    Die Seite existiert zurzeit nur auf Französisch (2014).

Rechte und Schutz von Kindern und Jugendlichen
Wie Erwachsene haben auch Kinder und Jugendliche, Mädchen und Buben, Grundrechte. Sie haben insbesondere Anspruch auf Schutz vor Misshandlungen, Gewalt, sexuellem Missbrauch und Ausbeutung durch Arbeit sowie ein Recht auf Bildung und einen angemessenen Lebensstandard (Unterkunft, Kleidung, Ernährung). Die Eltern dürfen Kinder und Jugendliche nicht schlagen und diese dürfen wiederum niemanden schlagen. Sie haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit und auf Schutz vor Körperverletzungen.
Beschneidungen von weiblichen Genitalien sind verboten und werden juristisch streng geahndet, auch wenn sie im familiären Rahmen oder bei Aufenthalten im Ausland vorgenommen werden. Hier weiterlesen.

  • Jugendamt – JugA
    Boulevard de Pérolles 24
    Postfach 29
    1705 Freiburg
    www.fr.ch/ja
  • Abteilung Familienplanung und Sexualinformation
    Rue de la Grand-Fontaine 50
    1700 Freiburg
    www.fr.ch/spfis
  • Opferberatungsstelle für Kinder, Männer und Opfer von Verkehrsunfällen
    Rue Hans-Fries 1
    Postfach 29
    1705 Freiburg
    www.fr.ch/ja

Paar- und Familienprobleme
Personen, die Probleme mit ihren Kindern oder innerhalb ihrer Paarbeziehung haben, finden bei der Paar- und Familienberatung Freiburg Hilfe. Im Falle einer Trennung oder Scheidung muss der Elternteil, der sich nicht um die Kinder kümmert, monatlich Unterhaltsbeiträge für die Kinder und möglicherweise auch für den anderen Elternteil zahlen.

Binationale Paare
Bisweilen hat der eine Partner / die eine Partnerin eines Paares sein/ihr Herkunftsland und seine/ihre Familie verlassen müssen. Sie oder er muss sich in einem bis anhin unbekannten Land anpassen und sich ein neues Beziehungsnetz aufbauen, was nicht immer einfach ist. Die Vereine frauenraum und Frabina können nützliche Hilfe und Beratung bieten.

  • Verein frauenraum
    Rue Saint Pierre 10 1. Stock
    1700 Freiburg
    www.espacefemmes.org
  • Verein Frabina - Beratungsstelle für Frauen und binationale Paare
    Laupenstrasse 2
    3008 Bern
    www.frabina.ch

Gewalt in Paarbeziehungen und in der Familie
In der Schweiz ist es auch im familiären Rahmen verboten, Gewalt auszuüben. Die häusliche Gewalt kann physischer (Schläge), psychischer (Drohungen), sexueller (Nötigung) oder wirtschaftlicher (Vorenthaltung von Geld) Art sein. Dieses Verhalten innerhalb einer Paarbeziehung oder gegenüber Kindern, zuhause oder anderswo, kann juristisch geahndet werden, selbst wenn das Opfer keine Anzeige erstattet. Die Urheberin oder der Urheber der häuslichen Gewalt muss mit harten Strafen rechnen.

Jedes Opfer kann unentgeltliche Beratung oder Hilfe von einer Opferberatungsstelle verlangen (Opferhilfegesetz). Personen, die zu Gewalt neigen, können sich an den Verein EX-pression wenden. Das Personal dieser Organisationen garantiert höchste Vertraulichkeit.

Hilfe für Frauen

  • Verein Frauenhaus / Opferberatungsstelle für Frauen als Opfer häuslicher Gewalt
    Postfach 1400
    1701 Freiburg
    026 322 22 02 (rund um die Uhr besetzt)
    www.sf-lavi.ch

Hilfe für Kinder, Jugendliche und Männer

  • Opferberatungsstelle für Kinder, Männer und Opfer von Verkehrsunfällen
    Rue Hans-Fries 1
    Postfach 29
    1705 Freiburg
    026 305 15 80
    www.fr.ch/ja

Über die eigene Gewalt sprechen

  • Verein EX-pression Freiburg
    Route de la Vignettaz 48
    1700 Fribourg
    0848 08 08 08
    www.ex-pression.ch

Gewalt