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Reduktion von Antibiotikaresistenzen: die Tierärzte des Kantons Freiburg setzen sich für eine korrekte Verwendung von Antibiotika ein

Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (LSVW) und der Verein Freiburger Tierärzte (VFT) sind sich der Bedeutung der Probleme in Zusammenhang mit Antibiotikaresistenzen bewusst. Sie haben deshalb eine Charta ratifiziert und verpflichten sich zu einem korrekten Antibiotikaeinsatz in der Veterinärmedizin. Antibiotikaresistenzen haben in den letzten Jahren zugenommen. Sie sind die Folge eines übermässigen und oftmals unsachgemässen Einsatzes von Antibiotika, sei es in der Human-, der Veterinärmedizin oder in der Umwelt.

Der Präsident des Vereins Freiburger Tierärzte, Fabien Loup, und der Kantonstierarzt, Dr. Grégoire Seitert, haben am Montag, 28. Mai 2018, in einem Mediengespräch die derzeit in der Schweiz einzigartige LSVW FR & VFT Charta der guten Praktiken für einen sachgemässen Einsatz von Antibiotika vorgestellt. Diese Charta erlaubt es gemäss dem Präsidenten des VFT, zu konkretisieren, wie der Antibiotikaeinsatz effizient umzusetzen ist, beispielsweise "im Rahmen der Verwendung sogenannter kritischer Antibiotika, bei denen ein gezielter Einsatz entscheidend ist". Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ist erfreut über diese Charta, die gemäss dem Kantonstierarzt zeigt, dass dem Verein Freiburger Tierärzte "die Bedeutung der Antibiotikaresistenzen, eines erheblichen Problems der öffentlichen Gesundheit, bewusst ist, und dass er zu den wichtigen Playern im One-Health-Konzept gehört".

Notwendige Zusammenarbeit zwischen dem Tierhalter und dem Bestandestierarzt
Für die praktizierenden Tierärzte und die Nutztierhalter ist dies eine Frage der Zusammenarbeit: Die Charta hat Auswirkungen auf den Einsatz von Antibiotika, die jedoch in bestimmten Situationen unerlässlich bleiben. Tatsächlich geht es nicht darum, ganz auf solche Behandlungen zu verzichten: Die Herausforderung besteht darin, wirkungsvoll mit Antibiotika umzugehen, denn für jede Tierart und jede Situation muss eine entsprechende Behandlung gefunden und angemessen gehandelt werden. Die "kritischen" Antibiotika (d. h. jene, die für die Humanmedizin aufgehoben werden müssen) sollten erst als letzte Option verwendet werden.

Um zu einem möglichst geringen Einsatz von Antibiotika in der Veterinärmedizin beizutragen, müssen die Tierhalter auf ein gutes "Management" ihres Betriebs achten: Konkret braucht es eine gute Hygiene auf dem Betrieb, eine wirksame Krankheitsprävention und eine gute Überwachung und Betreuung der Herde. Der praktizierende Tierarzt muss seinerseits einen engen Kontakt zum Tierhalter pflegen, und seine Leistung muss auf einer professionellen und fachkundigen Beratung basieren, was auch Einschränkungen beim Einsatz von bestimmten Antibiotika mit einschliesst. Es muss auf eine verstärkte Zusammenarbeit gesetzt werden, um eine gesunde, tierschutzgerechte Produktion sicherzustellen und gleichzeitig den Einsatz von Antibiotika zu reduzieren und diese gezielter einzusetzen.

Nationale Strategie gegen Antibiotikaresistenzen
Die Charta gilt für alle im Kanton Freiburg tätigen praktizierenden Tierärzte und stimmt mit der Nationalen Strategie gegen Antibiotikaresistenzen (StAR) und auf kantonaler Ebene mit dem Programm "ReLait" für Milchviehbetriebe überein. Die Charta dient neu als wichtige Brücke zwischen der Veterinärmedizin und der Tierproduktion.

Dank Antibiotika - einer der bedeutendsten Fortschritte in der Medizin - ist es möglich, gefährliche Krankheiten wie Lungenentzündungen oder Blutvergiftungen zu heilen, die früher oft tödlich verlaufen sind. Der übermässige und teils unsachgemässe Einsatz von Antibiotika führt jedoch dazu, dass immer mehr Bakterien gegen Antibiotika resistent werden. Die Konsequenzen sind dramatisch und betreffen Mensch, Tier, Landwirtschaft und Umwelt gleichermassen. Der Bundesrat hat deshalb 2015 seine nationale Strategie Antibiotikaresistenzen (StAR) verabschiedet, um das Problem zunehmender Resistenzen koordiniert anzugehen.